Adventmail 2023/20 (Tiere)

Ich war gerade an der Grenze zwischen Kindergarten und Volksschule, als ich zum ersten Mal mit dem heuer 100-jährigen Disney-Konzern in Berührung kam. Ein Vertreter machte meiner alleinerziehenden Mutter schmackhaft, für mich Knirps ein Micky-Maus-Jahresabo zu lösen und damit Leseförderung zu betreiben. Die 52 Hefte, damals noch in der deutschen Übersetzung der legendären Erika Fuchs (grübel, schluck, zitter, bibber und „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“), gingen leider verloren. Heute betrüge ihr Sammlerwert Tausende Euro.
Lieber als die immer sehr vernünftige (Micky) Maus war mir damals schon und blieb bis heute der cholerische Loser Donald Duck. Von meinem Taschengeld kaufte ich mir noch bis zur Gymnasialzeit die Lustigen Taschenbücher mit Donald und den anderen Enten Dagobert, Daisy und Tick, Trick und Track. Und ich musste schmunzeln, als meine Enkel auf unseren gemeinsamen Urlaubsreisen mit Begeisterung ebenfalls diese Bücher lasen.
Eine weitere Comic-Tierheldin, die ich als Kind liebte, war die Reihe mit der Collie-Hündin „Bessy“, weniger mochte ich die damals auch recht beliebten „Fix & Foxy“-Hefte. Auch den Comics-„Urvater“ Wilhelm Busch und seinen Raben „Hans Huckebein“ fand ich großartig.
Comics aus dem Hause Disney finde ich heute so lala; aber bis heute schätze und sammle ich Graphic Novels als ernst zu nehmendes literarisches Genre. Damit zurück zur Maus: Für Einsteiger:innen und alle, die das noch nicht kennen, empfehle ich wärmstens „Maus. Die Geschichte eines Überlebenden“ (engl.: Maus. A Survivor’s Tale; 1986) von Art Spiegelman. Der dafür mit dem Pullitzer Preis (!) ausgezeichnete Comic-Autor verarbeitet hier die Geschichte seines Vaters, eines polnischen Auschwitz-Überlebenden, und bringt nebenbei auch die eigenen Reaktionen auf dessen schwierigen Charakter zum Ausdruck. Spiegelman weist den Volksgruppen/Nationen dabei Tiergattungen zu: Juden zeichnet er als Mäuse, Deutsche als Katzen, US-Amerikaner als Hunde, Polen als Schweine, um dadurch (und durch das Medium Comic) Abstand zum erzählten Grauen zu wahren.

Adventmail 2023/19 (Tiere)

Nur sein „Spatzi“ machte dem Hochbetagten Probleme. Alle seine anderen Frauen, die Richard Lugner mit Tiernamen bedachte, seien nach wie vor freundschaftlich mit ihm verbunden, sagte der seit heuer 90-Jährige über seine zahlreichen Liebschaften. Die erste hieß „Mausi“; die Ehe wurde nach 16 Jahren geschieden. Was blieb, war Lugners Vorliebe, seinen Partnerinnen Kosenamen aus dem Tierreich zu geben. Es folgten „Hasi“ und „Käfer“, „Bambi“, „Katzi“ sowie „Kolibri“. „Spatzi“ machte Lugner 2014 zu seiner fünften Ehefrau, die Ehe hielt nur zwei Jahre. „Da ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann“, zitierte der Hamburger „Stern“ den Dauergast in deutschsprachigen Klatschspalten und Adabei-Sendungen.
Tiernamen in Liebesbeziehungen und vor allem für Frauen sind keine Seltenheit. Ober-Macho Hugh Hefner nannte seine „Playboy“-Gespielinnen „Kaninchen“, die gerade mal 1,47m große Edith Piaf galt als der „Spatz von Paris“, Ambros besang neben der „Blume aus dem Gemeindebau“ auch eine wenig aussichtsreiche Liebe: „Du bist a leiwaunda Hos, oba mit uns zwaa is‘ hoffnungslos.“
Ich mochte es nie besonders, wenn mich meine Angetraute „Hase“ nannte, muss aber zugeben, dass ich sie selbst manchmal augenzwinkernd „Mäuschen“ oder „Gazellchen“ tituliere. Die „Wirtschaftswoche“ listete vor einigen Jahren die beliebtesten Kosenamen der Deutschen auf. „Baby“ und „Süße/r“ verwiesen dabei „Bär(chen)“, „Maus/i“ und „Hase“ auf die Plätze.
Wem das zu wenig einfallsreich ist: HIER finden sich 140 Vorschläge, wie die/der Liebste benamst werden könnte. Neben Klassikern wie „Liebling“, „Ein und Alles“, „Engel(chen)“ und „Schnucki(putz)“ sind da auch „Fischli“, „Hummelchen“, „Kröte“ oder „Euli“ zu lesen. Oder wie wär’s mit „Spechtler“, „Walrösschen“, „Göserl“ oder „Aali“? Einer liebenden Phantasie sind keine Grenzen gesetzt…

