19. Dezember – 6
Kult im besten Sinn des Wortes ist die im goldenen Pop-Jahr 1967 aufgenommene britische TV-Serie „The Prisoner“, die unter dem Titel „Nummer 6“ auch im deutschsprachigen Raum mit Erfolg lief. Hauptdarsteller und Regisseur war Patrick McGoohan, der mit seiner Vorgänger-Serie „Geheimauftrag für John Drake“ in den 1960ern für meine ersten TV-Erlebnisse sorgte.
In „Nummer 6“ geht es um einen nicht mehr aktiven Geheimagent, der gekidnappt wird und in einem als Urlaubsort getarnten Gefängnis erwacht – gedreht in der surreal anmutenden Kulisse des nordwalisischen Dorfes Portmeirion.
In dem Dorf befinden sich merkwürdig gekleidete Bewohner, die alle keinen Namen führen, sondern nur durch eine Nummer gekennzeichnet sind. Der immer wiederkehrende Abschiedsgruß „Wir sehen uns!“ („Be seeing you!“) wurde auch hierzulande ein geflügeltes Wort. Der Protagonist – dessen Name der Zuschauer bis ans Ende der Serie nie erfährt – wird von allen als Nummer Sechs (Number Six) bezeichnet. Das Sagen hat eine Person, die als Nummer Zwei (Number Two) bezeichnet wird.
„Nummer 6“ besticht in insgesamt 17 Folgen durch schauspielerische Leistungen und ein visionäres, gut umgesetztes Thema: McGoohan setzt sich mit Themen wie privater Überwachung (das gesamte Dorf ist videoüberwacht), Methoden zum Brechen des Willens und dem Individuum als Opfer einer übermächtigen und anonymen Macht auseinander.
Die Reihe gilt als eine der besten Fernsehserien dieser Zeit (im Vorjahr als DVD-Box erschienen) und hat eine starke Fankultur geschaffen. Inzwischen finden in jedem Jahr in Portmeirion Veranstaltungen statt, die auf die Serie Bezug nehmen, und die daran teilnehmenden Fans verkleiden sich als Einwohner des Ortes von Nummer 6/The Prisoner. Und in der Simpsons-Folge „Mr. X und der Website-Schund“ findet sich Homer plötzlich als Nr. 5 im Village wieder und stößt dort u. a. auch auf Nr. 6.
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Adventmail 2007/01 (Countdown 24-1)
1. Dezember 2007 – 24
„24“ ist eine sehr erfolgreiche US-amerikanische Fernsehserie, die im Umfeld eines fiktiven amerikanischen Anti-Terror-Geheimdienstes (CTU) spielt. Jede Staffel besteht aus 24 Episoden und zeigt „in Echtzeit“ einen vollständigen Tag im Leben des CTU-Agenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland), der Terrorangriffe verhindert bzw. deren Folgen einzudämmen versucht. „War James Bond der fiktive Held des Kalten Kriegs, so ist heute Jack Bauer der fiktive Held des Kriegs gegen den Terror“, schrieb die FAZ im Februar 2005. Obwohl die Serie in den USA bereits im November 2001 startete und somit sicher eine längere Vorbereitungszeit hatte, traf sie durch die 9/11-Anschläge von 2001 den Nerv der Zeit.
Ich sah die erste Staffel ziemlich vollständig im Jahr 2003, die zweite dann nur mehr sporadisch, die drei weiteren gar nicht mehr. Die Idee hatte sich in meinen Augen abgenützt, die Dauerdramatik ermüdete. Dennoch ist „24“ ein Stück TV-Geschichte: Noch nie wurde so viel Folter gezeigt (der Parents‘ Television Council zählte 67 Folterszenen in den ersten fünf Staffeln), und die Ära Bush spiegelt sich in den jeweiligen US-Präsidenten im Plot wider – der von finsteren Nebenfiguren umringte, „gute“ und schwarze Präsident Palmer der ersten Staffeln wird ermordet, sein (weißer) Nachfolger Logan erweist sich in der (mit 5 „Emmys“ meistausgezeichneten Staffel 5) selbst als verbrecherisch.
Adventmails 2006/06 (Listen aller Art)
5 Sendungen im Fernsehen (Kabel), die ich mag und mir fast immer anschaue:
1.) Zeit im Bild, ORF: Ideale Ergänzung zur täglichen Lektüre der Zeitung „Die Presse“.
2) Das Nachtcafé, SWR: jeden Freitag, 22-23:30 Uhr, Talk-Show auf höchstem Niveau, spannend, menschlich, lehrreich… Die Sendung wird am Samstag um 8:50 wiederholt.
3) Millionenshow, ORF, oder lieber noch: Wer wird Millionär?, RTL: Befriedigte Eitelkeit, Wissbegierde, Ärger, Schadenfreude…
4) Krimis von Donna Leon: traumhaft schöne Aufnahmen der traumhaft schönen Stadt Venedig! (Wenn Tote gezeigt werden, mache ich schnell die Augen zu.)
5) Dancing Stars, ORF: die Sendung, die zu sehen keine meiner Freundinnen zugibt! Flotte Musik, extravagante Kleider, vor allem: Tanz! Psychologisch interessant: Unterschiede zwischen Österreich und Italien (vgl. RAI UNO: „Ballando con le stelle“)
Christa, 74, Pensionistin, Wienerin, Großmutter von 8 Enkeln zwischen 10 und 27