Länderspiel Österreich-Ghana, Happelstadion, 27.3.2026 ******

Von Bruder Andreas kam die Idee: ob ich mich nicht ihm und Neffe Theo anschließen möchte, in Wien das erste WM-Vorbereitungsspiel des Rangnick-Teams gegen die respektable afrikanische Truppe von Ghana anzusehen. Ich wollte und nützte die Gelegenheit, meinen beiden jüngeren Enkelsöhnen Jakob und Nathan diese Unternehmung als Vorabgeburtstagsgeschenk zukommen zu lassen. Ich traf die beiden nach einigem Suchen und Wo-seid-ihr-Telefonaten – kein Wunder bei dann 40.000 Zuseher:innen – bei der U2-Station Stadion, bald darauf die aus Graz angereisten Andreas und Theo. Nach fünf Minuten anstellen beim Sektor-B-Aufgang stellte sich heraus, dass Jakob verbotenerweise eine Thermos-Trinkflasche mitgegeben wurde. Die mussten wir erst bei einem Depot abgeben, um sie nach dem Match wiederzubekommen. Nach nochmaligem Anstellen und einem Klogang der Jungs endlich der Blick ins gut gefüllte Stadion mit sich aufwärmenden Spielern.

Jubelstimmung im Happelstadion schon bei den Hymnen. Schade, dass man wegen der Laufbahnen sehr weit weg vom Geschehen auf dem Rasen ist. Dennoch: “Immer wieder, immer wieder Österreich!”

Besonders interessierten mich die Neuen im Team: Paul Wanner und Carney Chukwuemeka hatten sich, obwohl davor in der Nachwuchsauswahl Deutschlands bzw. Englands engagiert, für den ÖFB entschieden. Beide jung, hochtalentiert, wie es hieß. Doch zunächst auf der Bank. In der eher faden, spielerisch durchwachsenen Hälfte eins verzichtete Rangnick auf Debütanten. Einer der wenigen Höhepunkte war das 24. Teamtor von Kapitän Marcel Sabitzer, der im Mittelfeld eine tolle Leistung bot.
Von unseren Plätzen aus konnten wir das Geschehen auf dem Spielfeld gut mitverfolgen. Ich erstmals ohne Brille, da nach den beiden Katarakt-OPs nicht mehr kurzsichtig. Ich hatte den Jungs eingeschärft, sich richtig warm anzuziehen, denn die Wetterprognose war besch…eiden: Sogar Schneeregen sollte möglich sein. So schlimm wurde es dann nicht. Es blieb bei rund 5 Grad trocken.
Spielhälfte zwei hatte es dann in sich: Die Fangesänge wurden immer begeisterter, als gleich in der 50. Minute das 2. Tor für Österreich fiel. Gregoritsch nach Stanglpass von Sabitzer. Zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Feld: Wanner und Chukwuemeka, wie drei weitere neu eingewechselte Spieler. Der Spielfluss übertraf den in Hälfte 1 bei weitem, die beiden Youngsters überzeugten, und schon bald köpfte Rechtsverteidiger Posch nach einem Eckball das 3:0. Ein nicht konsequent genug verteidigter Angriff der Afrikaner samt einem herrlichen Abschluss ins Kreuzeck brachte das 3:1, aber schon kurz darauf hämmerte Chukwuemeka den Ball zum 4:1 unter die Latte. Das 5:1 fiel dann in der Nachspielzeit durch den einzigen nicht ausgewechselten Akteur Seiwald – sein erstes im Teamdress.
Wir und das gesamte Publikum waren aus dem Häuschen, meine Stimme ist heute nach dem oftmaligen Torjubel etwas mitgenommen. Egal. Auch Jakob und Nathan, obwohl nicht sonderlich fußballinteressiert, gefiel’s. Claudia fühlte sich zurecht bestätigt, mir geraten zu haben, den Enkeln zu Geburtstagen gemeinsame Unternehmungen zu schenken. Das stärkt die Beziehung und bleibt lange in Erinnerung. Österreich-Ghana tut das sicher.