Adventmail 2023/18 (Tiere)

Ich überlege, welche Bücher mit „Tierhelden“ ich bisher schon las. „Krambambuli“ und „Animal Farm“ in der Schule fallen mir ein, Jack Londons „Wolfsblut“, der Katzen-Krimi „Felidae“ und noch bevor das Buch erfolgreich verfilmt wurde: „Schiffbruch mit Tiger“, den „Booker Prize“-Roman von Yann Martel, der mich besonders fesselte.
Es geht darin um eine besondere Episode im „Life of Pi“, so der Originaltitel. Sein Vater ist Zoodirektor in Indien, muss aber aus wirtschaftlichen Gründen nach Kanada auswandern und tut dies mit Familie und dem halben Zoo auf einem japanischen Frachter. Der gerät in einen schweren Sturm, das Schiff kentert und sinkt. Alle kommen um bis auf den jugendlichen Pi, ein Zebra, einen Orang-Utan, eine Hyäne und einen bengalischen Tiger namens „Richard Parker“. Im Rettungsboot kommt es zum Überlebenskampf, den nur Richard Parker und – mit Glück und Einfallsreichtum – Pi überstehen.
Pi und der mit Fischen gefütterte Tiger „arrangieren sich“ und überleben schlecht und recht einige Monate. Sie stranden an einer Insel aus Algen, eine Art Schlaraffenland, auf der es von Erdmännchen wimmelt: Der ausgehungerte Tiger frisst sich an ihnen satt, auch Pi ernährt sich von den süßen Algen, bis er merkt, dass die ganze Insel bei Nacht zur fleischfressenden Falle wird. Es folgt die Flucht beider mit dem Rettungsboot. Nach 227 Tagen auf See landen Pi und Richard Parker an der mexikanischen Küste, letzter verschwindet, „ohne sich umzudrehen“, im Dschungel.
Ein Untersuchungs-Team aus Japan hört sich später diese Geschichte ungläubig an. „Wenn Sie nur wahrhaben wollen, was Sie glauben können, wofür leben Sie dann überhaupt?“, entgegnet ihnen Pi. Auf die Bitte der Besucher hin erzählt er ihnen eine Alternativversion seiner Odyssee, diesmal ohne Tiere: Auf dem Rettungsboot befinden sich nun neben Pi ein französischer Koch, ein Matrose, der sich beim Sturz ins Rettungsboot ein Bein bricht, und Pis Mutter. Es kommt zu Mord, Totschlag und Kannibalismus.
Am Ende seiner Erzählung lässt Pi entscheiden, welches die wahre und bessere Geschichte sei. Über die Wahrheit lasse sich schwer befinden, so die Zuhörer. Die Geschichte mit den Tieren sei aber wohl die bessere. Darauf der religiöse Pi: „Und genauso ist es mit Gott.“
So sehe ich das übrigens auch (und das geht jetzt über Tierisches hinaus). Allen Respekt vor der Überzeugung, dass die Erde nur ein unbedeutendes Staubkorn im All und mit dem Tod alles aus ist. Aber für die „bessere Geschichte“ halte ich eine Sicht auf das Leben und die derzeit so brüchige Welt, die auf einen liebenden Gott setzt, der/die auf jedes „Staubkorn“ seiner/ihrer Schöpfung schaut und alles gut ausgehen lässt. Und zur besseren Geschichte wird so ein Glaube erst recht, wenn er zum Anstoß wird, respekt- und liebevoll mit anderen Menschen, mit Tieren und Pflanzen umzugehen.

