“Familie ist für uns weiterhin das Sternbild Mann, Frau und Kind. Und nicht Mann, Mann oder Frau, Frau.”
Mit diesen Worten begründete einer der „Fixsterne“ meines Berufslebens seit dem Zivildienst bei der Katholischen Jugend, der Grazer Bischof Egon Kapellari, warum die Kirche am „Idealbild von Familie“ festhalte. Weiter heißt es in einer (nicht von mir verfassten) Kathpress-Meldung über das in Begutachtung befindliche Fortpflanzungsmedizingesetz, Kinder gebe es “nur mit dem Prinzip Mann und dem Prinzip Frau“. Kapellari mit indirektem Verweis auf das Naturrecht: “Das hat mit Religion nichts zu tun.“ Soll heißen: Diese Überzeugung müsste sich auch Nichtgläubigen als vernünftig erschließen. Nicht jede Unterscheidung sei eine Zurücksetzung, und “nicht alles Ungleiche kann gleichbehandelt werden, ohne dass es Folgeschäden anrichtet”, so Kapellari.
Für mich ist genau das eine offene Frage: Ist es diskriminierend, den Begriff – und die Vorrechte – der Familie heterosexuellen Paaren und deren Nachkommen vorzubehalten? Hat der Staat sogar die Pflicht, diese Konstellation als „Keimzelle der Gesellschaft“ und Garantin des Generationenvertrags besonders zu fördern? Oder ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass deklariert homosexuelle Bindungen immer normaler werden – etwa durch erlaubte Samen- und Eizellspenden oder durch geänderte Adoptionsbestimmungen? Ist die Natur „diskriminierend“, weil sie unterschiedliche Geschlechter zur Fortpflanzung vorsieht? Gibt es ein Recht auf Kinder auch für Paarkonstellationen, für die die Natur keine vorsieht? Welche „Folgeschäden“ genau würden drohen, wenn gesetzlich kein Einwand bestünde gegen einen im Reagenzglas gezeugten Embryo von Eizell- und SamenspenderInnen, der einer Dritten in die Gebärmutter gesetzt wird?
Mir fehlt bei all dem die „Sternbildsicherheit“ des Bischofs (und studierten Juristen). Ich fühle Unbehagen sowohl gegenüber (verdeckter) Homophobie als auch gegenüber der medizinisch-technischen Variante des „anything goes“. Mich interessiert Eure Meinung dazu (meine ist noch im Status der Einnistung)…
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Adventmails 2014/03 (Sterne)
Wusstet Ihr, dass der Suchbegriff „Haubenkoch“ (121.000) auf Google zu deutlich weniger Ergebnissen führt als der Begriff „Sternekoch“ (538.000)? Also, ich nicht. Ich dachte, dass für tolle Köche nach dem Bewertungsschema des Gault Millau stets Hauben vergeben werden. Doch da der (rote) Guide Michelin Sterne nicht nur für Hotels, sondern auch für Restaurants Sterne verleiht, gibt es folglich auch Sterneköche. Ich lasse mich belehren: „1936 wurden die bis heute gültigen Definitionen zu den Sternen eingeführt: ‚Eine sehr gute Küche: verdient besondere Beachtung‘ (ein Stern), ‚Eine hervorragende Küche: verdient einen Umweg‘ (zwei Sterne), ‚Eine der besten Küchen: ist eine Reise wert‘ (drei Sterne).“
Na gut. Ich frag mich jetzt entsprechend meinem Adventthema natürlich, ob ein kundiger Chef de Cuisine, sagen wir vom Restaurant Caffé Stern in Paris (gestaltet von Philippe Starck), im „Stern Luzern“ oder vom Gasthaus Stern in Wien-Simmering, eine solche Auszeichnung auch für sternförmige Gerichte erlangen könnte, z.B. für entsprechend geformte Weihnachtskekse. Ob er ein gefinkeltes Rezept mit dem schönsten aller Gewürze, mit „Sternanis“ (anisi stellati fructus), kreieren könnte, oder ein phantastisches Dessert unter Verwendung von „Sternfrüchten“ (Averrhoa carambola, auch „Karambole“)?
Die Sternfrucht stammt ursprünglich aus Südostasien, wird inzwischen aber weltweit in den Tropen kultiviert. Die grüne bis gelbe, der Länge nach in fünf Rippen und Rinnen unterteilte Beere ist um die zehn Zentimeter lang und misst ca. fünf Zentimeter im Durchmesser. Das Fruchtfleisch ist gelblich durchscheinend und schwach säuerlich bis süß.
Die Rezepte, die ich im Internet fand, nutzen die Sternfrucht vor allem als dekoratives Element auf Desserts oder Cocktails. Kein Wunder, denn wenn man sie quer in Scheiben schneidet, erhält man dekorative Sterne.
Ach ja: Drei Sterne vom Guide Michelin bekam zuletzt kein einziger Gourmettempel in Österreich. Und auch zwei Sterne bekamen nur das Steirereck im Wiener Stadtpark und Silvio Nickol im Wiener Palais Coburg. Allerdings: In Österreich werden nur mehr Restaurants in Wien und Salzburg in der Ausgabe „Main Cities of Europe“ beurteilt, seit der Michelin Österreich 2009 eingestellt wurde.
Adventmails 2014/02 (Sterne)
Ich habe wenig Sinn für Schmuck, ich gestehe es. Ringe, Ketten, Armreifen, Broschen, Krawattennadeln – all das lässt mich kalt bzw. nicht vor Schaufenstern Halt machen. Doch hübsch finde ich den alljährlich von Swarovski herausgegebenen Kristallstern, der heuer irgendwie an ein Eichenblatt erinnert. 2013 war er achtzackig und zeigte in der Mitte eine kleine Sternvariante als Freiraum, 2012 sah er aus wie eine Winterolympiamedaille, 2011 bildeten zwei übereinander gelegte Hexagramme einen Zwölfzack. Und so weiter bis zurück zum Beginn 1991. Es gibt Sammler, die gieren nach der alljährlichen Ergänzung ihrer Bestände.
Seit Jahren krönt jedes Jahr ein „Swarovski Star“ auch den berühmten Christbaum am New Yorker Rockefeller Center. Auf www.luxurydaily.com ist zu erfahren, dass der wohl wichtigste Werbeträger des Tiroler Paradeunternehmens am 3. Dezember, also morgen, illuminiert wird: „The star was lifted to the top of the tree, but will not be lit until the ceremony to celebrate the 82nd Rockefeller Center Tree Lighting on Dec. 3.”
Sympathisch beyond of daily luxury ist die Tradition der „Herrnhuter Sterne“. Wikipedia nennt sie „mathematische Sternkörper, die aus einem Rhombenkuboktaeder als Grundkörper mit aufgesetzten Pyramiden bestehen“ – wovon ich verstehe, dass sie … ähm, also recht hübsch und mit vielen Spitzen ringsum versehen sind.
Zahlreiche Spitzen hat auch die Berlinerin und Wahlwienerin Maria Stern in ihr Swarovski-Lied eingebaut, mit dem sie beim FM4-Protestsongcontest 2010 reüssierte. Warum die darin besungene Fiona Swarovski-Grasser angeblich mit einer Klage drohte, wird hier nachvollziehbar.
Adventmails 2014/01 (Sterne)
Der Apostel Jakobus erschien Karl dem Großen im Traum und prophezeite dem Frankenherrscher Großes: Er werde einen Feldzug nach Galicien unternehmen, mit einem Heer so zahlreich wie die Sterne, und danach würden wie Karl und seine Mannen alle Völker bis zum Ende der Zeiten dorthin – nach Santiago de Compostela – zum Grab des Apostels pilgern.
Dargestellt ist diese Legende aus der „Historia Caroli Magni“ (12. Jht.) auf dem güldenen Aachener Karlsschrein, in dem die Gebeine des 814 verstorbenen ersten Karolingers ruhen. Zu sehen ist über dem Haupt des schlafenden Kaisers eine Art Milchstraße, die ein altes Symbol für den Weg der Seelen darstellt: Ihr Licht ist dabei der Kompass, der den Weg zum Paradies zeigt.
Santiago de Compostela (zur Zeit Karls im kleinen nichtislamischen Teil der iberischen Halbinsel gelegen), war neben einem Wallfahrtsort auch politischer Brennpunkt der Reconquista, der christlichen Rückeroberung der Halbinsel. „Sternenweg“ ist ein Synonym für den Pilgerweg dorthin; Santiago de Compostela heißt wörtlich Sankt Jakob vom Sternenfeld (vom Lateinischen „campus stellae“). Das Wappen der Stadt zeigt neben dem Jakobsgrab auch einen siebenzackigen – für Vollkommenheit stehenden – Stern und nicht, wie zahlreiche andere spanische Orte, eine Jakobsmuschel.
Mit Santiago verbindet mich übrigens eine besondere Erinnerung: Im Sommer 2012 besuchte ich im Zuge einer Reise nach Portugal mit drei ReisegefährtInnen auch die Jakobsstadt – und schoss dort ein Foto mit „spirituellem Mehrwert“: Freund Norbert saß inmitten der Urlaubstruppe und war als einziger „in Licht getaucht“, ein Strahlemann von Kopf bis Fuß. Meine Kamera als Zeugin einer Erleuchtung – wow!

Adventmails 2014 (Ankündigung)
Liebe Freundinnen und Freunde,
der Advent ist eine Zeit, die unter einem guten Stern steht. Dieser wies nicht nur den Weisen aus dem Morgenland den Weg an die Geburtsstätte Jesu Christi, sondern geleitet auch skeptische Zeitgenossen zwischen grell-vorweihnachtlichen Reklamelichtern hindurch zu Stätten der Geborgenheit und des Friedens. „Sterne“ aller Art sollen demgemäß auch das Thema meiner diesjährigen Adventmails sein. Die Palette reicht dabei vom Stern von Bethlehem zu jenem, „der deinen Namen trägt“, von „Odyssee 2001“ bis zu Sternfrüchten-Rezepten, von Stella McCartney bis zu Asterix, von Stardust bis zu Sternenhimmelerlebnissen, vom Prater- bis zum Mercedesstern.
Wie seit dem Beginn im Jahr 2002 möchte ich mit meinen adventlichen Zusendungen Aha-Erlebnisse, Schmunzelanlässe und sonstige Bereicherungen in der Vorweihnachtszeit bieten – getragen von der Überzeugung, dass Bildung ein immer neues, faszinierendes Puzzlespiel ist. Ihr braucht heuer keine Beiträge zu leisten (außer, Ihr habt etwas zum Thema zu sagen, das Euch unter den Nägeln brennt), für Sternstunden sorge ich diesmal alleine
Am Montag geht’s los. Bis dann!
Robert
Adventmail 2013/24 (Advent-Jukebox)
Heute gibt’s zwei Lieder, ein weihnachtlicher Bonus-Track ist sozusagen dabei…
MANFRED, Werbeagenturleiter, Graz:
Das Lied … naja, nicht mein Lieblingslied. Vielleicht auch kein besonders gutes. Und die Band hat bestimmt auch schon bessere Zeiten gesehn. Aber wir haben 2013, und ich kann mich an kein Jahr erinnern, das mich mehr Kraft gekostet hat; das mich Schlimmeres gelehrt hat; das mich sosehr auf die Frage zurückgeworfen hat, was ich überhaupt will, wer ich überhaupt bin, und das zugleich so furchtbare Antworten geboten und so schöne Antworten notwendig gemacht hat.
Ich hab keine Ahnung, worum es im Leben geht. Weniger als je zuvor. Null. Vielleicht ist das aber eben die Chance. Jedenfalls stirbt die Hoffnung zuletzt. “After the flood all the colors came out.” Und: “See the world in green and blue.”
Auf 2014. Und auf 2013, dieses Jahr der Angst, dieses so erschütternde Jahr. Frohe Weihnachten.
U2: „Beautiful Day“, www.youtube.com/watch?v=co6WMzDOh1o
CLAUDIA, Fotokünstlerin (www.henzlerworks.com), gebürtige Heidelbergerin, lebt in Salzburg
„Ich steh an Deiner Krippen hier“:
Den Song liebe ich, weil ich dann immer die Weihnachtszeit als Kind vor mir habe, wo wir das Lied in unserer sechsköpfigen Familie zusammen gesungen haben… mein Vater, der mittlerweile an Parkinson verstorben ist, hat es, als er noch gesund war, auf der Geige begleitet… und zuerst meine Mutter, dann in späteren Jahren abwechselnd meine Brüder haben auf dem Klavier gespielt.
Noch heute überkommen mich nostalgische Gefühle, wenn ich es höre… schön… und traurig zugleich… und der Wert der Familie und der gemeinsamen Verbundenheit wird mir dabei immer erneut bewusst.
Mädchenchor am Dom und St. Quintin Mainz: “Ich steh’ an deiner Krippen hier”,
www.youtube.com/watch?v=fN4o8ca-4VU&list=PLHCbcr1Z8c2dxwNVLHXncS7mu2UbKluN1&index=9
Adventmail 2013/23 (Advent-Jukebox)
MARIA, Lehrerin an der Modeschule Graz, Auslandspraktikumsvermittlerin:
Du bist schwanger,
Einmal, zweimal, dreimal,
Du singst für die Winzlingswesen, die deinen Bauch bewohnen.
Du singst für das Baby, das gerade deinen Bauch rockt.
Du summst leise, um euch beiden Mut zu machen vor der Geburt.
Dann sind die Zwerge da.
Auf der Welt mit dir.
Du vertreibst singend Ängste, Bauchschmerzen, Kummer und die Langeweile bei langen Autofahrten.
Du singst die Kinderkassetten rauf und runter: Pippi Langstrumpf, Erni und Bert, Ritter Rost, die Zauberflöte und Alex, die Piratenratte.
Die Kinder singen mit.
Voller Freude hörst du, wie schön ihre Stimmen sind.
Wie gut sie zusammenklingen mit deiner Stimme und der ihres Vaters.
Harmonie des Zusammenklangs, Mehrstimmigkeit.
Echo der Liebe, des Glücks.
Und dann singen deine Kinder für dich.
Nicht allein für dich, natürlich.
Aber du darfst zuhören in großen Konzertsälen oder vor dem Radio oder nächtelang, wenn dein Jüngster Lieder erfindet, komponiert, singt,
wieder und wieder aufnimmt.
So ist das mit dem Gesang.
Singen wie atmen.
Wie leben.
Hier nun ein Lied vom jüngsten Familienmitglied, Florian. Er ist fünfzehn, seine Instrumente, Klavier, Gitarre und seine Stimme verwöhnen uns und unser Haus mit good vibrations. Das ist wunderbar, auch wenn ich manchmal die Couch vermisse, die aus Platzmangel dem Flügel weichen musste. Das Lied, das er getextet, komponiert und vor wenigen Tagen in seinem Zimmer aufgenommen hat, ist auch für mich vollkommen neu. Ich danke ihm für dieses Geschenk.