Wenn mir Hören uns Sehen vergeht…

Als ich 15 wurde, bekam ich Kurzsichtiger eine Brille. Der Dioprienwert sank im Lauf der Jahre bis auf -7,5 – die Fehlsichtigkeit nahm also zu. Als meine Augenärztin vor etwa zehn Jahren ein Glaukom – also Grünen Star, die häufigste Erblindungsursache – diagnostizierte. Ein zu hoher Augeninnendruck schädigt dabei den Sehnerv der Papille und führt zur zunächst unbemerkten Einschränkung des Gesichtsfeldes. Um den Augendruck zu reduzieren, nehme ich seit Jahren morgens und abends verschiedene Augentropfen, außerdem wurde ich im Wiener AKH bereits zweimal operiert. Dabei wurde mir ein Stent in den Glaskörper eingesetzt, der Flüssigkeit ableitet und somit den Innendruck reduziert. Heilbar ist Glaukom nicht, ich werde also bis zum Ende meines Lebens eintropfen müssen.
Damit nicht genug. Seit mehr als einem Jahr bemerke ich eine Einschränkung der Hörfähigkeit. Meine liebende Gattin machte mich immer wieder auf diese Schwäche aufmerksam, sie hört auch – im Unterschied zu mir – Hochfrequenztöne wie die Tee-ist-fertig-Uhr in der Küche, und vor rund einem Monat bekam ich bei einer Vorstellung im Burgtheater vom zweiten Rang aus nur wenig vom Brecht-Stück unten auf der Bühne mit, zumal das gesprochene Wort oft noch von einem kleinen Orchester musikalisch umspült wurde.
Ich suchte also den nahen HNO-Arzt auf – und die Diagnose von rund einem Jahr davor klang unerfreulich: Sie brauchen ein Hörgerät, hieß es nach einem Test. Die Werte hätten sich in dem Zeitraum auf eine Hörfähigkeit von unter 80 Prozent verschlechtert. Ich stellte mich also auf eine größere Investition ein – das Hörgerät, das meine Schwiegermutter seit längerem benutzt, kostete 5.000 Euro – und sie ist nicht sehr zufrieden damit (was aber an ihrer mangelnden Technikaffinität liegen mag).
Mit der ärztlichen Verordnung, die mir 1000 Euro von der Krankenkasse als Zuschuss sichern sollte, ging ich zu einem Audiostudio zur Terminvereinbarung der Anpassung. Hol lieber ein zweites Angebot ein, bei so einem hohen Betrag sollte man sich umschauen, riet meine umsichtige Frau. Also VOR dem Termin bei Audio Danube noch einen bei Hansaton. Ich wurde genauer getestet als in der HNO-Ordination, musste z.B. einsilbige gesprochene Worte wiedergeben. Und siehe da – das Ergebnis überraschte: Die Hansaton-Akustikerin beschied mir ein durchaus noch leistungsfähiges Gehör, die Lebensqualität würde durch ein Hörgerät nicht wirklich steigen, meinte sie.
Heute dann der Test bei Audio Danube, dessen Geschäftsführerin die Tochter des HNO-Arztes nebenan ist. Und wieder ein aufwendiger Test mit drei verschiedenen Kategorien: nach lauter werdenden Tönen Signal geben, leise gesprochene Zahlen und danach einsilbige Worte nachsprechen. Und erneut: Ihr Gehör ist noch zu gut für eine teure technische Unterstützung, bei über 80 Prozent zahlt die Kasse auch nichts dazu. Kommen Sie in einem Jahr wieder.
Das relativiert die ins Auge gefasste Adventmailserie 2026 zum Thema “Sinn, Sinne, Sinnlichkeit” etwas, die ich mit der selbstironischen Anmerkung “Ich lebe in einer Zeit, da einem schon Hören und Sehen vergehen kann…” einleiten wollte. Aber ich denke, ich mache es trotzdem, das Thema ist ergiebig.

Klub66, Seniorendisco im U4

Mit 66 erstmals ins legendäre U4 tanzen gehen, und das am 63. Geburtstag meiner Liebsten – das hat doch was, dachte ich. Doch zuerst der Dämpfer: um 17 Uhr (!) bei winterlichen Temperaturen gute 20 Minuten anstehen, bis wir und viiiele andere Oldies – die meisten davon Mitglieder von Pensionistenklubs – endlich eingelassen wurden. Anmeldung war erforderlich, Eintrittsgeld nicht. Manche kamen im Glitzerlook, die anwesenden Herren der Schöpfung deutlich tanzfauler als so manche nimmermüde ehemalige Discomaus. Die Tanzfläche war jedenfalls stets gut gefüllt – immer wieder auch von uns beiden.
Der DJ legte Hits aus den 70ern und 80ern auf. Viel Abba, Italo-Hits, keine L’Amourhatscher. “Standard”-Redakteurin Irene Brickner, selbst deklarierte 59, recherchierte für eine Reportage, hatte doch die erste Auflage der Oldiesdisco im November 2025 für Furore gesorgt. Mal sehen, ob sie unsere Wortspenden berücksichtigt.

Um ca. 20 Uhr, nach etwas mehr als 2 Stunden, hatten wir genug. Der Tag war mit Schnitzelessen bei Meissl&Schadn, Kaffeejause im Landtmann und U4 ohnehin prallfeiervoll. “Von 18 bis über 80 – so generationenübergreifend wird hier nicht jeden Tag gefeiert”, hieß es auf https://kwp.at/pensionistenklubs/klub66-liess-das-u4-erneut-beben/. “Zum zweiten Mal verwandelte sich die Wiener Kult-Disco in einen vibrierenden Treffpunkt der Generationen und übertraf den ohnehin fulminanten Auftakt vom November 2025 noch einmal deutlich.” Fortsetzungen sind geplant, nächstes Mal am 26. Februar. Und dass wir wieder mit von der Partie sind, kann gut sein.