Adventmail 2023/17 (Tiere)

„When we look down at the earth from space we see this amazing, indescribably beautiful planet.“ Das sagte der US-amerikanische Astronaut Ronald John Garan Jr. nach seinen Weltall-Aufenthalten ab 2008. Mehr als ein halbes Jahrhundert vor ihm war das erste Lebewesen im All nicht Neil Armstrong, auch nicht Juri Gagarin, sondern die Hündin Laika.
Vor ihr hatten sowohl die Sowjetunion als auch die USA – damals Weltmächte in Konkurrenz um die Vorherrschaft im Weltraum – bereits Erfahrungen mit Tieren in großen Höhen gesammelt. Laika – die streunende Husky-Terrier-Kreuzung wurde auf den Straßen Moskaus aufgegriffen – war das erste, das Anfang November 1957 die Hochatmosphäre verließ und via Rakete (Sputnik 2) in die Erdumlaufbahn gebracht wurde. Bei Tests zeigte sich, dass Hunde die Belastungen am besten verkraften konnten.
Anfangs waren sie noch zu dritt: außer Laika auch die Hündinnen Albina und Muschka. Laika, vom russischen Weltraumexperten Oleg Gasenko ausgewählt und trainiert, bestand die langen und intensiven Tests mit Belastung durch Zentrifugen und Raumnot am besten. Sie wurde an ein besonderes Gel mit hohem Nährwert gewöhnt, das im Weltraum als Nahrung dienen sollte. Und um die Hündin an die kleine Kabine von Sputnik 2 zu gewöhnen, wurde sie bis zu drei Wochen lang in immer kleineren Käfigen gehalten. In der Enge hörte Laika auf, Fäkalien auszuscheiden.
Bereits drei Tage vor dem Start der Mission wurde die Hündin in der Raumkapsel untergebracht. Ihr Körper wurde mit Sensoren versehen, die ihre Körperfunktionen überwachen sollten. Am 3. November 1957 startete die Rakete vom heutigen Kasachstan aus. Während der ersten Minuten nach dem Start zeigten die telemetrisch übermittelten Daten an, dass Laikas Puls auf den dreifachen Wert des Ruheniveaus stieg. Der Herzschlag verlangsamte sich mit Erreichen der Schwerelosigkeit wieder, hoher Stress war aber offenkundig. Nach etwa fünf bis sieben Stunden Flugzeit wurden vom Raumflugkörper keine Lebenszeichen mehr übermittelt. Laika war vermutlich wegen des zu geringen Wärmeschutzes einen Hitzetod gestorben.
Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Die Mission gilt dennoch als Erfolg, denn die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten letztlich die erste bemannte Raumfahrt mit Kosmonaut Gagarin. Oleg Gasenko äußerte sich 1998 – Jahre nach der sowjetischen Informationssperre wegen der Kritik an Tierversuchen im Westen – öffentlich zu Laikas Tod: „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr tut es mir leid. Wir haben durch die Mission nicht genug gelernt, um den Tod des Hundes zu rechtfertigen.“
Wie auch immer – Laika wurde eine Berühmtheit. Im Zuge des US-Space-Programms „Opportunity“ wurde ein Stückchen Marsboden nach ihr benannt; ab 1987 gab es eine finnische Rock-Band namens „Laika & The Cosmonauts“; Romancier Heinrich Steinfest erzählte 2020 „Der Chauffeur“ von der Rückkehr Laikas auf die Erde. Und auch in Moskau erinnert seit 1997 eine Gedenktafel an Laika – obwohl ihr Name auf Deutsch etwas despektierlich „Kläffer“ bedeutet…

Adventmail 2023/16 (Tiere)

Mein ältester Enkel Gabriel ist seit heute elf. Vielleicht das beste Alter, um sich alles Mögliche und Unmögliche aus dem jährlich erscheinenden Guinness-Buch der Rekorde zu merken. Gabriel ist Spezialist dafür und stand mir für dieses Mail über Rekorde aus der Tierwelt beratend zur Seite.

