10. Dezember – 15
Fünfzehnmal zu lebenslanger Haft verurteilt zu werden, ist schon eine „Leistung“: Der als „Doktor Tod“ bekannt gewordene Arzt Harold Shipman schaffte dies, nachdem ihm ein britisches Gericht in fünfzehn Fällen Mord nachgewiesen hatte. Begangen hatte er als Hausarzt bei Manchester im Zeitraum von 1970 bis 1998 Morde wohl rund 250 Morde an seinen Patienten, die meisten davon weiblich, die meisten betagt.
Harold Frederick Shipman wurde 1946 geboren, die Schulausbildung absolvierte er in Nottingham, Medizin studierte er in Leeds. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter und dreier Söhne. 1974 bekam er seine erste Stelle als praktischer Arzt in der Nähe von Halifax. Im Jahr darauf wurde Shipman dabei ertappt, dass er Rezepte auf das Opioid Pethidin für den eigenen Gebrauch fälschte. Er kam auf Reha und wurde kurz darauf als geheilt entlassen. Danach etablierte er sich als respektierter Arzt mit eigener Praxis in Hyde, einem Vorort von Manchester.
1998 fiel einer Kollegin die hohe Todesrate unter Shipmans Patienten auf, verbunden mit einer hohen Zahl an Einäscherungen vor allem älterer Frauen, die Shipman zu unterzeichnen hatte. Die Polizei wurde auf den Fall aufmerksam, fand aber zunächst zu wenig schlagende Beweise. Zwischen dem Beginn der Ermittlungen und Shipmans Verhaftung kamen so drei weitere Patienten ums Leben. Sein letztes Opfer war die frühere Bürgermeisterin von Hyde, Kathleen Grundy; sie wurde am 24. Juni 1998 tot zuhause aufgefunden. Der letzte, der sie lebend gesehen hatte, war Harold Shipman.
Grundys Tochter Angela Woodruff wurde stutzig, als ihr der Anwalt der Familie eröffnete, ihre Mutter habe Shipman 386.000 Pfund hinterlassen. Sie suchte die Polizei auf, nun begannen gründliche Untersuchungen. Grundys Leichnam wurde exhumiert, und prompt wies man eine Überdosis Diamorphin nach. Shipman wurde am 7. September 1998 verhaftet. Die nachfolgenden Ermittlungen ergaben einen Rattenschwanz an ähnlich gelagerten Fällen – allerdings ohne finanzielle Motive. Wann er mit den Morden begann, und wie viel es letztlich waren, blieb bis heute unklar. Insgesamt starben während Shipmans medizinischen Behandlungen 459 Personen.
Sein Prozess begann im Oktober 1999 und endete im Jänner 2000 mit 15facher Verurteilung, obwohl er seine Schuld hartnäckig leugnete. Manche Kommentatoren vermuteten als Hintergrund seiner Taten, dass Shipman als Jugendlicher dem langsamen Streben seiner krebskranken Mutter zusehen musste, andere dagegen erkannten nur „an arrogant desire to control life and death“ wie es im englischen Wikipedia heißt. Am 13. Jänner 2004, fast vier Jahre nach seiner Verurteilung und am Vorabend seines 58. Geburtstages, wurde Shipman erhängt in seiner Zelle gefunden. Das Massenblatt “The Sun” quittierte dies mit der Titelzeile “Ship Ship hooray!”
Shipman war einer der “produktivsten” Serienmörder der modernen Geschichte. Als
Folge seiner Verbrechen wurde die britische Gesetzgebung in Bezug auf Pflege und Gesundheit erheblich reformiert.
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Adventmail 2007/09 (Countdown 24-1)
9. Dezember – 16
16 ist die Ordnungszahl des chemischen Elements Schwefel (lat. Sulfur, chem. Zeichen S).
