24. Dezember – 1
Höre Jisrael:
ER unser Gott, ER Einer!
Liebe denn
IHN deinen Gott
mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele, mit all deiner Macht.
(Dtn 6, 4-5; Buber-Rosenzweig-Übersetzung)
Dieses Hauptgebot der Gottesliebe wird oftmals auch als Glaubensbekenntnis Israels bezeichnet, einer der zentralen Texte des Monotheismus. Auf diesem biblischen Glauben an den einen und einzigen Gott fußt die jüdisch-christliche Glaubenstradition. Monotheistische Religionen sind auch der Islam und die Neuzeitreligion der Baha’i.
Als älteste (bekannte) monotheistische Religion wird gelegentlich der Zoroastrismus (von Zarathustra, um 1.800 v. Chr.) angesehen, entstanden im heutigen Iran. Allerdings ist dessen Hauptgott Ahura Mazda nicht alleiniger Schöpfer.
Nach einer anderen Theorie tritt der Monotheismus erstmals in Ägypten im 14. Jht. v. Chr. auf, bei Pharao Echnaton, der Aton als alleinigen Gott Ägyptens bestimmte. Aber auch hier ist unklar, ob Echnaton die Existenz anderer Götter bestritt.
Es wird allgemein angenommen, dass die altisraelitische/judäische Religion ihre monotheistische Lehre erst seit dem 5. Jht. v. Chr. unter Einflüssen von zoroastrischem und klassisch-griechischem Gedankengut entwickelt habe und vorher ihren Gott (Jahwe) nur als den eigenen Stammesgott (neben Göttern anderer Stämme oder Völker) verstand. Laut dem Selbstverständnis der heutigen Religionen Judentum, Christentum und Islam – die Orthodoxie (Rechtgläubigkeit) tut sich überall schwer mit historischem Denken – war bereits Abraham, der mythische Stammvater des Judentums ca. 1800 v. Chr., Monotheist. In Wahrheit war er bestenfalls Monolatrist, also Verehrer eines einzigen (Haupt)Gottes.
Nach der Europäischen Wertestudie 2000 glauben 83 % der ÖsterreicherInnen an (einen nicht näher definierten) Gott, mehr als 1990 (77 %). Und auch wenn ich mit dem trinitarischen Gottesbild des Christentums so meine Probleme habe, glaube ich doch an den Gott, wie ihn Jesus der Christus vermittelt hat. Aber ob Gott in Jesus Mensch wurde? Hm, schwierige Frage… Ich denke, da lass ich mich mal überraschen.
Und wünsche euch allen, ihr lieben AdressatInnen, ein schönes Fest heute Abend mit vielen schönen Überraschungen. Und auch gleich einen guten Start in ein hoffentlich freudvolles Jahr 2008!
Robert
