Adventmail 2007/09 (Countdown 24-1)

9. Dezember – 16
16 ist die Ordnungszahl des chemischen Elements Schwefel (lat. Sulfur, chem. Zeichen S).
Schwefel (ev. vom Indogermanischen *suel- „schwelen“ abgeleitet) findet sich im Periodensystem in der Sauerstoffgruppe, er verbrennt an der Luft mit blauer Flamme und erzeugt dabei stechend riechendes Schwefeldioxid. Schwefel kommt mit einem Anteil von 0,048 % in der Erdhülle (15. Stelle der Elementhäufigkeit) vor. Charakteristisch für das Mineral sind neben der geringen Härte die hell- bis dunkelgelbe Farbe und der niedrige Schmelzpunkt.
Gewonnen wird Schwefel als Abfallprodukt aus Erdöl, Kohle und Erdgas, die oft aufwändig entschwefelt werden müssen, um die Substanzen bestimmungsgemäß verwenden zu können. Reiner Schwefel ist relativ selten, wird allerdings in großen Mengen bei Vulkanausbrüchen freigesetzt.
Schwefel ist für Lebewesen essenziell: Er kommt unter anderem in Aminosäuren und Enzymen vor, und spielt eine wichtige Rolle bei der anaeroben (sauerstoffunabhängigen) Energiegewinnung vieler Mikroorganismen.
Schwefel wird vor allem zur Herstellung von Schwefelsäure, beim Vulkanisieren von Gummi oder in Düngemitteln verwendet, aber auch bei der Herstellung von Schwarzpulver, als Salpeterschwefel in der Feuerwerkerei oder bei anderen Explosivstoffen. Im Pflanzenschutz wird es, in Wasser gelöst, vor allem gegen Mehltau eingesetzt. Das Schwefeln gegen Pilze und Bakterien ist z.B. beim Schwefeln von Weinfässern bekannt, auch Trockenfrüchte werden auf diese Weise behandelt.
Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne und Ekzemen zum Einsatz. In der klassischen Homöopathie ist Sulfur eines der sogenannten großen Mittel.
In der Mythologie, besonders der mittelalterlich-christlichen, war (der Geruch von) Schwefel meist mit dem Teufel oder der Hölle verbunden. (Z.B. in der Wiener Sage „Der Teufel im Krapfenwaldl“)
Jetzt noch eine ganz persönliche Erinnerung an „Schwefel“: Als ich während meiner Grazer Studienzeit mit dem chaotischen Musiker Hannes S. und dem mitteilungsfreudigen Lehramtsstudenten (und jetzigen Märchenerzähler) Frederik „Fips“ Mellak zusammenwohnte, formierte sich in der Öffentlichkeit Protest gegen ein umweltschädigendes Öl/Gas-Kombikraftwerk unweit von Graz unter dem Slogan „Entschwefelt Mellach!“. Als Fips wieder mal besonders redselig war, wandelten Hannes und ich den Slogan ab: „Entschwafelt Mellak!“