Schwefel (ev. vom Indogermanischen *suel- „schwelen” abgeleitet) findet sich im Periodensystem in der Sauerstoffgruppe, er verbrennt an der Luft mit blauer Flamme und erzeugt dabei stechend riechendes Schwefeldioxid. Schwefel kommt mit einem Anteil von 0,048 % in der Erdhülle (15. Stelle der Elementhäufigkeit) vor. Charakteristisch für das Mineral sind neben der geringen Härte die hell- bis dunkelgelbe Farbe und der niedrige Schmelzpunkt.
Gewonnen wird Schwefel als Abfallprodukt aus Erdöl, Kohle und Erdgas, die oft aufwändig entschwefelt werden müssen, um die Substanzen bestimmungsgemäß verwenden zu können. Reiner Schwefel ist relativ selten, wird allerdings in großen Mengen bei Vulkanausbrüchen freigesetzt.
Schwefel ist für Lebewesen essenziell: Er kommt unter anderem in Aminosäuren und Enzymen vor, und spielt eine wichtige Rolle bei der anaeroben (sauerstoffunabhängigen) Energiegewinnung vieler Mikroorganismen.
Schwefel wird vor allem zur Herstellung von Schwefelsäure, beim Vulkanisieren von Gummi oder in Düngemitteln verwendet, aber auch bei der Herstellung von Schwarzpulver, als Salpeterschwefel in der Feuerwerkerei oder bei anderen Explosivstoffen. Im Pflanzenschutz wird es, in Wasser gelöst, vor allem gegen Mehltau eingesetzt. Das Schwefeln gegen Pilze und Bakterien ist z.B. beim Schwefeln von Weinfässern bekannt, auch Trockenfrüchte werden auf diese Weise behandelt.
Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne und Ekzemen zum Einsatz. In der klassischen Homöopathie ist Sulfur eines der sogenannten großen Mittel.
In der Mythologie, besonders der mittelalterlich-christlichen, war (der Geruch von) Schwefel meist mit dem Teufel oder der Hölle verbunden. (Z.B. in der Wiener Sage „Der Teufel im Krapfenwaldl“)
Jetzt noch eine ganz persönliche Erinnerung an „Schwefel“: Als ich während meiner Grazer Studienzeit mit dem chaotischen Musiker Hannes S. und dem mitteilungsfreudigen Lehramtsstudenten (und jetzigen Märchenerzähler) Frederik „Fips“ Mellak zusammenwohnte, formierte sich in der Öffentlichkeit Protest gegen ein umweltschädigendes Öl/Gas-Kombikraftwerk unweit von Graz unter dem Slogan „Entschwefelt Mellach!“. Als Fips wieder mal besonders redselig war, wandelten Hannes und ich den Slogan ab: „Entschwafelt Mellak!“
Adventmail 2007/08 (Countdown 24-1)
8. Dezember – 17
Mit „Trick 17“ beschreibt man Lösungswege bei Problemen, die originell oder ungewöhnlich sind. Eine solche Lösung kann jedoch nur bei Erfolg Trick 17 genannt werden, da ein Trick 17 immer und sofort auf Anhieb funktionieren muss.
Die Redewendung soll laut Heinz Küpper, “Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache” (1984), erst nach 1950 geläufig geworden sein. Ihre Herkunft ist laut Dr. Gerhard Müller, Leiter der Sprachberatung bei der Gesellschaft für deutsche Sprache, bis heute nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise geht sie zurück auf das Kartenspiel Whist, bei dem ein Stich mit seinem englischen Begriff „trick“ bezeichnet wird.
Der Ausdruck „Trick 17“ bietet sich natürlich als Aushängeschild für Wirtschaftsunternehmen an. Beispiele:
- „trick17“ nennt sich ein 1994 in Trier gegründeter Wintersport-Reiseveranstalter, der Ski- und Snowboardcamps „von Tagesquickies über Weekends und ganzwöchigen Reisen bis hin zu organisierten Betriebsausflügen in den Schnee“ bietet.