Florian Pichlbauer: „Where are you now“ (Link 2025 nicht mehr verfügbar. Stattdessen: https://www.youtube.com/watch?v=Nn2mgXUPBh0)
Adventmail 2013/22 (Advent-Jukebox)
GREGOR, Mathematikstudent, Sohn, Wien:
Mein Lied ist “Coming Up Roses” von Elliott Smith, und die Geschichte, die ich dazu erzählen will, handelt davon, wie ich die Liebe meines Lebens kennenlernte.
Es war Oktober 2010. Carmen sah ich zum ersten Mal auf der TU, Fachschaft Mathematik. Sie war im ersten Semester, ich im siebten. Ich hatte damals Zweifel, ob ich überhaupt jemals mein Studium beenden würde – auf den Bachelor (Mindestzeit: 6 Semester) fehlten mir noch mehr als die Hälfte der ECTS-Punkte. Ich war außerdem in einem Motivationsloch, arbeitete drei Tage die Woche als Fahrradbote und kam neben Party machen und Bier trinken wenig zum Studieren. Als ich Carmen davon erzählte, wettete sie mit mir um eine Kiste Bier, dass ich bis Ende des Sommersemesters nicht alle fehlenden Prüfungen schaffen würde.
Die erste Strophe beschreibt ein bisschen meine damalige Verfassung:
I’m a junkyard
full of false starts,
and I don’t need your permission
to bury my love
under this bare
light bulb.
Carmen hatte mich in der “wildesten” Phase meines Lebens kennengelernt. Ich befand mich in den Nachwehen einer ziemlich katastrophalen unglücklichen Liebe, war im Juni aus meiner WG geflogen und hatte im Sommer vorübergehend wieder in Korneuburg gelebt. Um die verloren gegangene Wärme in meinem Liebesleben zu ersetzen, traf ich mich an den meisten Tagen mit Freunden zum Fortgehen und war bei jeder Party dabei. An guten Abenden fühlte ich mich wie der König der Nacht (oder zumindest der coolste Typ von Wien), und an schlechten saß ich zwischen Bierdosen in meiner neuen WG und spielte Online-Games auf Facebook.
Elliott Smith war mein Begleiter und Trostspender. (Soundtrack: “Miss
Misery”, http://www.youtube.com/watch?v=h7MizF_OEH8)
Gegen Ende des Jahres wurden die Nächte kälter und ich unglücklicher. Ich hatte es geschafft, die Geschichte mit meiner Ex-Freundin (nennen wir sie “Veri”) nochmal halb aufzuwärmen, was alles nur schlimmer machte, und Carmen hatte ich nur mehr ein, zwei Mal auf der Uni gesehen. Kurz vor Weihnachten fasste ich mir ein Herz und schrieb sie auf Facebook an: ob sie sich in den Ferien mal treffen wolle? Sie war aber nicht in Wien.
Am 26. Dezember erzählte ich Veri von Carmen: Ich hätte ein Mädchen auf der Uni kennengelernt, das mir gefällt. Sie fragte mich, wieso ich mich überhaupt noch mit ihr traf. An diesem Abend, der ein langer war, kamen wir überein, uns nicht mehr zu sehen.
Der endgültige Abschied tat mir gut. Carmen ließ noch auf sich warten, hatte aber immerhin schon mein Leben positiv beeinflusst. Ich begann wieder was für die Uni zu tun. In den Semesterferien wurde ich auch aus meiner zweiten WG geworfen, und überzeugte meinen Bruder, mit mir zusammenzuziehen. Zu der Zeit wieder war ich fast täglich mit meinem besten Freund, Michi, im Lernraum des AKH anzutreffen. Wir lernten und spielten Schach bis spät in den Abend und gingen nachher noch was trinken. Mir verblieben mit Beginn des Semesters noch 18 Wochen, um die für meine Wette fehlenden 18 Prüfungen zu schaffen. Jede Woche eine Prüfung, 4 Monate lang! Undenkbar.
