Adventmail 2008/14 (Briefe an…)

robert.mitscha-eibl@chello.at an: direkt@spoe.at, email@oevp.at, 31.10.07 19
Betreff: (Nicht-)Raucherschutz
Sg. Damen und Herren!
Thema Nichtraucherschutz: Die eine Regierungspartei wirft der anderen Blockade vor, und für Nichtraucher wie mich bleibt somit alles beim Alten. Ärger über verrauchte Lokale, Mitrauchen bei Essen, stinkende Kleidung … und für meinen Wunsch, dass sich hier endlich was verbessert, muss ich mir vorwerfen lassen, „Raucherhatz“ zu betreiben.
Ich finde es eine Zumutung, als Nichtraucher weiterhin der Trottel zu sein, und eine Zumutung ist auch die Politik der derzeitigen „Stillstands-Koalition“!
Robert Mitscha-Eibl
Wien 21, Journalist

Antwort 1, am 21.11.2007, Absender „Politik Volontär 2“
Sehr geehrter Herr Mitscha-Eibl!
Mehrere Monaten war Bundesministerin Andrea Kdolsky in intensiven Gesprächen sowohl mit der Wirtschaft als auch mit zahlreichen Experten, um eine tragfähige gesetzliche Umsetzung des neuen Tabakgesetzes zu erzielen. Mit der Novelle wäre erstmals in Österreich neben dem öffentlichen Bereich (unser Land war übrigens das erste, das ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen hatte!) auch der Nichtraucherschutz in der Gastronomie gesetzlich verankert gewesen…
In den Verhandlungen ist Bundesministerin Kdolsky dem Regierungspartner SPÖ darüber hinaus deutlich entgegengekommen – sowohl bei den Übergangsfristen als auch bei der Streichung der fortschrittlichen technischen Lösung in Form einer genau definierten Lüftungsanlage. Als Gesundheitsministerin und Ärztin bedauert sie es persönlich daher sehr, dass mit dem Koalitionspartner trotzdem keine Einigung zu einer gesetzlichen Regelung des Nichtraucherschutzes erzielt werden konnte…
Einige besonders herausragende und bereits umgesetzte Initiativen sind zum Beispiel:
– die Nordsee: Sie führt seit 26. März 2007 alle 50 Filialen in Österreich als Nichtraucherbetriebe
– die ÖBB: sie haben heute rauchfreie Züge
– der Österreichische Alpenverein: Er führt mit Anfang 2008 ein generelles Rauchverbot in allen 241 Schutzhütten ein .
Das Umdenken hat also längst begonnen und der Weg zu mehr Nichtraucherschutz ist eingeleitet.
Mit freundlichen Grüßen
Ursula Kroczek
Service ÖVP-Bundespartei, Lichtenfelsgasse 7, 1010 Wien

Antwort 2, am 18.12.2007, Absender „Günter Lindner“
Sehr geehrter Herr Mitscha-Eibl!
Ich möchte im Namen der SPÖ-Gesundheitssprecherin, Abg. Dr. Sabine Oberhauser, zu Ihrem E-Mail Stellung nehmen.
Ich verstehe Ihren Zorn darüber, dass das Ziel einen umfassenden NichtraucherInnenschutz im Gesetz zu verankern vorerst gescheiter ist. Es war mit der ÖVP nicht möglich eine dem NichtraucherInnenschutz entsprechende Lösung zu verhandeln, daher haben wir uns entschieden auf eine Einigung zu verzichten und noch einmal die Verhandlungen neu zu starten. Jetzt geht es darum, einen neuen – weit ausgereifteren – Entwurf zu erstellen, dessen Inhalte von internationalen ExpertInnenmeinungen untermauert sein sollten…
Die SPÖ wird den neuen Vorschlag nach den oben erwähnten Ziel beurteilen und keinen faulen Kompromiss in Sachen NichtraucherInnenschutz eingehen.
Mit den besten Wünschen für die bevorstehenden Feiertage.
Günter LINDNER
Parlamentarischer Mitarbeiter der
SPÖ-Gesundheitssprecherin Dr. Sabine Oberhauser, MAS

