Adventmail 2009/18 (Was geschah am … Dezember?)

Seit dem 18. Dezember …
… 1859 gibt es die Ordensgemeinschaft de Salesianer Don Boscos. Gegründet hat sie einer meiner Lieblingsheiligen, nämlich Giovanni Bosco, genannt Don Bosco (vielleicht, weil Don Giovanni nicht so super für einen Priester klingt?). Er war keiner, der große Wunderheilungen vollbrachte oder so in mystische Tiefen abtauchte, dass er die Welt um sich nicht mehr wahrnahm. Nein, er tat genau das, indem er sich damaliger „verhaltensauffälliger“ Jugendlicher ohne viele Perspektiven annahm und ihnen das Gefühl gab, wertvoll und ein Gotteskind zu sein.
Giovanni war Bauernsohn aus der Umgebung von Turin und bald Waise. Seine Mutter erzog ihn allein und in großer Armut. Mit neun Jahren hatte er eine Vision, die das ökumenische Heiligenlexikon so erzählt: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du Dir diese zu Freunden gewinnen.
Auf die Frage, warum ein Neunjähriger glaubt, bei fluchenden Gassenjungen „dazwischenfahren“ zu müssen und von einem illuminierten Mann ermahnt werden muss, keine Schläge einzusetzen, gibt diese Legende keine Antwort. Sicher ist jedenfalls, dass Giovanni ab da Priester werden wollte und dies unter großen Entbehrungen (vor allem seiner Mutter) auch schaffte.
1841 wurde aus Giovanni Don Bosco, sein Engagement im damals beginnenden Industriezeitalter galt der Arbeiterjugend und den verwahrlosten Jugendlichen der Großstadt Turin. Er richtete in „schlechten Vierteln“ Schulen, Heime und Ausbildungsstätten ein, seine Pädagogik war – damals revolutionär – präventiv und nicht repressiv. Don Bosco pfiff auf das übliche Hierarchiegefälle zwischen Erzieher und Erzogenen, begegnete den Jugendlichen mit Respekt und traute ihnen etwas zu. Er hatte eine großartige Begabung, auf Menschen zuzugehen und sie für sich und für den Glauben zu gewinnen; Don Bosco wird als fröhlich, witzig und immer wohlwollend geschildert. Bei Gefängnisexerzitien erwirkte er die behördliche Sondererlaubnis, mit 300 Gefangenen einen unbewachten Ausflug zu machen. Keiner nutzte die Gelegenheit zur Flucht.