- Und „Trick 17“ ist auch ein in München beheimateter Zusammenschluss von Zauberkünstlern, die laut eigenen Angaben „seit Jahren erfolgreich im Theater, bei Galashows, Firmenfeiern und in anderen Bereichen tätig“ sind.
- Auch in Südtirol setzt man auf „trick17“, in Lana (das ist ein Ortsname) läuft ein Fullservice-Angebot im Bereich der kreativen Internet-Kommunikation, von der Entwicklung einer einfachen Internetseite über Online-Marketing bis zur Entwicklung komplexer Webportale.
Adventmail 2007/07 (Countdown 24-1)
7. Dezember – 18
In den meisten EU-Staaten wird mit 18 Jahren die Volljährigkeit erreicht (in Nepal und Somalia dagegen wird man schon mit 15, in Japan erst mit 20 Jahren volljährig).
Auch nach dem österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) hat man ab dem 18. Geburtstag alle Rechte und Pflichten eines Erwachsenen. Davor gibt es mehrere Stufen der Rechtsfähigkeit: Bis zum 7. Geburtstag ist man Kind, zwischen 7 und 14 Jahren unmündiger Minderjähriger, von 14 bis 18 Jahren mündiger Minderjähriger.
Was sich mit 18 Jahren ändert, listet www.jugendservice.at auf:
– Jugendliche dürfen ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten Geschäfte machen und eine Ehe schließen;
– sie können erben und vererben;
– sie sind „vollrechts- und deliktsfähig“, die Obsorge der Eltern erlischt;
– Jugendliche dürfen ohne Einwilligung der Eltern von zu Hause ausziehen;
– Und sie sind ab 18 wehrdienstpflichtig.
Eine persönliche Anmerkung, ohne Namen nennen zu wollen: Vom Recht Über-18-Jähriger, sich als Mitbewohner der Pflicht zur regelmäßigen und rechtzeitigen Müllentsorgung und Badezimmerhygiene zu entschlagen, ist im ABGB nicht die Rede.
Adventmail 2007/06 (Countdown 24-1)
6. Dezember – 19
Es gibt einige bekannte Songs mit der Neunzehn im Titel – meist bezogen auf das entsprechende Lebensalter junger Erwachsener. Einer der erfolgreichsten: Paul Hardcastle’s “Nineteen“, der 1985 zum Nummer-1-Hit wurde. Der Text bezieht sich auf das Durchschnittsalter der getöteten amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg. (Auszug aus der 1. Strophe: „In World War II the average age of the combat soldier was 26… in Vietnam he was 19”)
Hardcastle ist ein britischer Musiker, Produzent und Autodidakt. Die Schwerpunkte seines Schaffens liegen in der elektronischen Musik.
Erste Erfolge feierte er 1981-82 und 1982-1983 mit den Bands „Direct Drive“ und „First Light“. Zuspruch von den Kritikern erhielt Hardcastle für seine ersten Veröffentlichungen als Solokünstler Ende 1983, darunter besonders die Single „Rainforest“ (1984).
Den kommerziellen Durchbruch schaffte er im Mai 1985, eben mit der stilistisch wegweisenden Single „19“. Auf ihr mixte er Dance-Rhythmen mit Samples aus einer US-Fernsehreportage “Vietnam Requiem” (1982) über Soldaten im Vietnamkrieg, die auch Jahre nach Kriegsende noch an posttraumatischen Störungen litten. Der Song belegte zunächst in Großbritannien Platz 1 der Singlecharts, mit einigen Wochen Verzögerung auch in Deutschland. Es wurden sogar anderssprachige Versionen von „19“ produziert, wobei die Samples des Originals sinngemäß übersetzt und von französischen, japanischen und deutschen Nachrichtensprechern neu eingesprochen wurden.
