17. Dezember – 8
Das Castel del Monte ist das wohl bekannteste Bauwerk aus der Zeit des Hohenstaufer-Kaisers Friedrich II. in Apulien im Südosten Italiens. Die Festung wurde von 1240 bis um 1250 errichtet, wahrscheinlich aber nie ganz vollendet. Insbesondere der Innenausbau scheint nicht beendet worden zu sein.
Seine Bedeutung erhält Castel del Monte vor allem durch seinen idealtypischen Grundriss als Achteck. Die Räume sind in zwei Geschossen um einen achtseitigen Innenhof angeordnet. Die äußeren Ecken des Oktogons sind wiederum mit acht Türmen (mit ebenfalls achteckigem Grundriss) besetzt, die jeweils mit zwei Seiten in die Mauer eingebunden sind, sodass sechs Seiten freiliegen. Die Festung ist immer noch von weitem sichtbar, sie liegt auf einer Hügelspitze mitten in der kargen Landschaft unweit von Bari.
Das Bauwerk ist voll von Symbolismen und ein Stein gewordener Herrschaftsanspruch. Die Zahl Acht ist in mehrfacher Hinsicht symbolisch bedeutsam. Sie verweist einerseits auf das morgenländische Urbild des achtstrahligen Sternes und symbolisiert damit die Idee des Kaisertums. Das Achteck vermittelt außerdem zwischen dem Quadrat und dem Kreis als den Symbolen der Materie und des Geistes, zwischen Diesseits und Jenseits. Daneben verweist die Zahl Acht darauf, dass nach den sieben Schöpfungstagen der 8. Tag der Tag der Neuschöpfung durch die Auferstehung ist, Acht also der Wiederkunft Christi entspricht, mit der sich der Kaiser in seiner Architektur und deren Zahlensymbolik hier bewusst in Verbindung brachte.
Castel del Monte sieht nicht nur aus wie eine Krone, es ist bewusst als Abbild der Kaiserkrone gedacht, die ebenfalls oktogonal ist. Acht Ecken hat auch die Pfalzkapelle in Aachen, wo der Staufer gekrönt wurde. Angeblich soll der hoch gebildete, mehrsprachige Friedrich II. selber an der Planung beteiligt gewesen sein. Seine einzigartige Form hat kein eindeutiges Vorbild und auch keine Nachfolge gefunden.
Bei der Verfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ hat man sich architektonisch beim Castel del Monte bedient. Es ziert auch die Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze.