1. Dezember 2007 – 24
„24“ ist eine sehr erfolgreiche US-amerikanische Fernsehserie, die im Umfeld eines fiktiven amerikanischen Anti-Terror-Geheimdienstes (CTU) spielt. Jede Staffel besteht aus 24 Episoden und zeigt „in Echtzeit“ einen vollständigen Tag im Leben des CTU-Agenten Jack Bauer (Kiefer Sutherland), der Terrorangriffe verhindert bzw. deren Folgen einzudämmen versucht. „War James Bond der fiktive Held des Kalten Kriegs, so ist heute Jack Bauer der fiktive Held des Kriegs gegen den Terror“, schrieb die FAZ im Februar 2005. Obwohl die Serie in den USA bereits im November 2001 startete und somit sicher eine längere Vorbereitungszeit hatte, traf sie durch die 9/11-Anschläge von 2001 den Nerv der Zeit.
Ich sah die erste Staffel ziemlich vollständig im Jahr 2003, die zweite dann nur mehr sporadisch, die drei weiteren gar nicht mehr. Die Idee hatte sich in meinen Augen abgenützt, die Dauerdramatik ermüdete. Dennoch ist „24“ ein Stück TV-Geschichte: Noch nie wurde so viel Folter gezeigt (der Parents‘ Television Council zählte 67 Folterszenen in den ersten fünf Staffeln), und die Ära Bush spiegelt sich in den jeweiligen US-Präsidenten im Plot wider – der von finsteren Nebenfiguren umringte, „gute“ und schwarze Präsident Palmer der ersten Staffeln wird ermordet, sein (weißer) Nachfolger Logan erweist sich in der (mit 5 „Emmys“ meistausgezeichneten Staffel 5) selbst als verbrecherisch.