Adventmail 2008/13 (Briefe an…)

Am 6.10.2007 erging folgendes Schreiben an die Redaktion von „Innenwelt – Magazin für seelische Gesundheit und Lebensqualität“:
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerade ist mir die aktuelle Ausgabe Ihres Magazins in die Hände gefallen, in dem es um „Wege zur seelischen Gesundheit“ geht. Sie lassen darin eine ganze Reihe von Experten mehr als ein Dutzend Begriffe von Depression bis Psychische Erkrankungen erklären.
Beim raschen Durchblättern fühlte ich mich in das vorige Jahrhundert zurückversetzt, denn auf jeder Doppelseite prangt ein Spezialistenmännerkopf, der mir als Leserin einen Sachverhalt erklärt. Ich finde keine einzige Spezialistin in dieser Ausgabe.
Damit Sie mich richtig verstehen:
1. Ich kenne und schätze einige der hier dargestellten Personen.
2. Meine letzte schriftliche Initiative in Sachen Gender-Sensibität liegt sicherlich mehr als zehn Jahre zurück. Ich neige also keineswegs dazu, bei jeder Gelegenheit aufzuzeigen.
3. Ich bin auf den hier dargestellten Fachgebieten selbst nicht tätig.
4. Was ich aber ganz und gar nicht verstehen kann ist, wie es einem Redaktionsteam gelingen kann, bei einem derart frauenlastigen Thema (sowohl hinsichtlich der Expertinnen als auch hinsichtlich der Betroffenen in Sachen Psyche) so selektiv und durchgängig nur Männer zu Wort kommen zu lassen. Grundsätzlich bin ich davon ausgegangen, dass im 21. Jahrhundert mehr Sensibilität auf diesem Gebiet besteht. Es sollte doch mittlerweile bekannt sein, dass Frauen und Männer unterschiedliche Lebenserfahrungen machen und daher auch unterschiedliche Zugänge zur Welt haben. Dies gilt auch im Bereich der Wissenschaft. Um also die „ganze Welt“ darzustellen, muss auch die „ganze Welt“ vertreten sein.
Zur Erläuterung: Ich bin Unternehmerin und im Bereich Beratung und Training von Betrieben tätig. Als Arbeits- und Wirtschaftspsychologin bin ich Mitglied des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.
Als Psychologin kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen, dass die hier vertretenen Spezialisten ausschließlich Mediziner sind, weil es sich um ein Fachmagazin für Medizin handelt. Aber auch das medizinische Fach besteht nicht ausschließlich aus Männern.
Was hielten Sie davon, wenn jemand eine Fachzeitschrift über Journalismus macht und in diesem Magazin äußern sich seitenweise nur Journalisten, aber keine Journalistinnen?
Eine Stellungnahme fände ich wirklich nett!
Mit besten Grüßen,
Mag. Martina Molnar
Geschäftsführung
human-ware GmbH

Sehr geehrte Frau Mag. Molnar,
Grund für die „Spezialistenmännerköpfe“: die Auswahl der Interviewpartner zu den unterschiedlichen Themen beschränkte sich bei dieser ersten Ausgabe der Innenwelt spezial auf Institutsvorstände bzw. Präsidenten der Fachgesellschaften, und in diesen Funktionen sind in Österreich derzeit nun mal Psychiater und nicht Psychiaterinnen zu finden. Daran können wir als Redaktion auch nichts ändern.
1. Bei der Innenwelt spezial handelt es sich nicht um ein medizinisches Fachmedium, die Publikation richtet sich bewusst an Laien und kommt beim Publikum hervorragend an. Übrigens gibt es bereits eine zweite Ausgabe zum Thema Schizophrenie.
2. Warum das Thema psychische Erkrankungen tendenziell „frauenlastig“ sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Abgesehen davon ist es auch nicht in unserem Sinn, hier eine Geschlechtertrennung vorzunehmen. Unser Ziel ist Aufklärung für Betroffene, egal, ob diese nun männlich oder weiblich sind. Als Frau bin ich der Meinung, nicht unbedingt einen weiblichen Experten zu benötigen, bei welcher gesundheitlichen Fragestellung auch immer, wohl aber einen kompetenten Experten.
Mit freundlichen Grüßen,
Katja Beran
Chefredakteurin Innenwelt und Innenwelt spezial

