13. Dezember – 12
Heute 12 Fragen zu den 12 Aposteln:
1.) Was ist ein Apostel?
In den Evangelien des Neuen Testaments wird berichtet, dass Jesus unter seinen Jüngern „zwölf Apostel“ (von griech. „Apostolos“, Gesandter) auswählte, kurz auch „die Zwölf“ genannt. Ihre Aufgabe war es, den Glauben im Sinne Jesu zu verbreiten und zu bewahren.
2.) Und warum gerade 12?
Diese Zahl lehnt sich an den zwölf Stämmen Israels an.
3.) Und es gab wirklich nur 12 Apostel?
Die in den Evangelien überlieferten Namenslisten geben kein einheitliches Bild darüber ab. Das Matthäus- und das Markusevangelium listen von den Namen her zwar identische Apostel auf. Bei Lukas kommt statt Thaddäus aber Judas, ein Jakobusbruder, vor. Im Johannesevangelium scheint eine Namensliste gar nicht auf.
4.) Hieß es nach dem Ausscheiden des Judas aus dem Apostelkreis: Da waren’s nur noch elf?
Aber nein: Statt dem Verräter Judas Iskariot wurde nach Christi Himmelfahrt Matthias als einer der Zwölf nachgewählt.
5.) Also Anzeichen von Demokratie in der Urkirche?
Nun ja, nicht wirklich: Die Entscheidung fiel durch das Los. Also eine Art Gottesurteil.
6.) Wie konnte man Apostel werden?
Der Bericht über die Wahl des Matthias in der Apostelgeschichte nennt die Voraussetzungen, die ein Mitglied der apostolischen Zwölfergruppe spätestens zu dieser Zeit (also ca. 80/90 n.Chr.) zu erfüllen hatte: „Das muss einer von den Männern sein, die mit uns (den anderen Zwölfen) gewesen sind in all der Zeit, in der der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, und zwar von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, an dem er aufgenommen wurde.“
7.) War Paulus also gar kein Apostel?
Der „Völkerapostel“ Paulus erfüllte die genannte Bedingung nicht, er hatte Jesus nie zu dessen Lebzeiten kennengelernt. Doch war zur Zeit des Paulus der Begriff „Apostel“ noch nicht exklusiv für „die Zwölf“ reserviert, sodass in seinen Schriften und den mit Paulus zusammenhängenden Bibelstellen (in der Apostelgeschichte) die Bezeichnung „Apostel“ wesentlich großzügiger verwendet wurde.
8.) Gab es auch Apostelinnen?
Im Neuen Testament wurden z.B. Barnabas und Paulus als Apostel bezeichnet, Andronikus und – zur Freude aller feministisch bewegten und lange als Mann „umgedeutet“ – die Frau Junia. Und die drei Frauen, die am Ostermorgen auf dem Weg zum Grab zuerst die Kunde der Auferstehung erhielten, werden in der frühchristlichen Tradition immer wieder als „Apostelinnen der Apostel“ bezeichnet. Vor allem Maria Magdalena, offenbar eine besondere Vertraute Jesu.
9.) War Maria Magdalena die Geliebte Jesu?
Also das gehört jetzt wirklich nicht hierher!
10.) Was unterscheidet Jünger von Aposteln?
„Jünger“ ist im Neuen Testament generell weiter gefasst (der Begriff übersetzt das griechische Wort „mathetai“ (Schüler/Lehrlinge). Ihre Zahl wird mit 70 bzw. 72 beziffert, andere Stellen lassen sogar eine noch größere Anzahl vermuten. Und darunter fanden sich unbestritten auch etliche Frauen: Maria und Martha, die Schwestern des Lazarus, Lydia und Tabita.
11.) Gibt es heute noch Apostel?
Nach katholischer Auffassung setzt sich in den (mehreren tausend) Bischöfen die Lehr- und Leitungsvollmacht fort, die Jesus den zwölf Aposteln übertrug. In einer ununterbrochenen „Reihe der Handauflegungen“ (Apostolische Sukzession) seien alle heutigen Bischöfe mit den Aposteln verbunden. Den obersten Dienst der Einheit hat nach katholischem Glauben der Bischof von Rom (=Papst) als Amtsnachfolger des Petrus.
He, das waren erst 11! Da fehlt noch eine 12. Frage!!
Äh… ahja… schluck … also gut:
12.) Warum wird Schurl Znidaritsch aus dem 12. Hieb eigentlich auch Apostel genannt?
Hier liegt wahrscheinlich ein Hörfehler vor: Georg Znidaritsch aus Wien-Meidling ist Briefträger, also „a Postler“.
Adventmail 2007/13 (Countdown 24-1)
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