Adventmail 2007/14 (Countdown 24-1)

14. Dezember – 11
„Die elf Gebote“ heißt eine recht erfolgreiche Geschichtensammlung von Norbert Silberbauer, einem 1959 in Eggenburg geborenen und jetzt in Ober-Retzbach lebenden Weinviertler Schriftsteller. Die von schwarzem Humor geprägten Geschichten ranken sich um die Zehn Gebote – und um ein elftes. Es wird gelogen und betrogen, gemordet und gestohlen, es geht also zu wie im Alten Testament. Oder wie eben in so ziemlich jeder Gesellschaft.
Silberbauer erzählt von einem leidenden Sprachpuristen, der ständig mit den grammatikalischen Fehlern seiner Umwelt konfrontiert ist. Und von einem scheinheiligen Mesner, der sich nach seinem Tod von Gott verraten und verlassen fühlt und nun seiner Kritik an Kirche und Religion im Allgemeinen und seinem Hass auf die Sonntage im Besonderen freien Lauf lässt. Wir lesen von einem verzweifelten Autor auf der Frankfurter Buchmesse, der unbeachtet bleibt – bis zu einem peinlichen Skandal, der ihn zum gefeierten Helden seiner Träume macht. Oder: Auf der Hochzeit der schwangeren Religionslehrerin Maria erinnert sich einer der Gäste schwermütig an seine eigene Beziehung mit der Braut zurück, getragen von einer Erotik, die vor allem von Entsagung bestimmt war, eine Beziehung, die ihn zunächst impotent macht für weitere.
Alle Geschichten bauen auf einem der Gebote auf, verletzen es oder führen es ad absurdum, indem sie es mehr als wörtlich nehmen, bestätigen es, indem seine Missachtung ins Verderben oder stellen es infrage, indem seine Beachtung zu gar nichts führt. Immer wiederkehrende Motive sind Einsamkeit, sexuelle Probleme oder der Kampf um Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung.

    Norbert Silberbauer. Die elf Gebote. Droemer/Knaur-Taschenbuch 2004. 238 Seiten.

    Adventmail 2007/13 (Countdown 24-1)

