Anna Frebel ist 30 Jahre alt, Deutsche und Astrophysikerin am renommierten Harvard Smithsonian Center in den USA. Vor fünf Jahren entdeckte sie mit „HE 1327-2326“ den ältesten bisher bekannten Stern. Mit einem Alter von etwa 13 Milliarden Jahren ist er fast so alt wie das Universum selbst. Heute gilt Anna als eine Art Shootingstar der Astronomie.
Ihre Begeisterung für das Universum kam mit 14 oder 15 Jahren – inspiriert durch „Star Trek“, Weltraumbücher und den ersten Besuch in der Göttinger Sternwarte. Heute hält sie an der dortigen Universität Vorlesungen über Astrophysik, die sie so beginnt: „Ich möchte Sie willkommen heißen zu einer kosmischen Achterbahnfahrt durch das frühe Universum!“ Supernova-Explosionen und Sternenstaub nennt sie „ziemlich cool, oder?“. In 90 Minuten fasst sie zusammen, was vom Urknall bis heute geschah und erklärt, wie so alles im Universum entstanden ist.
Anna Frebel ist in ihren Forschungsgruppen immer die einzige Frau. Noch dazu sehr jung, kennt sie das Gefühl, von Männern unterschätzt zu werden. Doch statt sich darüber zu ärgern, überzeugt sie die Kritiker auf ihre Art: „Ich gebe dann lieber einen guten Vortrag, schreibe ein richtig gutes Paper oder finde wieder irgendeinen neuen tollen Stern.“
Wer übrigens noch ein originelles Weihnachtsgeschenk für jemanden mit einer romantischen Ader sucht: Via www.sterntaufe.at kann man sich einen der vielen noch unbenannten Sterne aussuchen und ihn für seine/n Liebste/n um 180 Euro fantasievoller „taufen“ als „HE 1327-2326“; so wie dies Nicole Kidman tat mit dem Stern „Forever Tom“ für ihren Star und Ehemann Tom Cruise (von dem sie allerdings seit zehn Jahren wieder geschieden ist).
Und hier singen die Beatles über die heutige Namentagsinhaberin.
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Adventmail 2009/14 (Was geschah am … Dezember?)
Am 14. Dezember …
… 2004 wurde von der US-Raumsonde „Spirit“ Goethit, ein auf der Erde weit verbreitetes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide, auch auf der Marsoberfläche nachgewiesen. NASA-Wissenschaftler werten dies als einen der sichersten Nachweise für ehemals flüssiges Wasser auf dem roten Planeten, da sich Goethit nur in Zusammenhang mit Wasser bildet.
Nun verstehe ich von kaum einem Thema weniger als von Mineralien, auch wenn ich schöne Steine immer wieder gern vom Urlaub mitbringe. Interessant an Goethit finde ich vor allem, dass es zuerst 1806 als eigenständiger Typus erkannt und nach dem damals 55-jährigen Johann Wolfgang von Goethe benannt wurde, der auch ein Mineraliensammler war.
Spannend ist auch die Frage nach etwaigem Leben auf dem Nachbarplaneten, der die Fantasie von Wissenschaft und Kunst immer wieder beflügelt hat. