Am 11. Dezember …
… 1981 mühte sich der damals 39-jährige Muhammad Ali als Schatten seiner selbst in seinem letzten Boxkampf seiner Karriere. Im „Drama auf den Bahamas“ verlor der von seiner Parkinson-Krankheit bereits Gezeichnete klar nach Punkten gegen Trevor Berbick.
Ali war einer der Sport-Idole meiner Kindheit. Ich las z.B. die vom späteren ORF-Chef Teddy Podgorsky verfasste Biographie „Cassius Clay“, betitelt mit dem abgelegten „Sklavennamen“ des zum Islam konvertierten Box-Champs. Eine meiner ersten Fernseherinnerungen ist Alis Kampf im September 1966 gegen den damaligen deutschen Schwergewichts-Europameister Karl Mildenberger, wobei ich damals im Wohnzimmer meines Onkels Fredi noch dem weißen Mann die Daumen hielt. Dass Ali wegen seiner Wehrdienstverweigerung drei Jahre nicht boxen durfte und seinen WM-Titel verlor, fand ich ungerecht. An seinem Comeback im Jahr 1970 nahm ich regen Anteil, bei seiner ersten Niederlage im „Fight of the Century“ gegen Joe Frazier litt ich mit. Und ich triumphierte mit ihm beim legendären „Rumble in the jungle“, als Ali den brutalen Schläger George Foreman durch kluge Taktik besiegte und nach zehn Jahren zum zweiten Mal Weltmeister wurde. Was dann folgte, war bis auf den ebenfalls legendären „Thrilla in Manila“, bei dem er in der Revanche gegen Frazier die Oberhand behielt, ein Abgesang auf die glänzende Karriere eines Ausnahmeboxers und kritischen Geistes. Auch wenn er 1978 im Retourkampf gegen Leon Spinks zum dritten Mal Champ aller Klassen wurde.
Im Jahr 1999 wählte das Internationale Olympischen Komitee Muhammad Ali zum „Sportler des Jahrhunderts“, zu einem Zeitpunkt, als er eine frühere provokante Großmäuligkeit längst zugunsten einer karitativ engagierten Altersweisheit abgelegt hatte. Hatte er als Aktiver durch seinen eleganten Boxstil, die Stakkato-Reime gegen seine Gegner und seine Unerschrockenheit gegenüber Autoritäten begeistert, so berührte der heute 67-jährige später krankheitsbedingt zitternd, mit heiserer Stimme, aber humorvoll und abgeklärt als eine Art „elder statesman des Sports“.
Adventmail 2009/11 (Was geschah am … Dezember?)
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