Adventmail 2008/12 (Briefe an…)

myltur@ltur.de an: rme@chello.at, 18.3.2008 Betreff: Willkommen bei L´TUR!
Hallo lieber Herr Mitscha Eibl,
das mit Ihrer Buchung nach Riga und retour hat super geklappt. Damit das auch bei Ihrer gesamten Reise so bleibt, werden Sie ab sofort professionell von unserem Service-Team betreut. Zum Beispiel informieren wir Sie umgehend per Mail, wenn sich an Ihrem gebuchten Reiseablauf noch vor der Reise etwas ändern sollte. Sie müssen dafür nix mehr tun. Ihre Reisevorbereitung läuft bei uns bereits auf Hochtouren.
Wir wünschen Ihnen einen super Urlaub!
Mit spontanen Grüßen
Ihr L´TUR Team

treborme@gmx.at an myltur@ltur.de, 18.3.2008
Betreff: Re: Willkommen bei L´TUR!
Liebes L´TUR Team!
Ich bin schwer beeindruckt: Kaum habe ich gebucht, werde ich schon von Ihrem Service-Team betreut. Noch dazu so „professionell“, dass Sie mich zum Beispiel umgehend informieren, wenn Sie mir statt meines gebuchten einen anderen Reisezeitpunkt aufs Auge drücken wollen. Und dafür muss ich wirklich „nix mehr tun“? Super!!!
Und dass meine Reisevorbereitung bei Ihnen „bereits auf Hochtouren“ läuft, bevor ICH noch an irgendwas diesbezüglich gedacht habe, finde ich so was von professionell, dass jetzt an Wünschen nichts – äh: „nix“ – mehr offen bleibt. Nur mehr der Mund.
Viele Grüße, ebenfalls ganz spontan,
Robert Mitscha-Eibl

myltur@ltur.de an: treborme@gmx.at, 18.3.2008
Betreff: Antwort: Re: Willkommen bei L´TUR!
Sehr geehrter Herr Mitscha-Eibl,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wir freuen uns, dass Sie unseren Service so positiv aufnehmen.
Es ist schön, dass Sie nicht zu den Kunden gehören, die kurz vor Reiseantritt verunsichert nachfragen, ob seitens der Airline möglicherweise eine Änderung der Flugdaten stattgefunden hat – wir werden entsprechende Informationen selbstverständlich gleich weiterleiten. Und Sie wissen, dass Sie sich auch bezüglich der Anmeldung von Sondergepäck oder ähnlichem gerne an uns wenden können.
Wir sind bei allen Fragen für Sie da und wünschen Ihnen jetzt schon eine schöne Reise.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr MyL’TUR Kundenservice
Svenja Alsmann

Adventmail 2008/11 (Briefe an…)

Liebes Christkind!
Ich bin Radfahrerin.
Und ich habe: Wünsche – ans Christkind. Bescheidene Wünsche – wie ich finde.
Es geht um eine Brille. Ein sinnvolles Geschenk sozusagen. Die Sache ist die…
Der Radweg entlang des Wiener Kanals war durch die Verlängerung der U2 jahrelang gesperrt. Waren es 7 oder gar 8 Jahre? Zur großen Freude – es war wie Weihnachten im Sommer – wurde pünktlich zur „Euro 08“ nicht nur die neue Teilstrecke der U2 – nein, juhuu und siehe da! auch der gesperrte Rad“treppel“weg wieder eröffnet.
Die Freude war groß.
Aber sie blieb nicht lange ungetrübt.
Nun ist der Radweg am Kanal neuerlich gesperrt. Nein, ich will mich nicht beklagen … er war ja immerhin für einige Wochen befahrbar. Und – er wird nur für ein Jahr gesperrt bleiben. Und es handelt sich um ein anderes Teilstück (um bei der Wahrheit zu bleiben). War es jahrelang der Abschnitt von der Friedensbrücke bis zur Urania, der gesperrt war, ist es diesmal die andere Richtung; von der Friedensbrücke bis zur Nussdorfer Brücke.
Da auch der alternative Radweg von Floridsdorf in die Wiener City durch die Umbauarbeiten rund um den Praterstern nahezu täglich verlegt wird, mein Wunsch ans Christkind:
Ich wünsche mir eine Brille. Nein, nicht für mich!
Kannst du bitte dem Herrn Inschinör von der MA 46 eine Lesebrille schenken, damit er im nächsten Jahr irgendwelche doofen Pläne und Bauverträge erst liest, bevor er sie unterschreibt?
Danke, Petzi aus Floridsdorf