    13. Dezember – 12
    Heute 12 Fragen zu den 12 Aposteln:
    1.) Was ist ein Apostel?
    In den Evangelien des Neuen Testaments wird berichtet, dass Jesus unter seinen Jüngern „zwölf Apostel“ (von griech. „Apostolos“, Gesandter) auswählte, kurz auch „die Zwölf“ genannt. Ihre Aufgabe war es, den Glauben im Sinne Jesu zu verbreiten und zu bewahren.
    2.) Und warum gerade 12?
    Diese Zahl lehnt sich an den zwölf Stämmen Israels an.
    3.) Und es gab wirklich nur 12 Apostel?
    Die in den Evangelien überlieferten Namenslisten geben kein einheitliches Bild darüber ab. Das Matthäus- und das Markusevangelium listen von den Namen her zwar identische Apostel auf. Bei Lukas kommt statt Thaddäus aber Judas, ein Jakobusbruder, vor. Im Johannesevangelium scheint eine Namensliste gar nicht auf.
    4.) Hieß es nach dem Ausscheiden des Judas aus dem Apostelkreis: Da waren’s nur noch elf?
    Aber nein: Statt dem Verräter Judas Iskariot wurde nach Christi Himmelfahrt Matthias als einer der Zwölf nachgewählt.
    5.) Also Anzeichen von Demokratie in der Urkirche?
    Nun ja, nicht wirklich: Die Entscheidung fiel durch das Los. Also eine Art Gottesurteil.
    6.) Wie konnte man Apostel werden?
    Der Bericht über die Wahl des Matthias in der Apostelgeschichte nennt die Voraussetzungen, die ein Mitglied der apostolischen Zwölfergruppe spätestens zu dieser Zeit (also ca. 80/90 n.Chr.) zu erfüllen hatte: „Das muss einer von den Männern sein, die mit uns (den anderen Zwölfen) gewesen sind in all der Zeit, in der der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, und zwar von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, an dem er aufgenommen wurde.“
    7.) War Paulus also gar kein Apostel?
    Der „Völkerapostel“ Paulus erfüllte die genannte Bedingung nicht, er hatte Jesus nie zu dessen Lebzeiten kennengelernt. Doch war zur Zeit des Paulus der Begriff „Apostel“ noch nicht exklusiv für „die Zwölf“ reserviert, sodass in seinen Schriften und den mit Paulus zusammenhängenden Bibelstellen (in der Apostelgeschichte) die Bezeichnung „Apostel“ wesentlich großzügiger verwendet wurde.
    8.) Gab es auch Apostelinnen?
    Im Neuen Testament wurden z.B. Barnabas und Paulus als Apostel bezeichnet, Andronikus und – zur Freude aller feministisch bewegten und lange als Mann „umgedeutet“ – die Frau Junia. Und die drei Frauen, die am Ostermorgen auf dem Weg zum Grab zuerst die Kunde der Auferstehung erhielten, werden in der frühchristlichen Tradition immer wieder als „Apostelinnen der Apostel“ bezeichnet. Vor allem Maria Magdalena, offenbar eine besondere Vertraute Jesu.
    9.) War Maria Magdalena die Geliebte Jesu?
    Also das gehört jetzt wirklich nicht hierher!
    10.) Was unterscheidet Jünger von Aposteln?
    „Jünger“ ist im Neuen Testament generell weiter gefasst (der Begriff übersetzt das griechische Wort „mathetai“ (Schüler/Lehrlinge). Ihre Zahl wird mit 70 bzw. 72 beziffert, andere Stellen lassen sogar eine noch größere Anzahl vermuten. Und darunter fanden sich unbestritten auch etliche Frauen: Maria und Martha, die Schwestern des Lazarus, Lydia und Tabita.
    11.) Gibt es heute noch Apostel?
    Nach katholischer Auffassung setzt sich in den (mehreren tausend) Bischöfen die Lehr- und Leitungsvollmacht fort, die Jesus den zwölf Aposteln übertrug. In einer ununterbrochenen „Reihe der Handauflegungen“ (Apostolische Sukzession) seien alle heutigen Bischöfe mit den Aposteln verbunden. Den obersten Dienst der Einheit hat nach katholischem Glauben der Bischof von Rom (=Papst) als Amtsnachfolger des Petrus.
    He, das waren erst 11! Da fehlt noch eine 12. Frage!!
    Äh… ahja… schluck … also gut:
    12.) Warum wird Schurl Znidaritsch aus dem 12. Hieb eigentlich auch Apostel genannt?
    Hier liegt wahrscheinlich ein Hörfehler vor: Georg Znidaritsch aus Wien-Meidling ist Briefträger, also „a Postler“.

    Adventmail 2007/12 (Countdown 24-1)

    12. Dezember – 13
    „Triskaidekaphobie“ ist die irrationale Furcht vor der Zahl 13. Menschen mit dieser Phobie meiden Räume, Stockwerke oder allgemein die Zahl 13, die in vielen Kulturen als Unglückszahl gilt. Dieser weit verbreitete Aberglaube geht so weit, dass in Gebäuden oftmals der 13. Stock „fehlt“ bzw. nicht ausgeschildert wird. In Flugzeugen wird öfters die 13. Sitzreihe in der Nummerierung ausgelassen. Auch in Krankenhäusern wird auf ein Zimmer Nr. 13 verzichtet.
    Der dreizehnte Tag eines Monats gilt in westlicher Tradition als Unglückstag, besonders wenn er auf einen Freitag fällt. Als mögliche Herkunft gilt der Verrat des Judas Ischariot, da er der dreizehnte Anwesende beim letzten Abendmahl war und der Tod Christi auf einen Freitag fiel (Karfreitag).
    Im Tarot ist die 13 dem Tod (La Mort) zugeordnet. „Der Dreizehnte“ ist auch ein Synonym für den Teufel.
    Sportler sind unterschiedlich triskaidekaphobisch: Im Formel-1-Motorsport wird seit jeher auf die Startnummer 13 verzichtet; Michael Ballack dagegen hat bei jedem Verein, für den er gespielt hat, wie auch in der Nationalmannschaft, stets das Trikot mit der Nummer 13 getragen.
    Dass Glück UND Unglück zur 13 passt, weiß ich aus eigener Erfahrung: Ich hab an einem 13. (kirchlich) geheiratet – und 17 Jahre später an einem 13. die Scheidung eingereicht.

      Adventmail 2007/11 (Countdown 24-1)

      11. Dezember – 14
      Die 14 ist eine spannende Zahl mit vielen Bezügen zum Geistesleben:
      KatholikInnen denken natürlich sofort an den Kreuzweg mit seinen 14 Stationen, bei denen der Leidensweg Christi nachvollzogen werden kann.
      Oder an die 14 Nothelfer, die in bestimmten Notlagen angerufen werden (z.B. den heiligen Blasius bei Halsschmerzen).
      Von 14 Frauen sagt die hebräische Bibel, sie seien schön gewesen, z.B. Judit, wegen der Holofernes gar den Kopf verlor.
      14 ist die numerische Umsetzung des Namens BACH (2+1+3+8); Johann Sebastian der Große griff in seinen Werken immer wieder auf Zahlensymbolik zurück und verewigte sich so in seinen Kantaten oft selbst.
      Ich greife aber die Fourteen Words („vierzehn Worte“) heraus, die besonders in den USA, mittlerweile aber auch in Europa für einen verbreiteten Glaubenssatz weißer Neonazis und Rassisten stehen: „We must secure the existence of our people and a future for White children.“ („Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft der weißen Kinder sichern.“) Formuliert wurden sie angeblich vom US-amerikanischen Rechtsextremisten David Eden Lane.
      Der Satz drückt eine Überzeugung besonders US-amerikanischer Neonazis aus, die der Weltsicht der deutschen Nationalsozialisten sehr ähnlich ist: Die Weißen, die „arische Rasse“, sei allen anderen „Rassen“ überlegen. Diese – besonders die Juden und die Schwarzen – würden dennoch versuchen, die Weißen zu unterdrücken. Dagegen müssten sich die Weißen wehren, um den vermeintlich rechtmäßigen Platz für ihre heute und auch zukünftig lebenden Angehörigen zu sichern. Nicht-„Arier“ haben nach dieser Weltsicht bestenfalls als nützliche Diener eine Daseinsberechtigung, oder aber sollen überhaupt abgesiedelt werden.
      Seit spätestens Mitte der 1990er Jahre wurden diese kruden Ideen auch von Neonazis in Europa übernommen. Eine 1996 in Ostdeutschland gegründete Rechtsrock-Band mit ideologischer Nähe zur verbotenen Freien Kameradschaft „Skinheads Sächsische Schweiz“, nennt sich „Die 14 Nothelfer“. In ihrem Lied „14 Words“ heißt es: „Es gibt einen Satz, den vergesse nie! Kämpfe, lebe, streite nach ihm! 14 words, never forget!“.

      Adventmail 2007/10 (Countdown 24-1)

      10. Dezember – 15
      Fünfzehnmal zu lebenslanger Haft verurteilt zu werden, ist schon eine „Leistung“: Der als „Doktor Tod“ bekannt gewordene Arzt Harold Shipman schaffte dies, nachdem ihm ein britisches Gericht in fünfzehn Fällen Mord nachgewiesen hatte. Begangen hatte er als Hausarzt bei Manchester im Zeitraum von 1970 bis 1998 Morde wohl rund 250 Morde an seinen Patienten, die meisten davon weiblich, die meisten betagt.
      Harold Frederick Shipman wurde 1946 geboren, die Schulausbildung absolvierte er in Nottingham, Medizin studierte er in Leeds. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter und dreier Söhne. 1974 bekam er seine erste Stelle als praktischer Arzt in der Nähe von Halifax. Im Jahr darauf wurde Shipman dabei ertappt, dass er Rezepte auf das Opioid Pethidin für den eigenen Gebrauch fälschte. Er kam auf Reha und wurde kurz darauf als geheilt entlassen. Danach etablierte er sich als respektierter Arzt mit eigener Praxis in Hyde, einem Vorort von Manchester.
      1998 fiel einer Kollegin die hohe Todesrate unter Shipmans Patienten auf, verbunden mit einer hohen Zahl an Einäscherungen vor allem älterer Frauen, die Shipman zu unterzeichnen hatte. Die Polizei wurde auf den Fall aufmerksam, fand aber zunächst zu wenig schlagende Beweise. Zwischen dem Beginn der Ermittlungen und Shipmans Verhaftung kamen so drei weitere Patienten ums Leben. Sein letztes Opfer war die frühere Bürgermeisterin von Hyde, Kathleen Grundy; sie wurde am 24. Juni 1998 tot zuhause aufgefunden. Der letzte, der sie lebend gesehen hatte, war Harold Shipman.
      Grundys Tochter Angela Woodruff wurde stutzig, als ihr der Anwalt der Familie eröffnete, ihre Mutter habe Shipman 386.000 Pfund hinterlassen. Sie suchte die Polizei auf, nun begannen gründliche Untersuchungen. Grundys Leichnam wurde exhumiert, und prompt wies man eine Überdosis Diamorphin nach. Shipman wurde am 7. September 1998 verhaftet. Die nachfolgenden Ermittlungen ergaben einen Rattenschwanz an ähnlich gelagerten Fällen – allerdings ohne finanzielle Motive. Wann er mit den Morden begann, und wie viel es letztlich waren, blieb bis heute unklar. Insgesamt starben während Shipmans medizinischen Behandlungen 459 Personen.
      Sein Prozess begann im Oktober 1999 und endete im Jänner 2000 mit 15facher Verurteilung, obwohl er seine Schuld hartnäckig leugnete. Manche Kommentatoren vermuteten als Hintergrund seiner Taten, dass Shipman als Jugendlicher dem langsamen Streben seiner krebskranken Mutter zusehen musste, andere dagegen erkannten nur „an arrogant desire to control life and death“ wie es im englischen Wikipedia heißt. Am 13. Jänner 2004, fast vier Jahre nach seiner Verurteilung und am Vorabend seines 58. Geburtstages, wurde Shipman erhängt in seiner Zelle gefunden. Das Massenblatt “The Sun” quittierte dies mit der Titelzeile „Ship Ship hooray!“
      Shipman war einer der “produktivsten” Serienmörder der modernen Geschichte. Als
      Folge seiner Verbrechen wurde die britische Gesetzgebung in Bezug auf Pflege und Gesundheit erheblich reformiert.

        Adventmail 2007/09 (Countdown 24-1)