Falls jemand Paul Hardcastle (*10. Dezember 1957 in London) zum baldigen 50er gratulieren möchte: www.paulhardcastle.com
Adventmail 2007/05 (Countdown 24-1)
5. Dezember – 20
Heute geht’s um Sport. Nein, nicht um Martina Navratilova, die in ihrer einzigartigen Tenniskarriere 20 Mal das Turnier in Wimbledon (Einzel, Doppel, Mixed) gewann. Auch nicht um den norwegischen Schirennläufer Kjetil-Andre Aamodt, der seine Karriere im Jänner 2007 – nach dem Gewinn von 20 Olympia- bzw. WM-Medaillen – beendete. Auch nicht um den überschätzten Lukas Podolski, der in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2006 die Rückennummer 20 trug. Und schon gar nicht um Theo Zwanziger, den deutschen Fußballpräsidenten.
Nein, Ausgangspunkt sind die 20 Weltcupsiege des Schispringinkerls Andi Goldberger, dessen Sportlerkarriere etwas typisch Österreichisches hat. Warum? Nun, er war erfolgreich, aber längst nicht so erfolgreich, wie er hätte sein können. Er steht für eine Mischung aus schlampigem Genie, Naivität und Bauernschläue, Bubencharme und Drogenmissbrauch, Karriereknick und nie ganz geglückten Comebackversuchen: Nach seiner Kokain-Affäre 1997 gewann er acht Jahre lang kein einziges Einzelspringen mehr, nicht mal jenen Bewerb 2000 in Planica, wo er mit 225 Metern einen Schiflug-Weltrekord aufstellte. Fazit: „Goldi“ war einer der erfolgreichsten Skispringer der 1990er Jahre und zugleich einer, der’s irgendwie vergurkte.
Geboren wurde Goldberger am 29. November 1972 in Ried im Innkreis (und ist somit seit kurzem 35) aufgewachsen ist er im oberösterreichischen Waldzell am Bauernhof seiner Eltern. Er absolvierte das Skigymnasium in Stams (Tirol) und war bereits als 17-Jähriger Mitglied des österreichischen Nationalteams. 1992 machte er bei der Vierschanzentournee in Innsbruck auf sich aufmerksam, als er, spontan aufgeboten, gleich Platz zwei belegte. Seinen Durchbruch erlebte Goldberger in der Folgesaison als überlegener Sieger der Vierschanzentournee, und er gewann in dieser Saison auch den Gesamtweltcup. Beides wiederholte er zwei Jahre später, 1995/96 gewann er zum 3. Mal den Gesamtweltcup und wurde am Kulm Skiflugweltmeister. Goldberger verbuchte 179 Top-Ten Platzierungen bei Skisprunggroßveranstaltungen ab 1991. Nach 14 Jahren beendete Goldberger seine Karriere.
Im Jahr 1997 gab Goldberger zu, Kokain konsumiert zu haben, und wurde vom Schiverband für ein halbes Jahr gesperrt; er wurde „Kurzzeit-Serbe“ in der Ära Milošević, wollte den Verband wechseln, blieb aber schließlich weiter beim ÖSV.
In Deutschland las sich das vor genau 10 Jahren so: „Auf der Suche nach einem Land, das ihm die Ausübung seines Sports nach dem Bruch mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) ermöglicht, war er in Jugoslawien fündig geworden. Schon seit vergangenem Freitag soll der einst in der Heimat nur ‘Goldi’ Gerufene die jugoslawische Staatsbürgerschaft samt Reisepaß besitzen. Was als erstes von der Belgrader Zeitung Politika gemeldet worden war, läßt nun auch den österreichischen Boulevard an den Qualitäten des ewig lächelnden Sunnyboys zweifeln. Die Wiener Kronen Zeitung fragt, ob sich Goldberger richtig verhalten hat’, und läßt Prominente in skeptischer Distanz antworten. Immerhin, der 25jährige gebürtige Oberöstereicher hat es geschafft, daß erstmals flächendeckend nicht mehr von “Rest-Jugoslawien” gesprochen wird, denn “Rest-Jugoslawe Goldberger” – wie klingt denn das?“ (Berliner Zeitung, am 3.12.1997)
10 Jahre danach ist das vergeben und vergessen. Goldberger ist Sportlegende, Lidl-Werber, Dancing Star, Promi-Koch und seit dem Winter 2005/06 als Experte für den ORF tätig. „Durch seine positive Ausstrahlung und seine freundliche und lustige Art“ gelte er „als einer der größten österreichischen Sympathieträger des Skispringens“, heißt es in dem distanzlosen Wikipedia-Eintrag. Der ewig lächelnde Sunnyboy nahm wie viele andere Sportstars einmal eine Platte auf: „Hart am Wind“ heißt sie, und ich würde sagen: ein „musikalischer Kacherlaufsprung“.
Adventmail 2007/04 (Countdown 24-1)
4. Dezember – 21
Kann man beweisen, dass es eine Seele gibt? Ja, meinte der US-amerikanische Arzt Duncan MacDougall. Er wog im frühen 20. Jahrhundert sechs sterbende Patienten – als Versuch einer „Psychostasie“ (so heißt das schon in Altägypten gebräuchliche Wiegen des Herzens eines Toten; das ermittelte Gewicht stand stellvertretend für den Wert der Seele). MacDougall baute eine Präzisionswaage – ein an einem Gestell aufgehängtes Bett, dessen Gewicht samt Inhalt sich genau bestimmen ließ. Die Gewichtsdifferenz zwischen lebendigen und toten Patienten betrug 21 Gramm: das vermeintliche Gewicht der Seele. 15 (vergiftete) Hunde dagegen verendeten auf der Waage ohne den geringsten Gewichtsverlust – der „Beweis“, dass Tiere eben keine Seele haben.
1907 erschienen Berichte über diese Untersuchungen in der „New York Times“ sowie in der medizinischen Zeitschrift „American Medicine“. Auf MacDougalls Experimente und deren Ergebnisse bezog sich der 2003 vom mexikanischen Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu (der 2006 mit „Babel“ für Furore sorgte) gedrehte Film „21 Gramm“.
Zu anderen Ergebnissen kamen übrigens in den 1920ern die niederländischen Physiker Zaalberg van Zelst und Malta. In ihren Versuchen in Den Haag wogen sie Sterbende ermittelten dabei im Moment des klinischen Todes einen nicht zu erklärenden Gewichtsverlust der Personen von 69,5 Gramm. Der Beweis, dass Amerikaner weniger Seele haben?
Adventmail 2007/03 (Countdown 24-1)
3. Dezember – 22
Heute leider eine traurige Nachricht:
Wie uns der Schweizerische Klub für Entlebucher Sennenhunde (SKES) in seiner „Ehrengalerie verdienter Zuchttiere des SKES“ mitteilt, wurde Rovina vom Zusamtal am Mittwoch, 17. Oktober 2007, allzu früh aus dem Hundeleben gerissen. Geboren war sie im April 1996 worden. Als Zuchthündin der Zuchtstätte von der Auenrüti hatte sie in vier Würfen 22 Welpen das Leben geschenkt. Damit übertrifft sie die zwei Tage später hingeschiedene Hündin Bonanza von der Vehfreud, die es in fünf Würfen für die Zuchtstätte von der Vehfreud auf insgesamt 21 Welpen brachte.
Von den 22 Nachkommen Rovinas steht der Rüde Caro von der Auenrüti noch heute in der Zucht. Und wiederum eine Tochter von Caro, nämlich die Cora vom Schärligberg sorgt nun für Leben in der Zuchtstätte “von der Auenrüti”.
Einen letzten Blick auf die teure Rovina kann die auch in Österreich beträchtlich große Trauergemeinde auf www.entlebuchersennenhunde.ch (Intro keinesfalls überspringen!) unter der Rubrik „Aktuelles“ werfen. Heiliger Strolchi, bitte für sie.