Adventmail 2008/10 (Briefe an…)

treborme@gmx.at an office@oefb.at
Betreff: weg mit abseid!!!

Hallo ÖFB! Wien ,15. Mai 2008
Ich hätt eine super Idee wie die EUro für alle ein unvegeßlihces erlebnis wird. Könntman net die deppate Abseidsregel abschaffen, die e keiner wirklcih verstet und wo immer wider Feler basieren??? Ohne Abseid täten auch fiel mehr Tore fallen und die Fans hätten eine Freud
Könnten sie des nicht denen von der Uefa viorschlagen? Immerhin sind mir ja die Gastgeber, da sollt ma schon eine ausname fordern konnen wenn die Uefaherrn des net für immer wolln…
Die Fans weren sicher dankbahr!!!!
Imma wieda Österreich!!!
Kurt Konischka
(Fan vom Team seitn Bimbo Binder )
Ps; Ich schreib am comuter vom mein Freund, weil telephonish kommt ma ja net durch bei euch

[PPS: Das Mail blieb ohne Antwort; der ÖFB hatte wohl andere Sorgen.]

Adventmail 2008/09 (Briefe an…)

Liebe Leute, vorab:
Ich hab jetzt genug Beiträge, um die Adventmails bis zum Heiligen Abend fortzusetzen.
Herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben… 🙂

An Herrn Professor Sowieso,
da ich weder lieber noch sehr geehrter schreiben will, fällt mir bereits die Anrede schwer. Nachdem ich mich bereits seit rund 25 Jahren über Sie ärgere, ist das vielleicht die Gelegenheit, in diesem nie geschriebenen Brief meinen Ärger endgültig loszuwerden?
Mein Ärger stammt aus ganz vielen diskriminierenden Bemerkungen gegenüber Schülerinnen und Schülern, die Sie vielleicht schon vergessen haben, oder gar nicht wahrgenommen haben? Ein Beispiel gefällig? „Frauen können nicht logisch denken.“ – Meine Frage, wie ich dann den Philosophietest als Frau überhaupt schaffen kann, war dann zu logisch, um wahrgenommen zu werden….
Gegipfelt hat das Ganze dann in meiner Maturanote. Obwohl ich in Deutsch eine Eins bei der schriftlichen Maturaarbeit hatte, ging sich ihrer Meinung nach nur eine Zwei insgesamt aus, da ich im Vorfeld nicht gut genug war?! Schade finde ich im Nachhinein, dass ich nicht dagegen berufen habe, aber ich fand es zu lächerlich, wegen einer Note so einen Aufwand zu betreiben. Und so ärgere ich mich immer noch über Sie. Aber vielleicht kann ich das jetzt mit diesem Brief abschließen?!
Gar nicht hochachtungsvoll
(Isolde, 40 Jahre aus Tirol)

Adventmail 2008/08 (Briefe an…)

(Zum „Wurfgedicht“ von Stephan Eibel Erzberg, veröffentlicht im „Standard“, der gemeinsam mit Ö1 im November 2008 regelmäßig Lyrisches unters lesende und lauschende Volk brachte. Was verdienstvoll ist, wie ich meine.)

