„When we look down at the earth from space we see this amazing, indescribably beautiful planet.“ Das sagte der US-amerikanische Astronaut Ronald John Garan Jr. nach seinen Weltall-Aufenthalten ab 2008. Mehr als ein halbes Jahrhundert vor ihm war das erste Lebewesen im All nicht Neil Armstrong, auch nicht Juri Gagarin, sondern die Hündin Laika.
Vor ihr hatten sowohl die Sowjetunion als auch die USA – damals Weltmächte in Konkurrenz um die Vorherrschaft im Weltraum – bereits Erfahrungen mit Tieren in großen Höhen gesammelt. Laika – die streunende Husky-Terrier-Kreuzung wurde auf den Straßen Moskaus aufgegriffen – war das erste, das Anfang November 1957 die Hochatmosphäre verließ und via Rakete (Sputnik 2) in die Erdumlaufbahn gebracht wurde. Bei Tests zeigte sich, dass Hunde die Belastungen am besten verkraften konnten.
Anfangs waren sie noch zu dritt: außer Laika auch die Hündinnen Albina und Muschka. Laika, vom russischen Weltraumexperten Oleg Gasenko ausgewählt und trainiert, bestand die langen und intensiven Tests mit Belastung durch Zentrifugen und Raumnot am besten. Sie wurde an ein besonderes Gel mit hohem Nährwert gewöhnt, das im Weltraum als Nahrung dienen sollte. Und um die Hündin an die kleine Kabine von Sputnik 2 zu gewöhnen, wurde sie bis zu drei Wochen lang in immer kleineren Käfigen gehalten. In der Enge hörte Laika auf, Fäkalien auszuscheiden.
Bereits drei Tage vor dem Start der Mission wurde die Hündin in der Raumkapsel untergebracht. Ihr Körper wurde mit Sensoren versehen, die ihre Körperfunktionen überwachen sollten. Am 3. November 1957 startete die Rakete vom heutigen Kasachstan aus. Während der ersten Minuten nach dem Start zeigten die telemetrisch übermittelten Daten an, dass Laikas Puls auf den dreifachen Wert des Ruheniveaus stieg. Der Herzschlag verlangsamte sich mit Erreichen der Schwerelosigkeit wieder, hoher Stress war aber offenkundig. Nach etwa fünf bis sieben Stunden Flugzeit wurden vom Raumflugkörper keine Lebenszeichen mehr übermittelt. Laika war vermutlich wegen des zu geringen Wärmeschutzes einen Hitzetod gestorben.
Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Die Mission gilt dennoch als Erfolg, denn die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten letztlich die erste bemannte Raumfahrt mit Kosmonaut Gagarin. Oleg Gasenko äußerte sich 1998 – Jahre nach der sowjetischen Informationssperre wegen der Kritik an Tierversuchen im Westen – öffentlich zu Laikas Tod: „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr tut es mir leid. Wir haben durch die Mission nicht genug gelernt, um den Tod des Hundes zu rechtfertigen.“
Wie auch immer – Laika wurde eine Berühmtheit. Im Zuge des US-Space-Programms „Opportunity“ wurde ein Stückchen Marsboden nach ihr benannt; ab 1987 gab es eine finnische Rock-Band namens „Laika & The Cosmonauts“; Romancier Heinrich Steinfest erzählte 2020 „Der Chauffeur“ von der Rückkehr Laikas auf die Erde. Und auch in Moskau erinnert seit 1997 eine Gedenktafel an Laika – obwohl ihr Name auf Deutsch etwas despektierlich „Kläffer“ bedeutet…