Bester Gesundheit erfreuen sich – wie zu sehen ist – Florisel vom Achhölzli, der kürzlich von der Schweiz nach Russland auswanderte, Ayuna-Luna vom Grundstiegeli, die eine Schwester des in Marrakesch wohnenden Amon-Reto ist, und gottlob auch Eleanor vom Bogenthal, die Novembergrüsse (für ÖsterreicherInnen: Novembergrüße) aus dem verschneiten Jura sendet…
Adventmail 2007/02 (Countdown 24-1)
2. Dezember – 23
Wusstest du, …
…dass der 23. Vers im 23. Kapitel des Lukas-Evangelium die Forderung nach der Kreuzigung von Jesus beinhaltet?
…dass es bei den Nürnberger Prozessen 23 angeklagte deutsche Nazis gab?
…dass der schwedische Premierminister Olof Palme exakt um 23:23 Uhr ermordet worden ist?
…dass Cäsars Ermordung das Resultat von 23 Messerstichen war?
…dass der Tag des Einsturzes des World Trade Center (11.09.2001 – 11+9+3 = 23) eng mit der 23 verbunden ist?
…dass “Number 23”, der 23. Film, bei dem Joel Schumacher Regie führte, am 23. März 2007 in die österreichischen und deutschen Kinos kam?
Die auf den ersten Blick so harmlos wirkende 23 ist seit Jahrhunderten ein Lieblingsspielplatz für Zahlenmystiker und Verschwörungstheoretiker. Die Primzahl und ihre Quersumme 5 gelten als Zahlen des Untergangs und des Bösen, als geheimes Symbol der Freimaurer oder gar der Geheimloge der Illuminaten.
Die Homepage http://die23er.de listet Kurioses und Dubioses rund um die Zahl 23 auf. Entstanden ist sie in Anlehnung an den Film „23“ des deutschen Regisseurs Hans-Christian Schmid (den ich übrigens 2006 anlässlich seines Films „Requiem“ interviewte). Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Zusammenhänge von Besuchern der Seite eingesendet und die Aufzählung somit immer länger. Mittlerweile ist die23er.de eine der umfangreichsten Sammlungen von Ereignissen und kuriosen Informationen rund um die Zahl 23 im deutschsprachigen Internet.
So, und jetzt rechne mal die Quersumme des heutigen Datums* aus…!!!
* (2.12.2007; 2+12+9=23)
Adventmail 2007/01 (Countdown 24-1)
1. Dezember 2007 – 24
„24“ ist eine sehr erfolgreiche US-amerikanische Fernsehserie, die im Umfeld eines fiktiven amerikanischen Anti-Terror-Geheimdienstes (CTU) spielt. Jede Staffel besteht aus 24 Episoden und zeigt „in Echtzeit“ einen vollständigen Tag im Leben des CTU-Agenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland), der Terrorangriffe verhindert bzw. deren Folgen einzudämmen versucht. „War James Bond der fiktive Held des Kalten Kriegs, so ist heute Jack Bauer der fiktive Held des Kriegs gegen den Terror“, schrieb die FAZ im Februar 2005. Obwohl die Serie in den USA bereits im November 2001 startete und somit sicher eine längere Vorbereitungszeit hatte, traf sie durch die 9/11-Anschläge von 2001 den Nerv der Zeit.
Ich sah die erste Staffel ziemlich vollständig im Jahr 2003, die zweite dann nur mehr sporadisch, die drei weiteren gar nicht mehr. Die Idee hatte sich in meinen Augen abgenützt, die Dauerdramatik ermüdete. Dennoch ist „24“ ein Stück TV-Geschichte: Noch nie wurde so viel Folter gezeigt (der Parents’ Television Council zählte 67 Folterszenen in den ersten fünf Staffeln), und die Ära Bush spiegelt sich in den jeweiligen US-Präsidenten im Plot wider – der von finsteren Nebenfiguren umringte, „gute“ und schwarze Präsident Palmer der ersten Staffeln wird ermordet, sein (weißer) Nachfolger Logan erweist sich in der (mit 5 „Emmys“ meistausgezeichneten Staffel 5) selbst als verbrecherisch.