Wanderung Lobau bis heim, 29.12.2025

Ich nehme mir vor, bis zu meinem Camino-Projekt im April regelmäßig wandern zu gehen, um für die rund 250 km von Porto nach Santiago de Compostela gut gerüstet zu sein. Zwischen Weihnachten und Neujahr galt es das herrliche Wetter zu nutzen, Claudia und ich fuhren nach langem wieder mal für einen Rundgang in die Lobau. Gegen Ende kam mir die Idee, zu Fuß nach Hause zu gehen, zu einem guten Teil entlang meiner Laufstrecken am Mühlwasser, an der Donau und ab dem Knoten Kaisermühlen die Alte Donau entlang. Es wurden knapp 18.000 Schritte, ich – gerade erst von einer Verkühlung genesen – kam ziemlich müde an.

1.) Vielleicht hat ja jemand Lust, mich bei meinem Trainingsprogramm zu unterstützen und mit mir Stadtwanderwege, Wienspaziergänge und Wanderungen im Umland zu machen?

2.) Und hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Camino Portugues? Über Tipps wäre ich dankbar.

Lesung in der autofreien Siedlung, 10.12.2025

Es war nicht meine erste Lesung aus eigenen Texten, somit ordne ich diesen Beitrag auch unter “biografiert” ein. Aber der bisher letzte Auftritt mit Selbstgeschriebenem fand während meiner Studienzeit in den 1980ern in Graz statt. Und ich weiß nicht, war es bei einem Event mit anderen Jungpoeten in der “Brücke” oder der auch vom ORF eingefangene in der Grazer Herrengasse, als ich auf einem Tennisschiedsrichterstuhl sitzend von oben herab auf ein mäßig interessiertes Publikum las. Egal.

Diesmal eine Art “Heimspiel”, wie ich einleitend sagte. Denn in der autofreien Siedlung lebte ich 14 Jahre lang, von 2004 bis 2018. Und ich kenne dort immer noch etliche Bewohner:innen so gut, dass meine vorangegangene Werbung via Rundmail und Zettelaushang in den Stiegenhäusern Interesse weckte. Zusätzlich zu den acht von mir von außerhalb eingeladenen (darunter meine drei Söhne) kamen nochmal so viele aus der Siedlung (darunter eine meiner Mieterinnen). Krankheitsbedingt kamen auch Absagen, sogar Claudia musste wegen ihrer fiebrigen Erkältung passen.

Meine davor von mir angefragte Lesepartnerin war Sonja Rosenzweig, die über ihren Freund Stefan seit längerem Kontakt zur Siedlung hat und im “Aquarium” auch schon mal gelesen hat. Vereinbart war, dass ich sie “umrahme”: erst ein halbstündiger Block mit sieben Adventmails von mir, dann Sonja mit einem neuen Text und nach einer Pinkelpause mein zweiter Block mit acht Texten, nochmals ca. 30 Minuten lang.

Ich hatte davor etwas “geübt”, denn so vorzulesen, dass Leute gerne zuhören, ist gar nicht so einfach. Und der Besuch von Lesungen davor – von Milena Michiko Flasar bzw. Nicholas Ofczarek legte die Latte ganz schön hoch, was Ausdruckskraft betrifft. Und auch Sonja las ihren Text über den jüdischen Festkreis, der humorvoll auf ihr früheres Nahverhältnis zum Judentum Bezug nahm, wie eine Schauspielerin. Chapeau!

Ein Wohlfühlabend: Lesung im “Aquarium” der autofreien Siedlung

Ich kenne meine Texte ja nicht, wie Sonja ihre, “fast auswendig”, aber auch mir gelang das Vorlesen ganz okay, wie ich finde. Und ich erhielt manchmal Applaus nach einem Adventmail, vor allem, wenn es witzig und sprachspielerisch war. Und auch danach sprachen mich einige auf vorgelesene Themen wie Chat GPT, das Tourenradeln oder Kosenamen an.

Für mich war’s ein Wohlfühlabend, der auch nach dem letzten Text noch länger nicht endete. Und eine Ermutigung, sowas mal zu wiederholen…

Meine “Tracklist”: www.robertmitschaeibl.eu/?p=557, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1459, www.robertmitschaeibl.eu/?p=999, www.robertmitschaeibl.eu/?p=969, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1626, www.robertmitschaeibl.eu/?p=757, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1594, nach der Pause www.robertmitschaeibl.eu/?p=488, www.robertmitschaeibl.eu/?p=560, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1190, www.robertmitschaeibl.eu/?p=869, www.robertmitschaeibl.eu/?p=467, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1373und als Abschluss den zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Text …