Adventmail 2008/08 (Briefe an…)

(Zum „Wurfgedicht“ von Stephan Eibel Erzberg, veröffentlicht im „Standard“, der gemeinsam mit Ö1 im November 2008 regelmäßig Lyrisches unters lesende und lauschende Volk brachte. Was verdienstvoll ist, wie ich meine.)

treborme@gmx.at an verlagsbuero.lehner@gmx.at, 11.11.2008
Bitte weiterleiten an Herrn Stephan Eibel Erzberg!
Sehr geehrter Herr Eibel,
Ihre „Wurfgedichte“ im „Standard“ vom 10.11.2008 habe ich aufmerksam gelesen, nicht nur, weil wir denselben Familiennamen haben und ich wie Sie aus der Obersteiermark stamme – ein „Robert Eibl Rennfeld“ sozusagen. Und ich mag Jandl, dem Sie ein Gedicht widmen, weil sich der so sprachspielerisch im Schtzgrbn neben Ottos Mops bezwetschkigte.
Aus ihrem Allerseelengedicht werde ich allerdings nicht so recht schlau …

„2.11.1999
immerhin
ist im sarg (meist) wer drin“

Das Datum weist nicht nur auf Allerseelen, DAS christliche Toten- und Auferstandenenfest. Sondern, wie mir google mitteilt, auch auf das Champions-League-Spiel Sturm Graz vs. Manchester United. Das ging zwar – ich war im Stadion! – 2:0 für die „Reds“ aus, aber vom Tod des österreichischen Fußballs konnte damals noch keine Rede sein.
Der Tod kam ostwärts an diesem Tag: Die Gesellschaft für bedrohte Völker teilte mit, „dass russische Truppen in den eroberten Gebieten Tschetscheniens offenbar tschetschenische Männer im wehrfähigen Alter und andere Zivilisten hingerichtet haben“.
Und Hans-Joachim Preil, ein (ost)deutscher Regisseur, Autor und Schauspieler, starb am 2. November 1999 76jährig in Berlin – lag aber da wohl noch nicht in einem Sarg.
Also bitte: WER ist im Sarg (meist) drin? Und wieso „immerhin“? (Oder ist „immer hin“ gemeint?)
Mit neugierigen Grüßen,
Robert Mitscha-Eibl

Antwort am 21.11.2008:
stephan.eibel@gmx.at an treborme@gmx.at

Betreff: eibl,eibln,
lesen sie
GEDICHTE ZUM NACHBETEN
und sie werden wissen, warums zum datum kommt
erstens weil es eine art lyrisches tagebuch ist
und daraus auch dieses gedicht mit titel: 2.11.1999
zweitens weil es doch auch eine ordnung gibt
eine normalität-das übliche- gibt
zweitens verweis ich auf
luxusgedichte erschienen deuticke 3.auflage
und
drittens sofort verhaften! mein neuer roman
spielt im ersten kapitel in rom
im zweiten und dritten: eisenerz
mit vorzüglichen und unanzüglichen
verweise ich auf meine grüsse
hochachtungsvoll
dr.eibel

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