Emma, „die Erhabene“, entstammte sächsischem Adel und heiratete vor mehr als 1000 Jahren Liudger, einen Sohn des sächsischen Markgrafen. Nach dem frühen Tod ihres Gemahls 1011 zog sich Emma auf das Gut Lesum bei Bremen (heute Stadtteil Burglesum) zurück, unterstützte mit ihrem Vermögen großzügig die Kirche, vor allem aber die Armen. Dass sie später als Heilige verehrt wurde, mag wohl an jener Haltung Emmas liegen, die in folgender Legende zum Ausdruck kommt:
Als die Bremer Bürger zu wenig Weidefläche hatten, um ihre Versorgung zu sichern, baten sie die Gräfin um Hilfe. Emma versprach, ihnen so viele Wiesen und Weiden zu überlassen, wie ein Mann in einer Stunde umschreiten könne. Ihr Schwager Herzog Benno von Sachsen fürchtete um das Familienerbe und sagte vorwurfsvoll: Warum nicht gleich einen ganzen Tag als Frist?
Emma nahm ihn beim Wort, Benno erbat er sich das Recht der Auswahl des Mannes – und wählte listig einen Krüppel ohne Beine. Emma legte dem Behinderten betend die Hände auf, worauf sich dieser robbend in Bewegung setzte. Die anfänglich enttäuschten Bremer Bürger waren bass erstaunt, als sie bald (von einem Diener eingeschlagene) Markierungspfähle erblickten, so weit das Auge reichte. Als der nimmermüde Krüppel sein Tagwerk vollbracht hatte, war eine Weide eingezäunt, die fast zu groß für den Bedarf der Bremer war.
Diese vergaßen weder den Krüppel (sein Bildnis ist zwischen den Füßen der Rolandsäule auf dem Marktplatz in Stein ausgehauen) noch die edle Spenderin, die wohl ihr letztes Hemd gegeben hätte, um dem Jesuswort „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ zu entsprechen.
Selten, aber doch, gibt es auch in modernen Zeiten noch Emmas, die zur Freude vieler ihre Schleier ablegen, bereit zum Teilen ihrer Gaben und wissend, dass Geiz eben nicht geil ist… www.youtube.com/watch?v=AMogobW-MRc&NR=1
Adventmail 2010/03 (Namenstage)
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