treborme@gmx.at an verlagsbuero.lehner@gmx.at, 11.11.2008
Bitte weiterleiten an Herrn Stephan Eibel Erzberg!
Sehr geehrter Herr Eibel,
Ihre „Wurfgedichte“ im „Standard“ vom 10.11.2008 habe ich aufmerksam gelesen, nicht nur, weil wir denselben Familiennamen haben und ich wie Sie aus der Obersteiermark stamme – ein „Robert Eibl Rennfeld“ sozusagen. Und ich mag Jandl, dem Sie ein Gedicht widmen, weil sich der so sprachspielerisch im Schtzgrbn neben Ottos Mops bezwetschkigte.
Aus ihrem Allerseelengedicht werde ich allerdings nicht so recht schlau …

„2.11.1999
immerhin
ist im sarg (meist) wer drin“

Das Datum weist nicht nur auf Allerseelen, DAS christliche Toten- und Auferstandenenfest. Sondern, wie mir google mitteilt, auch auf das Champions-League-Spiel Sturm Graz vs. Manchester United. Das ging zwar – ich war im Stadion! – 2:0 für die „Reds“ aus, aber vom Tod des österreichischen Fußballs konnte damals noch keine Rede sein.
Der Tod kam ostwärts an diesem Tag: Die Gesellschaft für bedrohte Völker teilte mit, „dass russische Truppen in den eroberten Gebieten Tschetscheniens offenbar tschetschenische Männer im wehrfähigen Alter und andere Zivilisten hingerichtet haben“.
Und Hans-Joachim Preil, ein (ost)deutscher Regisseur, Autor und Schauspieler, starb am 2. November 1999 76jährig in Berlin – lag aber da wohl noch nicht in einem Sarg.
Also bitte: WER ist im Sarg (meist) drin? Und wieso „immerhin“? (Oder ist „immer hin“ gemeint?)
Mit neugierigen Grüßen,
Robert Mitscha-Eibl

Antwort am 21.11.2008:
stephan.eibel@gmx.at an treborme@gmx.at

Betreff: eibl,eibln,
lesen sie
GEDICHTE ZUM NACHBETEN
und sie werden wissen, warums zum datum kommt
erstens weil es eine art lyrisches tagebuch ist
und daraus auch dieses gedicht mit titel: 2.11.1999
zweitens weil es doch auch eine ordnung gibt
eine normalität-das übliche- gibt
zweitens verweis ich auf
luxusgedichte erschienen deuticke 3.auflage
und
drittens sofort verhaften! mein neuer roman
spielt im ersten kapitel in rom
im zweiten und dritten: eisenerz
mit vorzüglichen und unanzüglichen
verweise ich auf meine grüsse
hochachtungsvoll
dr.eibel

Adventmail 2008/07 (Briefe an…)

rme@chello.at an webmaster@gertraudknoll.at
Betreff: Zu Ihrem Kirchenaustritt
Geschätzte Frau Gertraud Knoll,

Sie haben recht: Auch mir würde es „sauer aufstoßen“, müsste ich mir als Gottesdienstbesucher eine von der Kanzel verkündete „Pseudoseligsprechung“ Jörg Haiders anhören. Dass Manfred Sauer, der Kärntner Superintendent, seiner Trauer um einen „äußerst zuvorkommenden, herzlichen und einfühlsamen Menschen“, der „wie kein anderer das Geschehen der Zweiten Republik mitgeprägt“ habe, in Form eines Hirtenbriefs tat, halte ich für einen schweren Missgriff.
Doch Kopfschütteln war auch meine (ich bin katholischer Journalist und kenne Sie von einem Interview in Eisenstadt und von der EÖV2 1997 in Graz) Reaktion auf Ihren Kirchenaustritt. Sauer sprach danach von seiner Enttäuschung, dass Sie, die bei seiner Amtseinführung in Kärnten assistierten, ihn gar nicht kontaktiert hätten. Auch Bischof Michael Bünker erfuhr offenbar erst nach Ihrem Austritt von Ihrer Kritik am posthumen Haider-Lob.
Langjährigen Kollegen gegenüber schuldet man – auch wenn frau sich beruflich von ihnen entfernt hat – ein klares, direktes Wort des Widerspruches. Insofern verstehe ich die Gegenkritik von Sauer und Bünker. Zunächst unmittelbare Kritik, dann – falls man auf taube Ohren stößt – öffentlich vernehmbare; das hielte ich für angemessen. Dass Sie auf beides verzichteten und gleich den Schritt des Kirchenaustritts setzten, bedaure ich sehr und kann ihn mir nur dadurch erklären, dass es bereits davor eine tiefe Entfremdung zwischen der evangelischen Kirchenleitung und Ihnen gab.
Als Ausdruck ihrer „protestantischen Identität“ haben Sie Ihre Kirche verlassen, sagten Sie. Doch die Kirchen (auch die römisch-katholische!) brauchen eine „protestantische Identität“ dringend, wenn es darum geht, für Randgruppen einzutreten, Missstände zu benennen oder jedweder Sündenbock-Politik entgegenzutreten. Wenn politisch wache, engagierte Menschen wie Sie aus ihrer Kirche austreten, verliert deren Stimme immer mehr an Gewicht und verbleibt letztlich als zahnlos frömmelnde Truppe sonntäglicher Brauchtumspfleger.
Ich habe mit meiner Kirche und einzelnen Wortmeldungen ihrer Vertreter immer wieder Probleme. Dennoch halte ich Kirchen als gesellschaftliche Mitgestalter für unverzichtbar. Das sage ich auch meinem der Sozialdemokratie verbundenen studierenden Sohn, der für sich einen Kirchenaustritt überlegt. Was könnte ich dem noch entgegenhalten, wenn sogar Menschen wie Sie als frühere „Spitzenfunktionärin“ der Kirche so einen Schritt setzen?
Mit etwas wehmütigen Grüßen und besten Wünschen für Ihre Zukunft,
Robert Mitscha-Eibl
(diesmal als Privatmann schreibender) Kathpress-Redakteur

PS: Was mich wirklich interessieren würde: Haben Sie einen Parteiaustritt aus der SPÖ erwogen, nachdem Faymann und Gusenbauer ihren Unterwerfungsbrief an „Onkel Hans“ Dichand schrieben?
PPS: Es ist wohl unmöglich, all die Briefe zu beantworten, die Sie in dieser Causa erhielten. Aber vielleicht wäre eine Reaktion auf die ernstzunehmenden Schreiben (zu denen hoffentlich meines zählt) auf Ihrer Website möglich?

Adventmail 2008/06 (Briefe an…)

Sehr geehrter Herr Klaus von der Flüe!
Zwar weiß ich nicht, ob wir dieselbe Sprache sprechen, Sie im 15. und ich im 21. Jahrhundert, dennoch möchte ich diese einmalige Gelegenheit nützen, um Ihnen einen Brief zu schreiben. Ich habe mich nämlich schon oft über Sie geärgert, obwohl Sie doch ein Heiliger sind – oder sagen wir lieber: obwohl die römisch-katholische Kirche Sie heiliggesprochen hat, was über tatsächliche Heiligmäßigkeit ja bekanntlich nicht viel aussagt.
Aber ich will mit Ihnen nicht über Kirchenpolitik diskutieren, obwohl das sicher interessant wäre, sondern Ihnen eine ganz persönliche Frage stellen: Welches, bitte, sind die wahren Gründe dafür, dass Sie Ihren Bauernhof, Ihre treu sorgende Frau und Ihre zehn Kinder verlassen und fortan als Einsiedler gelebt haben? Das jüngste Kind war damals erst 16 Monate alt. Was hat Sie so sicher gemacht, damit Gottes Willen zu erfüllen? Sie haben bei der Hochzeit doch bestimmt geschworen, füreinander da zu sein, „bis dass der Tod euch scheidet“? Muss man einen solchen Schwur denn nicht halten? Ich denke an Priester, denen es die Kirche äußerst übel nimmt, wenn sie eine in sehr jungen Jahren getroffene Lebensentscheidung rückgängig machen und den Zölibat beenden wollen. Sie aber wurden schon 1649 ein „Seliger“ und 1947 ein „Heiliger“, und Sie gelten als Schutzpatron der Schweiz!
Ich versuche mir vorzustellen, welches Ihre Beweggründe für diesen ungewöhnlichen und in meinen Augen moralisch zumindest zweifelhaften Schritt gewesen sein könnten. Hatten Sie Angst vor weiteren zehn Kindern (oder hatte vielleicht Ihre Frau Angst davor)? Befürchteten Sie, dass Ihr ältester Sohn, der damals 20 war, unter einem starken Vater zu sehr leiden würde? War Ihnen alles zu viel: zu viel Druck, zu viel Lärm, zu viel Arbeit? Hat Ihnen Ihre Frau ständig dreingeredet, wenn Sie Ihre offenbar sehr segensreiche Beratungstätigkeit für Politiker ausübten? Oder hat sie vielleicht ganz schlecht gekocht, und Sie wollten sie nicht kränken, indem Sie ihr die Wahrheit sagten…
Ich fürchte, ich werde auf meine eingangs gestellte Frage keine Antwort bekommen! Und so will ich Ihnen abschließend nur noch eines gestehen: Sie sind mir zwar ein Ärgernis, aber den Namen Klaus finde ich ausgesprochen schön. Wer weiß, ob er heute noch gebräuchlich wäre, gäbe es nicht einen Namenspatron, und sei es auch nur ein so rätselhafter Heiliger wie Sie, lieber Herr von der Flüe!
Mit freundlichen Grüßen aus der Zukunft, Christa aus Wien.

