Ausstellung 28.5. „Wer hat die Hosen an?“, Weltmuseum Wien

Ich musste erst Pensionist werden, um erstmals das Weltmuseum in der Neuen Hofburg zu besuchen (oder ich war schon dort, kann mich aufgrund meines nachlassenden Gedächtnisses aber nicht mehr erinnern). Allein der Bau – eines der jüngeren Gebäude des bis ins 13. Jht. zurückreichenden Hofburg-Komplexes, die weltweit größte ihrer Art – ist imposant.

In der oberen Etage warf ich noch einige Blicke in die zweite aktuelle Ausstellung
„Der europäische Koran“

Mich interessierte die aktuelle Ausstellung „Wer hat die Hosen an?“ Dieser Titel suggeriert ein Machtgefälle. Und tatsächlich oblag es über Jahrhunderte meist den gesellschaftlich dominierenden Männern, Beinkleider zu tragen, für Frauen galt das als unschicklich und musste von ihnen erst erkämpft werden – anfangs reitend oder auf Bühnen spielend. Und Hosen sind auch ein typisch europäisches Kleidungsstück, auch wenn die älteste gefundene Hose aus Westchina rund 1000 v. Chr. stammt. Indigene in Amerika oder Afrika mussten sich bald den Kleidungsvorstellungen der Kolonialisten aus der Alten Welt beugen.
Die Ausstellung bietet in fünf Räumen eine Vielzahl an Beispielen, wie unterschiedlich Hosen aussehen können: Die Palette reicht vom tangaähnlichen Seidenband der Sumoringer über metallene Harnische der Ritterzeit bis hin zum allgegenwärtigen Denimstoff, aus dem die Jeans dieser Welt geschneidert sind. Und auch konsumkritische Anmerkungen zu den Folgen der heutigen Kleidungs(über)produktion kommen nicht zu kurz.

Via Bildschirm konnte man sich mit bunten Hosen „bekleiden“.

Lange Nacht der Kirchen 23. Mai 2025

Meine erste LNdK ohne die Verpflichtung, über eine der unzähligen Veranstaltungen zu berichten (was diesmal laut Kathpress-Ex-Kollegen schwerer fiel, da nur wenige Programmpunkte in Wien „journalistisch relevant“ seien). Also: Programm nach Lust und Laune.
Ich startete mit „Dreck“, einem vom Katholischen Bildungswerk veranstalteten Einpersonenstück von Robert Schneider („Schlafes Bruder“) aus dem Jahr 1991 über Xenophobie. Es geht um einen arabischen Rosenverkäufer namens Sad (Saddam), der sich auf diese Weise sein Studium finanziert. Er beschreibt sein Leben in einer deutschen Stadt, seine Erfahrungen mit Fremdheit und Verachtung. Sad macht sich demütig zum Sündenbock, übernimmt die absurdesten Vorurteile über „die Ausländer“ und hält dem Publikum damit einen Spiegel vor

Der Rosenverkäufer Sad aus Robert Schneiders Stück „Dreck“

Beim anschließenden Gespräch, moderiert von KAÖ-Vizepräsidentin Kathi Renner, wurde deutlich, dass trotz Hilfsbereitschaft der oft in Pfarren engagierten Anwesenden Fremdheit irritiert. Die 1956 aus Ungarn, 1968 aus der CSSR oder in den 1990ern aus dem zerfallenden Jugoslawien Geflohenen seien „uns doch viel näher als die heutigen Flüchtlinge aus Afghanistan oder Syrien“.
Dann hieß es für mich. „Komm vorbei in Mamas Café!“: Das Social Business im Zwettlerhof/Stephansplatz schafft für Alleinerziehende, die in der St. Elisabeth-Stiftung begleitet werden, Arbeitsplätze im Berufsfeld Gastronomie. Zu meiner Überraschung gab’s dann dort auch eine von meinem Ex-Kollegen Henning Klingen moderierte Diskussion über katholische Bildung bzw. Religionsunterricht mit vorhersehbaren Statements von Fachleuten wie Schulamtsleiterin Andrea Pinz (am Bild ganz rechts). War froh, dass ich darüber nichts mehr schreiben musste und ging vorzeitig ab.

