Wusstet Ihr, dass der Suchbegriff „Haubenkoch“ (121.000) auf Google zu deutlich weniger Ergebnissen führt als der Begriff „Sternekoch“ (538.000)? Also, ich nicht. Ich dachte, dass für tolle Köche nach dem Bewertungsschema des Gault Millau stets Hauben vergeben werden. Doch da der (rote) Guide Michelin Sterne nicht nur für Hotels, sondern auch für Restaurants Sterne verleiht, gibt es folglich auch Sterneköche. Ich lasse mich belehren: „1936 wurden die bis heute gültigen Definitionen zu den Sternen eingeführt: ‚Eine sehr gute Küche: verdient besondere Beachtung‘ (ein Stern), ‚Eine hervorragende Küche: verdient einen Umweg‘ (zwei Sterne), ‚Eine der besten Küchen: ist eine Reise wert‘ (drei Sterne).“
Na gut. Ich frag mich jetzt entsprechend meinem Adventthema natürlich, ob ein kundiger Chef de Cuisine, sagen wir vom Restaurant Caffé Stern in Paris (gestaltet von Philippe Starck), im „Stern Luzern“ oder vom Gasthaus Stern in Wien-Simmering, eine solche Auszeichnung auch für sternförmige Gerichte erlangen könnte, z.B. für entsprechend geformte Weihnachtskekse. Ob er ein gefinkeltes Rezept mit dem schönsten aller Gewürze, mit „Sternanis“ (anisi stellati fructus), kreieren könnte, oder ein phantastisches Dessert unter Verwendung von „Sternfrüchten“ (Averrhoa carambola, auch „Karambole“)?
Die Sternfrucht stammt ursprünglich aus Südostasien, wird inzwischen aber weltweit in den Tropen kultiviert. Die grüne bis gelbe, der Länge nach in fünf Rippen und Rinnen unterteilte Beere ist um die zehn Zentimeter lang und misst ca. fünf Zentimeter im Durchmesser. Das Fruchtfleisch ist gelblich durchscheinend und schwach säuerlich bis süß.
Die Rezepte, die ich im Internet fand, nutzen die Sternfrucht vor allem als dekoratives Element auf Desserts oder Cocktails. Kein Wunder, denn wenn man sie quer in Scheiben schneidet, erhält man dekorative Sterne.
Ach ja: Drei Sterne vom Guide Michelin bekam zuletzt kein einziger Gourmettempel in Österreich. Und auch zwei Sterne bekamen nur das Steirereck im Wiener Stadtpark und Silvio Nickol im Wiener Palais Coburg. Allerdings: In Österreich werden nur mehr Restaurants in Wien und Salzburg in der Ausgabe „Main Cities of Europe“ beurteilt, seit der Michelin Österreich 2009 eingestellt wurde.