In einem „modernen Antiquariat“
Wien – eine Buchhandlung mit vielen Mängelexemplaren – ein „modernes Antiquariat“. Vom Begriff her ein Unding. Aber ich fühl mich wohl darin und finde mich öfter unversehens da drin.
Letzte Woche halte ich dort ein Taschenbuch in Händen. Ein Freund ist mit dabei.
1) Ich kann ihm das Buch zeigen und
2) so ein wenig angeben, was für tolle Bücher ich nicht kenn und
3) meine Freude kann ich auch sofort teilen.
4) Ich brauch ohnehin ein Geschenk und freunde mich schweren Herzens mit dem Gedanken an, es weiterzuschenken.
5) Es bleibt eh im gleichen Haushalt und ich kanns lesen und
6) Wahrscheinlich landets ohnehin in „meinem“ Bücherregal
7) Wie ich das Buch in Händen halt denk ich an einen lieben Menschen, der’s mir empfohlen hat
8) An die Zeitschrift, wo die Rezension dazu zu finden war und die dazugehörige Redakteurin und den Layouter muss ich denken
9) Ein gutes Gefühl stellt sich ein und geht auch nicht gleich wieder weg
10) Der Buchhändler merkt meine Begeisterung
11) Ich zahl und hab noch genug Geld im Börsel
12) für einen Punsch gleich ums Eck
Irre, wie Glück kumuliert in einen Moment hinein.
Ach ja: http://www.perlentaucher.de/buch/5456.html
Josef , angehender Soziologe und Zuwenig-Leser trotz bald 38 Jahre
Adventmail 2004/19 (Glücksmomente)
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