LNdK-Diskussion im neuen Mamas Café

Denn in der Votivkirche war ein A-cappella-Konzert des „V.O.I.C.E Vienna Pop & Jazz Choir“ angekündigt – das leider nicht das hielt, was ich mir davon erwartete. Die Akustik in der riesigen, gut gefüllten neugotischen Kirche war katastrophal, die Darbietung u.a. mit einem Falco-Medley und Filmsongs eher mau.

Chorgesang in der sehr hallenden Votivkirche – nichts für mich

Also ab zur letzten Station: Im kirchlichen Begegnungszentrum „FranZ“ in der Bruno-Marek-Allee wurde unter dem Motto „Anybody out there?“ ein „Streifzug durch die Bibel und die Musik von Pink Floyd“ beworben. Erinnerte mich an einen von mir mitgestalteten Abend der Grazer LaientheologInnen, bei dem Bischof Johann Weber als Gast Popmusik und selbst verfasste Meditationstexte ertragen musste. Im FranZ war eher älteres Publikum präsent, ca. 15 Leute, die in entspannter Haltung Musik aus ihrer Jugendzeit und Perikopen aus dem Alten und Neuen Testament hörten. Eine gelungene Kombination. Muss wieder mal „Dark Side oft the Moon“ und „Wish You Were Here“ hören…

Abschließendes Relaxen zu Pink Floyd und Bibeltexten

Rund 300.000 Besucher bei „Langer Nacht der Kirchen“, vermeldete Kathpress im Anschluss an die schon traditionelle Veranstaltung in ganz Österreich. Geschätzt wie üblich „Daumen mal Pi“.

Theater Wiener Festwochen: Die zweite Frau, der xte Mann

Zugegeben, sie war kurz, meine Theaterkarriere. Genau genommen bestand sie in einem zehnminütigen Probeauftritt, für den ich gerade mal ein Dutzend Sätze zu lernen hatte. Der jedoch barg durchaus Dramatik. Immerhin sagte Pia Hierzegger zu mir und ich zu ihr, dass wir einander lieben, sie sank vor mir auf die Knie, nachdem sie mich mit Nudeln beworfen hatte…
Aber der Reihe nach: Meine Freundin Martina hatte mich auf eine Ausschreibung für die Wr. Festwochenproduktion „The Second Woman“ aufmerksam gemacht, für die Männer unterschiedlichen Alters gesucht wurden. Auch schauspielerisch unbedarfte. „Die australischen Regisseurinnen Nat Randall und Anna Breckon lassen eine Frau mit 100 verschiedenen Männern sowie queeren und nicht-binären Menschen aus Wien nacheinander dieselbe emotionale Beziehungsszene spielen.“ So das Konzept.
Ich meldete mein Interesse an, absolvierte erfolgreich ein Online-Casting und bekam eine Einladung zu einem Probetermin im Wiener Museumsquartier. Das war gestern, am 20. Mai. Dort stellte sich heraus, dass die Probe nicht für mich – und die Dutzenden anderen zu diesem Zweck bestellten Männer – angesetzt war, sondern für Pia Hierzegger. Sie sollte sich auf den Theatermarathon am 28./29. Mai vorbereiten, wenn sie in 24 Stunden mit nur wenigen Pausen 100 andere Männer bespielen sollte. Wir „Probemänner“ wurden nicht mehr gebraucht.
Was ich schade fand. Vor dem Probelauf hieß es, wir könnten gar nichts falsch machen. Profi Pia würde Textunsicherheiten schon „auffangen“, auf Unvorhergesehenes reagieren, wir könnten somit ruhig das Textkorsett lockern und Platz für Improtheater lassen. Ich – eingestellt auf eine Probe vor dem „großen“ Auftritt in der MuQua-Halle E – war durch diese Info in Pfeifdrauf-Stimmung und mit einem Schlag null nervös.
Als ich dran war, stand Pia Hierzegger mit dem Rücken zu mir in einem mit Klebebändern markierten Raum, in dem ein Tisch und zwei Sessel, eine Art Hausbar und eine Kommode mit Musikabspielgerät standen. Auf ein Zeichen der Regisseurin hin „trat ich ein“, entschuldigte mich für mein Zuspätkommen wegen eines Treffens mit meiner Ex-Frau, bei dem anstehende Feste für die erwachsenen Söhne zu besprechen waren – so mein selbst erfundener Einstieg. Pia gab – wie im Skript vorgesehen – die enttäuschte Geliebte mit Sätzen wie „Ich genüge dir nicht“ und „Es macht nichts, dass du mich nicht mehr attraktiv findest“. Was ich der Vorgabe entsprechend abstritt und ihr einen beschwichtigenden Kuss gab. Es folgte ein Zornesausbruch mit meinen mitgebrachten Fastfood-Nudeln, ein halbherziger Tanz zur von Pia aufgedrehten Musik und ihr Schlusssatz „Du gehst jetzt besser!“, zu dem sie mir die 50 vertraglich zugesicherten 50 Euro Aufwandsentschädigung aushändigte.
Ich hatte für meinen Schlusssatz die Wahl zwischen „Ich liebe dich“ und „Ich hab dich nie geliebt“.
Nun ja. Ob es für das Publikum reizvoll wird, sich diese Episode einer Liebessackgasse in 100 Varianten anzusehen, sei dahingestellt. Für spontanen Witz und originelle Abweichungen ist wenig Raum. Frau Hierzegger beneide ich ja nicht darum, ab 18 Uhr am 28. Mai 24 Stunden lang (mit kurzen Pausen) auf der Bühne zu stehen, beim Tanzen zu Boden zu sinken und davor mit Essen zu werfen. Sie fühlte sich bei der Probe schon etwas müde an. Karten gibt es für „The Second Woman““, das auch schon anderswo aufgeführt wurde, übrigens keine mehr.