        9. Dezember – 16
        16 ist die Ordnungszahl des chemischen Elements Schwefel (lat. Sulfur, chem. Zeichen S).
        Schwefel (ev. vom Indogermanischen *suel- „schwelen“ abgeleitet) findet sich im Periodensystem in der Sauerstoffgruppe, er verbrennt an der Luft mit blauer Flamme und erzeugt dabei stechend riechendes Schwefeldioxid. Schwefel kommt mit einem Anteil von 0,048 % in der Erdhülle (15. Stelle der Elementhäufigkeit) vor. Charakteristisch für das Mineral sind neben der geringen Härte die hell- bis dunkelgelbe Farbe und der niedrige Schmelzpunkt.
        Gewonnen wird Schwefel als Abfallprodukt aus Erdöl, Kohle und Erdgas, die oft aufwändig entschwefelt werden müssen, um die Substanzen bestimmungsgemäß verwenden zu können. Reiner Schwefel ist relativ selten, wird allerdings in großen Mengen bei Vulkanausbrüchen freigesetzt.
        Schwefel ist für Lebewesen essenziell: Er kommt unter anderem in Aminosäuren und Enzymen vor, und spielt eine wichtige Rolle bei der anaeroben (sauerstoffunabhängigen) Energiegewinnung vieler Mikroorganismen.
        Schwefel wird vor allem zur Herstellung von Schwefelsäure, beim Vulkanisieren von Gummi oder in Düngemitteln verwendet, aber auch bei der Herstellung von Schwarzpulver, als Salpeterschwefel in der Feuerwerkerei oder bei anderen Explosivstoffen. Im Pflanzenschutz wird es, in Wasser gelöst, vor allem gegen Mehltau eingesetzt. Das Schwefeln gegen Pilze und Bakterien ist z.B. beim Schwefeln von Weinfässern bekannt, auch Trockenfrüchte werden auf diese Weise behandelt.
        Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne und Ekzemen zum Einsatz. In der klassischen Homöopathie ist Sulfur eines der sogenannten großen Mittel.
        In der Mythologie, besonders der mittelalterlich-christlichen, war (der Geruch von) Schwefel meist mit dem Teufel oder der Hölle verbunden. (Z.B. in der Wiener Sage „Der Teufel im Krapfenwaldl“)
        Jetzt noch eine ganz persönliche Erinnerung an „Schwefel“: Als ich während meiner Grazer Studienzeit mit dem chaotischen Musiker Hannes S. und dem mitteilungsfreudigen Lehramtsstudenten (und jetzigen Märchenerzähler) Frederik „Fips“ Mellak zusammenwohnte, formierte sich in der Öffentlichkeit Protest gegen ein umweltschädigendes Öl/Gas-Kombikraftwerk unweit von Graz unter dem Slogan „Entschwefelt Mellach!“. Als Fips wieder mal besonders redselig war, wandelten Hannes und ich den Slogan ab: „Entschwafelt Mellak!“

        Adventmail 2007/08 (Countdown 24-1)

        8. Dezember – 17
        Mit „Trick 17“ beschreibt man Lösungswege bei Problemen, die originell oder ungewöhnlich sind. Eine solche Lösung kann jedoch nur bei Erfolg Trick 17 genannt werden, da ein Trick 17 immer und sofort auf Anhieb funktionieren muss.
        Die Redewendung soll laut Heinz Küpper, „Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache“ (1984), erst nach 1950 geläufig geworden sein. Ihre Herkunft ist laut Dr. Gerhard Müller, Leiter der Sprachberatung bei der Gesellschaft für deutsche Sprache, bis heute nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise geht sie zurück auf das Kartenspiel Whist, bei dem ein Stich mit seinem englischen Begriff „trick“ bezeichnet wird.
        Der Ausdruck „Trick 17“ bietet sich natürlich als Aushängeschild für Wirtschaftsunternehmen an. Beispiele:

        • „trick17“ nennt sich ein 1994 in Trier gegründeter Wintersport-Reiseveranstalter, der Ski- und Snowboardcamps „von Tagesquickies über Weekends und ganzwöchigen Reisen bis hin zu organisierten Betriebsausflügen in den Schnee“ bietet.
        • Und „Trick 17“ ist auch ein in München beheimateter Zusammenschluss von Zauberkünstlern, die laut eigenen Angaben „seit Jahren erfolgreich im Theater, bei Galashows, Firmenfeiern und in anderen Bereichen tätig“ sind.
        • Auch in Südtirol setzt man auf „trick17“, in Lana (das ist ein Ortsname) läuft ein Fullservice-Angebot im Bereich der kreativen Internet-Kommunikation, von der Entwicklung einer einfachen Internetseite über Online-Marketing bis zur Entwicklung komplexer Webportale.

