Richard Prince, Fotoausstellung Albertina, 10.8.2026 ***

Als Besitzer einer Bundesmuseenkarte besuche ich auch Ausstellungen von Künstler:innen, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Wie zuletzt von Richard Prince, einem US-amerikanischen Maler und Fotografen. Er wird der Appropriation Art zugeordnet, ist also ein Künstler, der Werke anderer kopiert – wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst verstanden werden sollen. Sonst wäre es ja Plagiat oder Fälschung.
Die Albertina widmet dem heute in New York lebenden Prince eine Schau, in der seine bekannteste Arbeit zu sehen ist: die 1980–1987 entstandene Serie „Cowboys“, die aus fotografierten Ausschnitten von Marlboro-Anzeigen besteht. Auch anderen trivialen Mythen der amerikanischen Alltagskultur widmet er sich, in Serien mit Motorradgangs bzw. sich auf heißen Eisen räkelnden Halbnackten sowie Modefotografien. Nun ja.

Kopie-Kunst. War nicht so meins, nicht mal der Cowboy im Hintergrund.

Auf Wikipedia erfahre ich, dass Prince dafür kritisiert wurde, “Bilder aus dem Internet bzw. Instagram mit dem Handy abzufotografieren, zu vergrößern und für ca. 90.000 $ zu verkaufen, ohne die Fotografen am Gewinn zu beteiligen”. Wenn das stimmt: Shame on you, Mr. Prince!

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