Science Busters For Kids, 18.4.25, Stadtsaal Wien ****

Eine gemeinsame Unternehmung mit meinen Geburtstagsenkeln Jakob (11 seit 7.4.) und Nathan (9 seit 6.4.), die uns dreien viel Spaß machte: Molekularbiologe Martin Moder und Sich-blöd-Steller Martin Puntigam in einer unterhaltsamen Doppelconference über Staunenswertes aus der Naturwissenschaft. Es gab einen brennenden Unterarm u.a. Extremhitzeexperimente, Informationen über Methan, das als Darmwind entzündbar ist, eine in flüssigen Stickstoff getauchte Rose, deren Blätter danach in 1000 Stücke zersprangen, einen kräftigen Tritt auf eine Tube Senf, deren Inhalt dann meterweit herausspritzte, einen Vorschlaghammerschlaf auf Moders durch Ziegelsteine und Holzbrett geschützten Rumpf und den Tipp, nicht mit einer geballten Faust zuzuschlagen, in der die Finger den Daumen umschließen (Knochenbruchgefahr!) – mit einem Wort: höchst nützliches, alltagstaugliches Wissen, garniert mit viel Humor. Jakob und Nathan haben viel gelacht, die eineinhalb Stunden vergingen schnell.
Gemeinsam Zeit zu verbringen ist für die zweite Generation nach mir und auch für mich ein besseres Geschenk als Bücher und Lego Technik, finde ich. So will ich es weiter halten…

Jochen Malmsheimer, Kabarett, 29.3.25, Stadtsaal Wien *****

Es gibt Kabarettisten, die drucken Wuchteln, als würden sie an der Bar neben einem stehen. Alex Kristan z.B., der das richtig gut macht. Oder Andreas Vitasek, Lukas Resetarits, Roland Düringer. Und dann gibt es Literaten unter den Kabarettisten, die wie der großartige Josef Hader in eine Kunstfigur schlüpfen. Der „literarischste“, den ich bisher erlebte, war der Bochumer Jochen Malmsheimer bei seiner Wien-Premiere im Stadtsaal. Ein Meister der geschliffenen Sprache, ein Formulierungsvirtuose, der seine fremd- und selbstentlarvenden Wortkaskaden in einem Tempo auf das Publikum loslässt, das höchste Konzentration erfordert. Was nahelegt, dass der schwergewichtige Humorist vorliest und dabei sitzt, auch erwartbare Reaktionen der Zuhörerschaft in seinem Text vorausnimmt. Dass Malmsheimer dabei gekonnt verschiedene Rollen und Stimmlagen einnimmt, muss auch für ihn anstrengend sein.
Sein aktuelles Programm betitelt er ironisch mit „Statt wesentlich die Welt bewegt, hab ich wohl nur das Meer gepflügt“. Er gibt seinem unscheinbaren Oeuvre eine Stimme, das unsichtbar für andere an seinem Spitalsbett sitzt, wo er nach einem E-Bike-Unfall traktiert wird. Köstlich, wie Malmsheimer sich als unfreiwillig Sporttreibenden mit viel zu schmalem Hartgummisitz zwischen den Arschbacken beschreibt, in einem Outfit, in dem er nie freiwillig vor die Türe treten würde. Aber es war ja ein Geschenk von der „Einzigsten“… Auch die Sprachlosigkeit heutiger jugendlicher Brünstigkeit („Willste fickn?“) bekommt ihr Fett ab, ebenso das Besserwisserische eines Helmut Schmidt, der steinalt wurde, weil er geraucht hat („Wo Rauch ist, ist auch Feuer“) oder der Textklau durch Künstliche Intelligenz („Wenn man Scheiße noch so lange rührt, kommt kein Marzipan raus“)
Danke, Henning K., für deine Einladung zu dieser marzipanesken, dürnbergerisch bereicherten Abendunterhaltung eines in Österreich zu Unrecht weitgehend Unbekannten!

Jochen Malmsheimer bei einem der wenigen Direktkontakte zum Publikum

Pubquiz, 24.3.25, Café Benno

Meine Pubquizpremiere als Aktiver, nach einer Einladung von Helga G., Boomer-Generation wie ich. Dazu ihr Bruder, ein Endfuffziger, und drei musikaffine Twens. Das ergänzte sich gut, denn dass Jack Niklaus eine inzwischen 85-jährige Golflegende ist, wissen „Alte“ eher als die Jungen, dafür sorgten letztere dafür, dass unser Team namens „Quizsters ofr Mercy“ unter 18 Konkurrent:innen immerhin Platz 4 (erkennen der Songs) bzw. Platz 7 (Wissensfragen) belegte. Die zu jeder der 15 Fragen – darunter eine Scherzfrage, ein Anagramm und eine Schätzfrage – gespielte Musik stammte vorrangig aus der Zeit nach der Jahrtausendwende; fast unlösbar für mich Sixties- und Seventies-Kenner. Dass man aus „subtil ausbrechen“ den gesuchten „Lausbubenstreich“ bilden kann, war dann eine gemeinsam erarbeitete Lösung beim Buchstabenumordnen.
Souverän waren wir Quizsters beim Erkennen von Künstlern und dazugehörigen Stilrichtungen (siehe Foto vom Bildblatt) und beim Benamsen von neuen Regierungsmitgliedern. Nicht erkannt haben wir alle zusammen den Wawel, die Burg von Krakau, auch die Schauspielerin an der Seite von Tom Hanks in der Dan-Brown-Verfilmung „The Da Vinci Code – Sakrileg“; es wäre Audrey Tautou gewesen.

Das Bildblatt zu „Erkennen Sie die Melodie?“

Fazit: Pubquizzen boomt, und es macht Spaß. Mir würde es noch mehr gefallen, wäre die Hinweise auf die Lösung gebende Tracklist musikalisch breiter gestreut. Und vielleicht gäb’s ja – gute Idee, Helga – mal ein Quiz-Angebot speziell für Ältere wie mich…

Ausstellung 3.3.25. „Matthew Wong – Vincent van Gogh. Letzte Zuflucht Malerei“, Albertina *****

Matthew Wong (1984-2019), kanadischer Maler mit chinesischen Wurzeln, empfand sich als Geistesverwandter van Goghs. Beide waren von labiler psychischer Gesundheit, beide waren Autodidakten und hatten manische Arbeitsphasen, in denen ihnen die Malerei als „letzte Zuflucht“ diente. Der durch Suizid ums Leben gekommene Wong orientierte sich stark am flackernden Pinselstrich und auch an der Themenwahl des großen Niederländers. „Ich sehe mich selbst in ihm. Die Unmöglichkeit, Teil dieser Welt zu sein“, schrieb Wong einmal über sein Vorbild.
Vor einigen seiner 44 Gemälde stand ich länger und war beeindruckt von der emotionalen Wucht der dargestellten Einsamkeit, der Verlorenheit, der Lebensmüdigkeit. „See you on the other side“ betitelte Wong sein letztes (?) Bild. Darauf zu sehen. Eine einsame Gestalt, die vor einer leeren weißen Fläche auf ein offenbar ersehntes Gegenüber, ein schon nahes Jenseits blickt

Der einsame Künstler Mattew Wong schuf dieses Bild
kurz vor seinem Suizid

Ausstellung 17.2.25 „Hundert Jahre Radio“, Technisches Museum Wien ***

„Als Österreich auf Sendung ging“, lautet der Untertitel der aktuellen Sonderausstellung im gerade umgebauten TMW. In vier Räumen und auf vielen Hörstationen wird, für Historikerinnen und Techniker interessant, Radiogeschichte ausgebreitet, beginnend mit der ersten Radioansage „Hallo, hallo! Hier Radio Wien auf Welle 530“ im Oktober 1924. Dann weitere Meilensteine österreichischer Zeitgeschichte von Schuschniggs „Gott schütze Österreich“ über die Hitlerrede am Heldenplatz 1938 und Goebbels düsterem Kriegsbericht im Feber 1945 bis hin zu Figls „Österreich ist frei“ 1955 im Belvedere. Danach häufen sich Tondokumente zu weniger gewichtigen Themen wie Schranz‘ Olympiaausschluss 1972, Cortis „Schalldämpfer“ oder Udo Hubers „Die großen 10“. Auf den Vitrinen waren alte Empfangsgeräte wie der „Volksempfänger“ zu sehen, die mich im Fall von tragbaren Radiorekordern an meine Jugend erinnerten…
Eh nett. Aber ein wenig interaktiver hätte man das schon gestalten können. Und ins TMW gehe ich erst wieder, wenn die neuen Ausstellungsflächen fertig sind.

Eingangsbereich des TMW mit aktueller Sonderausstellung

Ausstellung 4.2.25 „Chagall“, Albertina ****

Marc Chagall (1887 – 1985) kenne ich von seinen bemerkenswerten Glasfenstern im Zürcher Münster. Der Surrealist, der nicht so genannt werden möchte, zählt zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts, dessen unverwechselbares Schaffen einen Zeitraum ab 1905 bis in die 1980er-Jahre umspannt. Aufgewachsen in der heute belarussischen Kleinstadt Witebsk als Kind einer orthodoxen jüdisch-chassidischen Arbeiterfamilie blieben die frühen Kindheitserfahrungen des später in Frankreich beheimateten Moische Chazkelewitsch Schagal stets prägend.


Auch wenn ich mit den traum-haften, eigenwilligen Bildern nicht immer was anfangen kann, beeindruckt mich doch, zu welch künstlerischer Eigenständigkeit jenseits gängiger Kunstströmungen manche Meister doch gelangen. Hier male ich – und kann nicht anders, scheinen Chagalls Werke zu sagen. Chapeau!

Chagall malt die Gräueln des Holocaust unter Verwendung des christlichen Kreuzes

Ausstellung 8.1.25 „Rembrandt – Hoogstraten. Farbe und Illusion“, KHM *****

Meine erste Ausstellung als Nutzer der Bundesmuseen-Card führt mich ins Kunsthistorische: Sie veranschaulicht, wie die Kunst Rembrandts nachhaltigen Eindruck auf seinen begnadeten Schüler Samuel van Hoogstraten machte. Beide waren Meister der Illusion, ein Trompe ‚Augenbetrüger“(Trompe-l’œil)-Stillleben Hoogstratens mit täuschend echt gemaltem Rahmen verblüfft auch heute noch, da Fotorealismus dank technischer Hilfsmittel allgegenwärtig ist. Beeindruckend auch die ausdrucksstarken Porträts der beiden Niederländer.
Abseits der Sonderausstellungen gibt es im architektonisch faszinierenden KHM auch sonst viel zu entdecken. Sicher nicht mein letzter Besuch heuer.

Samuel van Hoogstratens barocker „Fotorealismus“