        Adventmail 2007/07 (Countdown 24-1)

        7. Dezember – 18
        In den meisten EU-Staaten wird mit 18 Jahren die Volljährigkeit erreicht (in Nepal und Somalia dagegen wird man schon mit 15, in Japan erst mit 20 Jahren volljährig).
        Auch nach dem österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) hat man ab dem 18. Geburtstag alle Rechte und Pflichten eines Erwachsenen. Davor gibt es mehrere Stufen der Rechtsfähigkeit: Bis zum 7. Geburtstag ist man Kind, zwischen 7 und 14 Jahren unmündiger Minderjähriger, von 14 bis 18 Jahren mündiger Minderjähriger.
        Was sich mit 18 Jahren ändert, listet www.jugendservice.at auf:
        – Jugendliche dürfen ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten Geschäfte machen und eine Ehe schließen;
        – sie können erben und vererben;
        – sie sind „vollrechts- und deliktsfähig“, die Obsorge der Eltern erlischt;
        – Jugendliche dürfen ohne Einwilligung der Eltern von zu Hause ausziehen;
        – Und sie sind ab 18 wehrdienstpflichtig.
        Eine persönliche Anmerkung, ohne Namen nennen zu wollen: Vom Recht Über-18-Jähriger, sich als Mitbewohner der Pflicht zur regelmäßigen und rechtzeitigen Müllentsorgung und Badezimmerhygiene zu entschlagen, ist im ABGB nicht die Rede.

          Adventmail 2007/06 (Countdown 24-1)

          6. Dezember – 19
          Es gibt einige bekannte Songs mit der Neunzehn im Titel – meist bezogen auf das entsprechende Lebensalter junger Erwachsener. Einer der erfolgreichsten: Paul Hardcastle’s „Nineteen„, der 1985 zum Nummer-1-Hit wurde. Der Text bezieht sich auf das Durchschnittsalter der getöteten amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg. (Auszug aus der 1. Strophe: „In World War II the average age of the combat soldier was 26… in Vietnam he was 19”)
          Hardcastle ist ein britischer Musiker, Produzent und Autodidakt. Die Schwerpunkte seines Schaffens liegen in der elektronischen Musik.
          Erste Erfolge feierte er 1981-82 und 1982-1983 mit den Bands „Direct Drive“ und „First Light“. Zuspruch von den Kritikern erhielt Hardcastle für seine ersten Veröffentlichungen als Solokünstler Ende 1983, darunter besonders die Single „Rainforest“ (1984).
          Den kommerziellen Durchbruch schaffte er im Mai 1985, eben mit der stilistisch wegweisenden Single „19“. Auf ihr mixte er Dance-Rhythmen mit Samples aus einer US-Fernsehreportage „Vietnam Requiem“ (1982) über Soldaten im Vietnamkrieg, die auch Jahre nach Kriegsende noch an posttraumatischen Störungen litten. Der Song belegte zunächst in Großbritannien Platz 1 der Singlecharts, mit einigen Wochen Verzögerung auch in Deutschland. Es wurden sogar anderssprachige Versionen von „19“ produziert, wobei die Samples des Originals sinngemäß übersetzt und von französischen, japanischen und deutschen Nachrichtensprechern neu eingesprochen wurden.
          Falls jemand Paul Hardcastle (*10. Dezember 1957 in London) zum baldigen 50er gratulieren möchte: www.paulhardcastle.com

            Adventmail 2007/05 (Countdown 24-1)

