Seit nunmehr zehn Jahren besteht das Offtheater Bronski & Grünberg im 9. Wiener Bezirk, und das abseits meiner Aufmerksamkeit. Dabei heimste das Ensemble mit ironischen Neubearbeitungen klassischer Stoffe wie “Romeo und Julia” oder “Die Räuber” viel Lob bei Kritik und Publikum ein. So auch “Onkel Wanja – Die Sitcom”. Anton Tschechows Datscha auf dem Land (weil das Leben in der Stadt viel zu teuer ist) verlagert die Inszenierung von Stefan Lasko in eine Stadt-WG mit vielen Accessoirs aus den 1980er-Jahren.
Worum es geht, ist oft nicht so klar – und auch nicht wichtig. Die sechs Mimen sind mit anarchischer Spielfreude und pseudo-russischem “Akzjent” am Werk, der Text von Sonja/Sunny-Darstellerin Julia Edtmeier sprudelt vor Vergnügen, die Regie sorgt mit alter Popmusik wie Xanadu samt Tanzeinlage und mit das Bühnengeschehen unterstreichenden Geräuschen für einen amüsanten Soundtrack.
Diese Sunny ist unglücklich in den Arzt und Naturkostverehrer Astrow verliebt, ihr Onkel “Wanni” ist ein desillusionierter Couch-Philosoph. dann gibt es noch den geldgierigen Professor und seine kesse junge Gattin Elena und den von seiner mit wechselnden Liebhabern auf Zypern weilenden Gattin gehörnte Tölpel Telegin. “Höhepunkt” der Handlung ist ein vermeintlicher Lottogewinn Wannis, der die drohende Delogierung aus der kleinen WG-Wohnung abwenden könnte, und Schüsse aus Wut über den damit drohenden Professor. Aber wie gesagt – die Story ist nicht so wichtig. Denn in einer Sitcom mit Applaus vom Band kommt immer wieder alles zur Ausgangssituation zurück. Und dafür eignet sich ein Tschechow-Stück ja bestens.




