Einmal traf ich im AKH zufällig wieder Carmen. Das Lied hat mir damals ein anderer Freund vorgespielt (Elliott Smith war in meinem Freundeskreis ziemlich beliebt), und es hat wohl perfekt gepasst:
You’re coming up roses,
everywhere you go
red roses
follow
Diese Zeilen erinnern mich heute noch an diese Zeit, Februar 2011, und an das Gefühl, dass mein Leben langsam wieder in die Gänge kommt. Das mit Carmen sollte aber noch etwas dauern…
Mitte April: Mein bester Freund gestand mir, dass er sich schon seit längerem in Veri verliebt hatte (und sie auch in ihn). Autsch! Ich hörte weiter viel Elliott Smith und wahrte die Hoffnung. Immerhin, die ersten paar Prüfungen hatte ich geschafft.
Nur zwei Wochen später, 6. Mai, der große Tag: Am Mathefest wollte ich Carmen erobern. Als ich dort ankam, hatte ich schon 9 Bier intus und traf sie gleich wieder. Wir bandelten an, indem wir erst mal eine Runde Schach spielten. Ein paar Tage danach küssten wir uns zum ersten Mal, im Mondschein am Brunnen vor der Karlskirche. Happy End! Zwei Monate später waren wir zusammen, und sie schuldete mir eine Kiste Bier
Elliot Smith, “Coming Up Roses”: www.youtube.com/watch?v=c4UL7fXSzk8
Adventmail 2013/21 (Advent-Jukebox)
KARIN, Vintage-Händlerin, Cousine, Zürich:
“Time of the season” von den Zombies – der Inbegriff meines Lebens: liebeserfüllt, kompliziert, unbeschwert, im Wechselbad der Gefühle, das Leben im Moment, Zeit zu zweit, Wünsche, Party, Ich.
Ist für mich auch biz bezeichnend, dass sich das Leben Saison für Saison ändern kann. Also bleib ich stets wach…
“Dear Wendy” heißt übrigens der großartige Film, dessen Titelmusik von den Zombies stammt.
Zombies: “Time of the season”, www.youtube.com/watch?v=nqnuI9K5ct4
Adventmail 2013/20 (Advent-Jukebox)
MORITZ, Kundenbetreuer, Sohn, Korneuburg:
“Long Distance” von den Turin Brakes habe ich für mich entdeckt, als ich bei Robert eingezogen bin. Damals hatte ich schon seit ein paar Jahren meine “Ich-höre-Metal-und-nichts-als-Metal”-Phase abgeschüttelt und bin – auch durch den starken Einfluss meines älteren Bruders – zu Indie übergewechselt. Auf der Suche nach neuer Musik, die mir gefällt, habe ich damals Roberts CD-Sammlung durchwühlt und fündig geworden.
Bis zu dem Zeitpunkt war es einfach nur Musik, die mir sehr gut gefällt. Tieferen Sinn hat das Lied für mich erst bekommen, als meine erste Freundin Charlotte von einem mehrmonatigen Wienaufenthalt zurück nach Frankreich fuhr und wir versuchten, eine Fernbeziehung weiterzuführen. Texte sind für mich bei Musik nicht immer so wichtig, aber die Passage “I let somebody get under my skin / Long distance losing is all that I’ve seen / Now there’s a river” hat einfach wie die Faust aufs Auge gepasst.
Auch in meiner zweiten Beziehung hat das Lied für mich einen speziellen Wert gehabt. Lisa, selbst sehr gute Sängerin, hat mit einem Freund ein Bandprojekt gestartet. Ich bin da irgendwie als zweiter Gitarrist reingerutscht und bei unserem ersten Auftritt war “Long Distance” eines von zwei Liedern, bei denen ich mich auch gesanglich bewähren musste.
Das Lied gehört nach wie vor zu meinen Favorits – mittlerweile nicht nur, weil es musikalisch so gut ist, sondern auch so viele schöne Erinnerungen birgt.
Turin Brakes: “Lond Distance”, www.youtube.com/watch?v=XVnQS_FPeng