Wienführung für Besserwisser mit Guide Wolfgang Reisinger, 27.9.2025 ******

Wisst Ihr, was ein „Dachhase“ ist? (1) Aus welcher Nation die größte Minderheit in Wien komme? (2) Wie lange es auf Wiens Straßen Linksverkehr gab? (3) Und was bedeutet es, wenn ein Fiaker eine Porzellanfahrt macht? (4) Oder hättet Ihr vermutet, dass bei Beethovens Begräbnis 20.000 Verehrer im damals noch deutlich kleineren Wien mittrauerten, bei Falcos dagegen „nur“ 5.000? Dass der kleine, große Napoleon in der Augustinerkirche eine Enkelin von Kaiserin Maria Theresia heiratete, ohne selbst anwesend zu sein?

Solche Staunen machenden Bildungsschätze erschloss mir und den gut 20 Gästen meiner Geburtstagsführung durch Wien unser Guide Wolfgang Reisinger am Tag nach meinem Jubelfest, dem 27. September. Ich hatte mich im Internet schlau gemacht, wer sowohl Wissenswertes als auch Unterhaltsames bei einem Spaziergang durch die Innenstadt vermitteln könnte – und ich gestehe, meine Recherchen als Redakteur waren nicht immer so ins Schwarze treffend wie diesmal: Wolfgang machte, da waren wir uns einig, einen Superjob. Keine Vorträge an Overtourism-Plätzen, sondern Ratespiele an gut ausgewählten Nischen, bei denen nicht nur die Besserwissenden mit Pez-Zuckerl als Pluspunkten belohnt wurden, sondern auch jene, die witzig-originelle Falschantworten ablieferten. Wie mein jüngster Sohn Fabian, der die Frage nach der Bezeichnung für einen mit Alkohol angereicherten Einspänner-Kaffees schlagfertig „Entspanner“ antwortete.

Wir waren in Gruppen aufgeteilt, die in Plastiktrinkbechern ihre errungenen Pez-Punkte sammelten. Die Route führte von der Albertina über den Schweizerhof und den Graben zum Platz Am Hof. Und dank meiner Mitwissenden Helga, Gaby und Martina hatte meine Gruppe am Schluss die meisten Pezis gehortet. Das wurde von Guide Wolfgang mit dem Buch „99 Fragen zu österreichischen Sehenswürdigkeiten“ belohnt. Nach diesem Geburtstag hab ich jetzt viel zu lesen 😉

Führung „Wien für Besserwisser“, Standort Albertina, ich mit PEZ-Sammelbox

Falls es wen interessiert, über den Startpunkt Albertina habe ich mir Folgendes gemerkt: Der Name des heute international renommierten Museums geht auf ein unter Hochadeligen seltenes Liebespaar zurück: Marie Christine (1742-1798), die Lieblingstochter Maria Theresias, wohnte in dem Gebäude hinter der (erst später errichteten) Oper mit ihrem Gemahl und Cousin 2. Grades, Albert von Sachsen-Teschen. Andere Nachkommen der Kaiserin trafen es nicht so gut wie die beiden Turteltäubchen – obwohl bei ihrer Hochzeit 1766 wegen des Todes des Kaiserinnengemahls Franz Stephan von Lothringen schwarz getragen wurde. Marie Antoinette und andere mussten sich der Heiratspolitik der Habsburger beugen. Albert und Marie Christine wurden zu Begründern der heutigen Kunstsammlung, die nach den Vornamen der beiden Eheleute ALBER- und -TINA benannt ist.

Danke, Wolfgang, für die höchst anregenden 2 Stunden mit dir und die Vermittlung unPEZahlbaren Wissens. Und sehr nett, dass du für die eingestreuten Fragen über das Geburtstagskind zum bisher aufmerksamsten (?) Leser meiner Website wurdest. Übrigens: Wolfgang lässt sich buchen.

(1) scherzhafte Umschreibung für Hauskatze (2) Serbien (3) bis zur Machtergreifung Hitlers 1938 (4)“Sehenswürdigkeiten“ finden sich bei geschlossener Kutsche und betont langsamer Fahrt eher unter dem Rock der mitfahrenden Dame

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