  • Dass der Gepard das schnellste Landtier mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h ist, mag vielen noch geläufig sein. Aber dass es einen Fisch gibt, der diese Raubkatze noch übertrifft, verblüfft wohl nicht nur mich: Der Marlin hält mit dem Fächerfisch den Geschwindigkeitsrekord im Wasser: Beide sollen bis zu 110 km/h erreichen. Schnellstes Tier überhaupt ist ein Vogel: Auf seinen Sturzflügen erreicht der Wanderfalke eine Geschwindigkeit von mindestens 180 km/h.
  • Die meisten würden wohl das größte Tier der Erde unter den Dinosauriern vermuten. Doch auch wenn wir nicht mit Sicherheit sagen können, wie groß diese urzeitlichen Giganten wirklich waren, kommt vermutlich keiner an den Blauwal heran. Mit einem Körper länger als ein Eisenbahnwagen (33 Meter) und einem Gewicht von 33 Elefanten (100-180 Tonnen) ist der Blauwal das größte und schwerste Tier, das je auf der Erde gelebt hat.
  • Die Seewespe, eine vor allem im Indopazifik vorkommende Quallenart, gilt als giftigstes Tier der Welt. Mit dem Gift ihrer vielen Nesselzellen könnte sie 250 Menschen töten. Viel gefährlicher für Menschen die Stechmücke. Denn sie überträgt zahlreiche Krankheiten überträgt wie Malaria, Enzephalitis und Gelbfieber, an denen geschätzte 700 Millionen Menschen jährlich erkranken und 725.000 sterben.
  • Die Stärksten im Tierreich sind Afrikanische Elefanten. Sie entwurzeln ohne größere Anstrengung Bäume, um an die frischen Blätter zu kommen. Allein der Rüssel eines Elefanten ist stark genug, um einen Baumstamm zu tragen. Verglichen mit seiner Größe ist ein anderer aber noch viel stärker: Der Stierkopf-Dungkäfer rollt zwar keine Mistkugel wie der Skarabäus, aber er kann Dinge ziehen, die mehr als 1000-mal schwerer sind als er selbst.
  • In der Nähe von Brüllaffen möchte man lieber nicht leben, Das Gebrüll der Männchen, mit dem sie in Süd- und Mittelamerika Weibchen anlocken, ist noch in fünf Kilometern Entfernung zu hören und entspricht mit bis zu 100 Dezibel einem Presslufthammer aus zehn Metern Entfernung. Sogar 188 Dezibel laut, aber wegen ihrer Tiefe für menschliche Ohren kaum wahrnehmbar, sind die rhythmischen Laute der Blauwale. Ihre Rufe sind für Artgenoss:innen im Meerwasser bis zu 800 Kilometer weit zu hören.
  • Das Wirbeltier mit der längsten Lebenserwartung wird erst mit 150 Jahren geschlechtsreif. Der Grönlandhai lebt im eiskalten Nordatlantik bzw. nördlichen Polarmeer, wo sich diese Fische nur langsam bewegen und auch nur langsam wachsen. Die ältesten gefundenen Tiere waren weit über fünf Meter lang und 400 Jahre alt. In der antarktischen Tiefsee entdeckten Forscher:innen einen zwei Meter hohen, vasenförmigen Riesenschwamm, den sie auf 10.000 Jahre alt schätzten.

Adventmail 2023/15 (Tiere)

Heute ein wirklich ausgefuchstes Rätsel: In diesem Adventmail habe ich Dutzende Vertreter:innen der Fauna „versteckt“. Ihr sollt herausfinden, welche und wie viele. Um es euch nicht zu leicht zu machen, gilt: Satz- oder Leerzeichen zwischen den Buchstaben sollt ihr nicht beachten. Ziemlich gefinkelt, nicht? Vielleicht gelingt’s ja paarweise eher, den Test zu bestehen… und wer nicht alle findet, muss nicht vor Scham sterben. (Die Lösung präsentiere ich in 3 Tagen; bis dahin eure heißen Tipps bitte als persönliche Nachricht an mich)
Es begann wie in einem Schundroman: Walter Haiders Wunsch, lange bevor er als Pastor Chorleiter in Kalifornien wurde, war es, nach Las Vegas zu fahren. Im Casino trug er eine eigelbe Krawatte und rote Schmuckuhr und kiebitzte erst mal am Pokertisch, Wein aus der DAC-Kellerei in der Hand statt wie sonst ein Glas Radler und schon leicht betrunken. Greta pirschte sich aufgeganselt an ihn heran, spechtelte in Walters Karten. Der war nicht gleich Feuer und Flamme, halb freute, halb ärgerte er sich. „Ich ahne, was jetzt kommt“, dachte er. „Mein Lieber“, flüsterte die gamsige Greta, „ich hab ein Abo an der Bar. Komm, wir gehen nebeneinander ins Séparée und sind bald pudelnackt.“ Und: „Ich hab hier ein Unikat“, zeigte sie auf ihren Hintern. „Baby, Aktion ist angesagt.“ Wie kann frau nur so frech sein? Ach, diese Leidenschaft!
Walter spitzte ihr rattenscharf ins Dekolleté, bereit, noch am selben Abend zu vögeln. Doch seine Lust endete abrupt (was eben noch gilt, ist oft bald passé): Es kam Elfriede, die er vom Vorabend kannte. „Gestern warst du noch Raumausstatter aus OÖ“, schimpfte sie barsch. „Hallo, kapierst du’s nicht? Du hurst hier herum?! Denk an den Attersee, ans Augebiet und ans Segelsetzen. Sei parat, sonst hast du‘s verbockt!“ Gefahr in Verzug, wie selbst Walter flott erkannte. Elfis Papa geisterte auch herum, bereit, den Dolm zu erdrosseln. Der rief: Alk-Einfluss!“ und sagte aalglatt: „Ich weiß, hab keinen Applaus verdient, aber auch nichts verbrochen. Ich hab die Gerti gern …- ich mein: die Elfi. Lasst mich einen Schwur machen, das pinnen wir uns an die Wand: Damit wir nicht länger mit der Qual leben, sehen wir uns Berkeley an!“