            5. Dezember – 20
            Heute geht’s um Sport. Nein, nicht um Martina Navratilova, die in ihrer einzigartigen Tenniskarriere 20 Mal das Turnier in Wimbledon (Einzel, Doppel, Mixed) gewann. Auch nicht um den norwegischen Schirennläufer Kjetil-Andre Aamodt, der seine Karriere im Jänner 2007 – nach dem Gewinn von 20 Olympia- bzw. WM-Medaillen – beendete. Auch nicht um den überschätzten Lukas Podolski, der in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2006 die Rückennummer 20 trug. Und schon gar nicht um Theo Zwanziger, den deutschen Fußballpräsidenten.
            Nein, Ausgangspunkt sind die 20 Weltcupsiege des Schispringinkerls Andi Goldberger, dessen Sportlerkarriere etwas typisch Österreichisches hat. Warum? Nun, er war erfolgreich, aber längst nicht so erfolgreich, wie er hätte sein können. Er steht für eine Mischung aus schlampigem Genie, Naivität und Bauernschläue, Bubencharme und Drogenmissbrauch, Karriereknick und nie ganz geglückten Comebackversuchen: Nach seiner Kokain-Affäre 1997 gewann er acht Jahre lang kein einziges Einzelspringen mehr, nicht mal jenen Bewerb 2000 in Planica, wo er mit 225 Metern einen Schiflug-Weltrekord aufstellte. Fazit: „Goldi“ war einer der erfolgreichsten Skispringer der 1990er Jahre und zugleich einer, der’s irgendwie vergurkte.
            Geboren wurde Goldberger am 29. November 1972 in Ried im Innkreis (und ist somit seit kurzem 35) aufgewachsen ist er im oberösterreichischen Waldzell am Bauernhof seiner Eltern. Er absolvierte das Skigymnasium in Stams (Tirol) und war bereits als 17-Jähriger Mitglied des österreichischen Nationalteams. 1992 machte er bei der Vierschanzentournee in Innsbruck auf sich aufmerksam, als er, spontan aufgeboten, gleich Platz zwei belegte. Seinen Durchbruch erlebte Goldberger in der Folgesaison als überlegener Sieger der Vierschanzentournee, und er gewann in dieser Saison auch den Gesamtweltcup. Beides wiederholte er zwei Jahre später, 1995/96 gewann er zum 3. Mal den Gesamtweltcup und wurde am Kulm Skiflugweltmeister. Goldberger verbuchte 179 Top-Ten Platzierungen bei Skisprunggroßveranstaltungen ab 1991. Nach 14 Jahren beendete Goldberger seine Karriere.
            Im Jahr 1997 gab Goldberger zu, Kokain konsumiert zu haben, und wurde vom Schiverband für ein halbes Jahr gesperrt; er wurde „Kurzzeit-Serbe“ in der Ära Milošević, wollte den Verband wechseln, blieb aber schließlich weiter beim ÖSV.
            In Deutschland las sich das vor genau 10 Jahren so: „Auf der Suche nach einem Land, das ihm die Ausübung seines Sports nach dem Bruch mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) ermöglicht, war er in Jugoslawien fündig geworden. Schon seit vergangenem Freitag soll der einst in der Heimat nur ‚Goldi‘ Gerufene die jugoslawische Staatsbürgerschaft samt Reisepaß besitzen. Was als erstes von der Belgrader Zeitung Politika gemeldet worden war, läßt nun auch den österreichischen Boulevard an den Qualitäten des ewig lächelnden Sunnyboys zweifeln. Die Wiener Kronen Zeitung fragt, ob sich Goldberger richtig verhalten hat’, und läßt Prominente in skeptischer Distanz antworten. Immerhin, der 25jährige gebürtige Oberöstereicher hat es geschafft, daß erstmals flächendeckend nicht mehr von „Rest-Jugoslawien“ gesprochen wird, denn „Rest-Jugoslawe Goldberger“ – wie klingt denn das?“ (Berliner Zeitung, am 3.12.1997)
            10 Jahre danach ist das vergeben und vergessen. Goldberger ist Sportlegende, Lidl-Werber, Dancing Star, Promi-Koch und seit dem Winter 2005/06 als Experte für den ORF tätig. „Durch seine positive Ausstrahlung und seine freundliche und lustige Art“ gelte er „als einer der größten österreichischen Sympathieträger des Skispringens“, heißt es in dem distanzlosen Wikipedia-Eintrag. Der ewig lächelnde Sunnyboy nahm wie viele andere Sportstars einmal eine Platte auf: „Hart am Wind“ heißt sie, und ich würde sagen: ein „musikalischer Kacherlaufsprung“.