Adventmail 2008/05 (Briefe an…)

An: leserforum@salzburg.com, 24.11.2009
Betreff: Zum Bericht „Erste Nikolausschule in Salzburg“

Ich lese in den „SN“, dass die Katholische Jungschar die „Qualität der Nikolaus-Besuche steigern“ will.
Ich spiele seit mehr als 20 Jahren (fast) alljährlich den heiligen Nikolaus – allerdings nicht pfarrlich abgesegnet. Und ich frage mich, ob die Jungschar ein Monopol auf den Heiligen zu haben glaubt. Das wäre schlimm, denn die wollen aus einem Vorbild, zu dem die Kinder jedes Jahr im Advent aufschauen, einen langweiligen Softie und Dampfplauderer machen!
Nix da, soweits nach mir geht! Ich nehm weiterhin den Krampus mit, denn die Kinder wollen das Gute und das Böse auch mal vor Augen haben und nicht nur im Internet suchen müssen. Und ich werde weiterhin den Zettel, den mir manche Eltern zustecken, verwenden, damit die Kinder Respekt haben bzw. kriegen vor Mächten, die ihre kleinen und großen Sünden kennen.
Kinder sind nämlich – und jetzt haltet Euch mal fest, ihr Jungschar-Wattebauschpädagogen! – manchmal ziemliche Fratzen, die nun einmal Grenzen brauchen, und sei es in Form von einem kräftigen Hieb mit der Rute. Das mach natürlich nicht ich, als guter Nikolaus. Dafür hab ich ja den Krampus dabei. Wer seinen Sohn liebt, der züchtigt ihn, heißt es nämlich schon in der Bibel. Aber das haben die Jungschärler wahrscheinlich schon „modern“ umübersetzt in: Wenn du deinen Sohn liebst, lass ihn alles tun und lassen, was ihm beliebt…
Franz Hüttler, Tamsweg
(Bei Abdruck bitte „Name der Red. bekannt“ schreiben, sonst hetzt die Jungschar ihre arbeitslosen Krampusse auf mich!)

Eva.Neider@salzburg.com an amaetfacquodvis@gmx.at, 1.12.2008
Betreff: Nikolausschule
Sehr geehrter Herr Hüttler,
Wir würden Ihren Leserbrief gerne veröffentlichen, allerdings nur mit Nennung Ihres Namens. Was meinen Sie dazu?
Mit freundlichen Grüßen
Eva Neider

amaetfacquodvis@gmx.at an Eva.Neider@salzburg.com, 1. Dec 2008
Re: Betreff: Nikolausschule
Gut, bin einverstanden.
Beste Grüße,
Franz Hüttler*
[*Der LeserInnenbrief-Abteilung der „Salzburger Nachrichten“ ist gar nicht bedenklich vorgekommen, dass die Großmutter des GröFaZ noch „Hüttler“ hieß…]