Die Lösung: Es sind insgesamt 70 Tiere!
Im ersten Absatz: Fuchs Elch Fink Aar Ente Hamster Tiere Reh
Im zweiten Absatz: Hund Hai Wal Schlange Storch Ren Igel Kuh Kiebitz Schwein Dackel Adler Unke Tapir Gans Specht Lamm Bär Hahn Eber Gams Boa Henne Pudel Katze Yak Echse Esel Schaf
Im dritten Absatz: Spitz Ratte Amsel Vögel Ochse Iltis Kamel Rabe Maus Barsch Okapi Uhu Natter Sau Egel Gelse Ara Bock Wiesel Otter Papagei Olm Drossel Falke Aal Laus Rochen Tiger Wurm Ur Spinne Qualle Sberk(=Krebs, der bekanntlich verkehrt rum läuft😉)
Eine besonders motivierte Rätselfreundin fand ALLE Tiere und sogar noch eins mehr (Ren) als ich meinte, versteckt zu haben. Und sie fügte noch einen Vorschlag für einen “10-Tiere-Schluss” hinzu:
Rasch wankte er heimwärts mit schlaffen Beinen unter viel Sternenhimmel und dachte noch: “Ob Greta und Elfi nicht dasselbe wollen? Vielleicht starte ich echt mit beiden was…?”, und am Sofa sank er in den Schlaf… (Schwan Affe Elster Imme Delfin Assel Star Hecht Fasan Rind – CHAPEAU, Claudia!)

Adventmail 2023/14 (Tiere)

Jetzt sind Kathi und Susi tot. Aber über viele Jahre waren die beiden Katzen meines Vaters Rudolf und seiner Frau Inge Fixpunkte, wenn ich regelmäßig anlässlich der Pastoraltagung zu ihnen auf Besuch nach Salzburg kam. Sie gehörten dort zum Inventar … – nein, viel mehr als das: Ich hatte oft den Eindruck, als wären SIE die Regentinnen im Haus, deren Bedürfnisse Vorrang vor jenen der „Dosenöffner“ hatten.
So merkte ich z.B., dass es meinen Gastgebern nicht ganz recht war, wenn ich mich auf dem mit einem Lammfell versehenen Schaukelstuhl im Wohnzimmer niederließ. Aber es schien ihnen doch zu peinlich zu sein, mir zu sagen, dass dies doch der gewohnte Platz von Kathi (oder war es Susi? egal) sei. Aus dem Gästezimmer waren die Katzen spätabends, wenn absehbar war, dass dieses in der Nacht von einem unerwünschten Fremdling besetzt würde, nicht leicht zu vertreiben. Schon davor waren sie auf den Esstisch gehüpft, um zu begutachten, was denn da serviert wird – für mich ein No-go, aber offenbar nicht in Rudis Haus, auch wenn er die Katzen mit entschuldigendem Blick auf mich vom Tisch nahm.
Ich bring’s auf den Punkt: Kathi/Susi und ich – wir nervten einander. Das „Jo, bist d‘ scho wieda hungrig?“ als Reaktion auf babyähnliches Katzengeschrei, die Kratzspuren an Tapeten und Polstermöbel, das ganze Gschistigschasti um ach so putzige Waschgesten, Schnurrgeräusche oder „Sich-einen-Schlafplatz-in-der-Decke-auf-meinem-Vater-zurechttreten“ ließ mich die Augen verdrehen.
Nein, Katzenliebhaber werde ich keiner mehr. Und das nicht nur, weil ein Test vor Jahren eine leichte Allergie auf Katzen ergab. Eher schon, weil ich einmal eine Freundin mit einer eifersüchtigen Katze hatte – die aus Protest das Hochbett „markierte“, auf dem wir uns nachts niederließen. Den ekligen Geruch hab ich heute noch in der Nase.
Wie auch immer, Kathi und Susi sind nach fast zwei Jahrzehnten in die Ewigen Mäusejagdgründe eingegangen. Und Rudolf (82) und Inge (81) fühlen sich zu alt, um nochmals Katzen anzuschaffen. So wie es aussieht, werde ich vor meiner Pensionierung noch EIN Mal, im kommenden Jänner, von der Pastoraltagung berichten und dies mit einem katzenfreien Besuch bei beiden verbinden.

