Adventmail 2023/14 (Tiere)

Jetzt sind Kathi und Susi tot. Aber über viele Jahre waren die beiden Katzen meines Vaters Rudolf und seiner Frau Inge Fixpunkte, wenn ich regelmäßig anlässlich der Pastoraltagung zu ihnen auf Besuch nach Salzburg kam. Sie gehörten dort zum Inventar … – nein, viel mehr als das: Ich hatte oft den Eindruck, als wären SIE die Regentinnen im Haus, deren Bedürfnisse Vorrang vor jenen der „Dosenöffner“ hatten.
So merkte ich z.B., dass es meinen Gastgebern nicht ganz recht war, wenn ich mich auf dem mit einem Lammfell versehenen Schaukelstuhl im Wohnzimmer niederließ. Aber es schien ihnen doch zu peinlich zu sein, mir zu sagen, dass dies doch der gewohnte Platz von Kathi (oder war es Susi? egal) sei. Aus dem Gästezimmer waren die Katzen spätabends, wenn absehbar war, dass dieses in der Nacht von einem unerwünschten Fremdling besetzt würde, nicht leicht zu vertreiben. Schon davor waren sie auf den Esstisch gehüpft, um zu begutachten, was denn da serviert wird – für mich ein No-go, aber offenbar nicht in Rudis Haus, auch wenn er die Katzen mit entschuldigendem Blick auf mich vom Tisch nahm.
Ich bring’s auf den Punkt: Kathi/Susi und ich – wir nervten einander. Das „Jo, bist d‘ scho wieda hungrig?“ als Reaktion auf babyähnliches Katzengeschrei, die Kratzspuren an Tapeten und Polstermöbel, das ganze Gschistigschasti um ach so putzige Waschgesten, Schnurrgeräusche oder „Sich-einen-Schlafplatz-in-der-Decke-auf-meinem-Vater-zurechttreten“ ließ mich die Augen verdrehen.
Nein, Katzenliebhaber werde ich keiner mehr. Und das nicht nur, weil ein Test vor Jahren eine leichte Allergie auf Katzen ergab. Eher schon, weil ich einmal eine Freundin mit einer eifersüchtigen Katze hatte – die aus Protest das Hochbett „markierte“, auf dem wir uns nachts niederließen. Den ekligen Geruch hab ich heute noch in der Nase.
Wie auch immer, Kathi und Susi sind nach fast zwei Jahrzehnten in die Ewigen Mäusejagdgründe eingegangen. Und Rudolf (82) und Inge (81) fühlen sich zu alt, um nochmals Katzen anzuschaffen. So wie es aussieht, werde ich vor meiner Pensionierung noch EIN Mal, im kommenden Jänner, von der Pastoraltagung berichten und dies mit einem katzenfreien Besuch bei beiden verbinden.

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