La Strada Graz, 5./6./7. August 2026

Ich liebe Graz. Hab dort als Student eine der schönsten Phasen meines Lebens verbracht. Bezeichne die Stadt auch 40 Jahre danach noch als meine sentimentale Heimat. Und besonders liebenswert ist die Stadt, wenn es im Sommer wieder “La Strada” heißt. Und diesmal war ich bei diesem “internationalen Festival für Straßenkunst, Figurentheater, Neuen Zirkus und Community Art” dabei, zumindest an drei Tagen.

Ein Höhepunkt: Das kanadische Ensemble Le Patin Libre im Grazer Augarten

Ich nahm an fünf Veranstaltungen teil. Gleich am ersten Abend sorgte die bläserdominierte Compagnie du Coin für Anarcho-Lebensfreude (Bild 1). Auf dem Freiheitsplatz bahnten sie sich mit treibenden Grooves Wege durch das Publikum und bezog dieses immer wieder mit ein.
Ein Höhepunkt am nächsten Vormittag im Augarten: Das kanadische Ensemble Le Patin Libre (Bild oben und 6), die im Augarten ihre Eiskunstlaufkünste mit Rollerblades auf einer ca. 10 x 20 m großen Plattform übersetzten. Ihr Programm “In “Wheels & Cello” bot im musikalischen Dialog mit einem Cellisten ein harmonisches, virtuoses Zusammenspiel von Klang und Bewegung.

Im Atelier Jungwirth am Opernring sodann eine Ausstellung der dänischen Performance- und bildenden Künstlerin Nana Francisca Schottländer, die am Dachsteingletscher Fotos anfertigte mit einem reizvollen Kontrast. Zu sehen: ihr nackter Körper und die schroff-karge Hochgebirgslandschaft. Dort außerdem die Ausstellung Signal vom Dachstein. Eine Landschaftsoper. Sirenengesang aus Lautsprechern auf dem Gletscher (Bild 5), Almszenen in den umliegenden Tälern, dort heimische Poeten wie Bodo Hell und Barbara Frischmuth (beide inzwischen im Jenseits).
Für verblüffende Geräusche sorgte auf einem Rundgang vom Jakominiplatz durch die Grazer Innenstadt die Gruppe Décor Sonore – und das ganz bewusst ohne Elektrizität, nur mit Schalltrichtern (Bild 4). Die machten aus Lichtsäulen, Einkaufswagen und Fahrradfelgen Klang und Rhythmus.

Mein letzter Vormittag gehörte dem israelischen Clown Anatoli Akerman (Bild 3) und seinem Assistenten Christoph Schiele. Ihr Programm Splinters bot Tollpatschiges, “Zaubertricks”, Publikumsbespritzungen, Wortwitz, aber auch beeindruckenden Steptanz und Jongleur-Akrobatik. Ein Finale Furioso, das mich oft zum Lachen brachte. Schade, dass meine Gastgeber – Bruder Andreas und Familie – das versäumten.
Aber vielleicht nächstes Jahr wieder bei La Strada! [Bild 2 gehört nicht zum Festival, wohl aber zu meinem Besuch. Am ersten Abend Jazz und Weltmusik vom Trio JMO auf dem Mariahilferplatz]