Adventmail 2023/13 (Tiere)

Nicht genug, dass ich mit dem Heiligen Geist theologisch so meine Probleme habe (Reicht nicht ein Gott? Braucht’s für dessen liebevolle, ermutigende Energie und Weisheit eine eigene göttliche Person?) – er muss auch noch meist in Form einer Taube dargestellt werden. Ausgerechnet.
Für einen Großstadtmenschen wie mich sind diese zu Recht mit einem Fütterungsverbot belegten, kopfwippenden, schon in aller Herrgottsfrüh vorm Fenster gurrenden, denkmalbescheißenden „Ratten mit Flügeln“ (Woody Allen) ein Ärgernis.
Ok, die Apostelgeschichte im Neuen Testament spricht auch von „Zungen, zerteilt wie von Feuer“, in denen sich Gottes Geist auf alle Anwesenden setzt. Und bei Johannes ist vom Geist als dem lebendigen Wasser (Joh 7,37f) die Rede. Die Taube geht auf die Schilderung der Taufe Jesu bei Matthäus zurück: „Wie eine Taube“ sei der Geist Gottes auf Jesus herniedergekommen (Mt 3,16).
Der Vogel stehe dabei für ein Geschehen zwischen Himmel und Erde, weisen Theolog:innen hin. Wer die Hebräische Bibel kennt, denkt an die Erzählung von Noah: Er sendet laut Genesis eine Taube von der Arche aus, die zur Überbringerin der frohen Botschaft von der Bewohnbarkeit der Erde und damit Verkünderin des Friedens zwischen Gott und den Menschen wird. Sie schaffe als Opfertier, welches als „rein“ gilt, eine Verbindung zur himmlischen Sphäre, heißt es. Und dass die Brieftaube als Übermittlerin von (Froh-)Botschaften verlässlich ihren Weg zum Ziel findet, lege ebenfalls das Bild der Taube als Analogie des Heiligen Geistes nahe.
Dennoch: Der Spiritus Sanctus braucht statt der Taube ein anderes Symboltier. Eines, das in Krisenzeiten Hoffnung gibt – wie der Phönix? Oder für Beharrlichkeit und Resilienz steht – wie die Küchenschabe? Oder der Verborgenheit Gottes entspricht – wie der Chinesische Flussdelfin? Nein, zu altgriechisch, zu abstoßend, zu ausgestorben… vielleicht doch lieber Friedenstauben.

Auf unzähligen Glasfenstern: der Heilige Geist in Gestalt einer Taube

Adventmail 2023/12 (Tiere)

Das teuerste Tier Österreichs kommt mit einem 25,1 mal 22,6 cm großen „Gehege“ aus. Es hat ein flauschiges Fell in verschiedenen Braun- und Grautönen bis zum getrübten Weiß und ist extrem scheu: Sein Besitzer zeigt es nur alle fünf Jahre bzw. bei ganz besonderen Anlässen einer staunenden Öffentlichkeit – und dies geschieht nach Absprache mit dem Bundesdenkmalamt.
Die Rede ist von Albrecht Dürers Aquarell „Feldhase“, das dank der Sammelleidenschaft des Habsburgerkaisers Rudolf II. heute – wie auch andere großartige Werke der Naturbeobachtung des Meisters aus Nürnberg („Betende Hände“, „Das große Rasenstück“, „Flügel einer Blauracke“) – in Österreich, in der Albertina, zu bewundern ist. Dürer malte den Hasen 1502, als mit der Renaissance auch das Interesse an exakter Naturnachbildung neu erwachte und damit der malerische Realismus aufkam. Der „Dürer-Hase“ begeisterte schon zu seiner Entstehungszeit. Die Vielzahl der 13 Kopien und Paraphrasen belegen jedoch nur die unerreicht hohe Qualität des Originals.

