Adventmails 2014/01 (Sterne)

Der Apostel Jakobus erschien Karl dem Großen im Traum und prophezeite dem Frankenherrscher Großes: Er werde einen Feldzug nach Galicien unternehmen, mit einem Heer so zahlreich wie die Sterne, und danach würden wie Karl und seine Mannen alle Völker bis zum Ende der Zeiten dorthin – nach Santiago de Compostela – zum Grab des Apostels pilgern.
Dargestellt ist diese Legende aus der „Historia Caroli Magni“ (12. Jht.) auf dem güldenen Aachener Karlsschrein, in dem die Gebeine des 814 verstorbenen ersten Karolingers ruhen. Zu sehen ist über dem Haupt des schlafenden Kaisers eine Art Milchstraße, die ein altes Symbol für den Weg der Seelen darstellt: Ihr Licht ist dabei der Kompass, der den Weg zum Paradies zeigt.
Santiago de Compostela (zur Zeit Karls im kleinen nichtislamischen Teil der iberischen Halbinsel gelegen), war neben einem Wallfahrtsort auch politischer Brennpunkt der Reconquista, der christlichen Rückeroberung der Halbinsel. „Sternenweg“ ist ein Synonym für den Pilgerweg dorthin; Santiago de Compostela heißt wörtlich Sankt Jakob vom Sternenfeld (vom Lateinischen „campus stellae“). Das Wappen der Stadt zeigt neben dem Jakobsgrab auch einen siebenzackigen – für Vollkommenheit stehenden – Stern und nicht, wie zahlreiche andere spanische Orte, eine Jakobsmuschel.
Mit Santiago verbindet mich übrigens eine besondere Erinnerung: Im Sommer 2012 besuchte ich im Zuge einer Reise nach Portugal mit drei ReisegefährtInnen auch die Jakobsstadt – und schoss dort ein Foto mit „spirituellem Mehrwert“: Freund Norbert saß inmitten der Urlaubstruppe und war als einziger „in Licht getaucht“, ein Strahlemann von Kopf bis Fuß. Meine Kamera als Zeugin einer Erleuchtung – wow!

Freund Norbert – einer der „Illuminati“?

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