Dürers Feldhase in der Albertina – Österrteichs teuerstes Tier

Eine Besonderheit liegt nicht im Auge des Betrachters, sondern des Hasen: Denn darin spiegelt sich ein Fensterkreuz. Damit deutet Dürer an, dass sich das Tier im Haus befindet und es praktisch auszuschließen ist, dass der damals 30-Jährige einen lebenden Feldhasen gezeichnet und gemalt hat.
Nach seinem Tod 1528 blieb das Aquarell drei Generationen lang im Familienbesitz. Ein Enkel verkaufte das kostbare Erbe in den 1570er-Jahren an Kardinal Antoine Perrenot de Granvella, der im Dienst der spanischen Habsburger stand. Rudolf II. erwarb den Feldhasen danach zusammen mit 250 weiteren Arbeiten Dürers und gibt damit bis heute Anlass, der verlorenen Größe des Hauses Österreich nachzutrauern, das heute mehr bedeutende Kunst restituieren muss, als es erwerben kann.
Ich bin schon mindestens zweimal fasziniert vor dem Feldhasen gestanden und hab die feinen Pinselstriche Dürers bewundert. Es war wohl eine Kopie des Meisterwerks, denn das Original ist in der Albertina bis wenige Ausnahmen nicht zu sehen.

Adventmail 2023/11 (Tiere)

Blöder Hund/Affe. Dumme Gans/Kuh. Du Esel/Kamel/Rindviech. Spatzenhirn, „bei dir piept’s wohl“… es gibt viele Beleidigungen, die auf die angebliche Dummheit von Tieren Bezug nehmen. Dabei ist die Intelligenz von Tieren seit langem ein Thema der Forschung. Obwohl einige Tierarten offensichtlich und sprichwörtlich klug (Fuchs, Eule) sind, neigen Menschen dazu, die Fähigkeiten anderer Arten zu unterschätzen.
Ein Grund, warum Tieren die Klugheit abgesprochen wird, ist die Art und Weise ihrer Messung. Viele Tests, die zur Beurteilung der Intelligenz von Tieren durchgeführt werden, waren oder sind allzu menschenorientiert und basieren auf Fähigkeiten wie Sprache und abstraktem Denken. Wenn Tiere an solchen Tests „scheitern“, werden sie oft als dumm oder unterbemittelt abgestempelt. Tiere haben jedoch ihre eigenen spezifischen Fähigkeiten und sind in ihrer Umgebung durchaus lebenstüchtig, also „intelligent“. Zum Beispiel können Eichhörnchen und Vögel Nahrung verstecken, um sie später zielsicher zu finden, Affen und Raben können Werkzeuge herstellen und verwenden, um Nahrung zu bekommen, können einander necken und täuschen.
Menschen haben die Fähigkeit, komplexe Gedanken und Ideen durch Sprache auszudrücken, was es ihnen ermöglicht, ihre Intelligenz und ihr Wissen mit anderen zu teilen. Tiere haben keine so hochdifferenzierte Sprache und sich nicht auf die gleiche Weise ausdrücken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht in der Lage sind, komplexe Probleme zu lösen oder sich an neue Situationen anzupassen. Tiere nutzen andere Formen der Kommunikation, wie Körperhaltung, Mimik und Geruch, um miteinander zu interagieren und Informationen auszutauschen.
Ein Faktor, der dazu beiträgt, dass Tieren oft unterschätzt werden, ist die menschliche Arroganz. Menschen haben eine lange Geschichte der Dominanz über andere Arten und betrachten sich oft als Krone der Schöpfung. Es gilt anzuerkennen, dass Tiere auf ihre eigene Weise intelligent sind und ihre Fähigkeiten für ihr Überleben und ihre Anpassung an ihre Umgebung von großer Bedeutung sind.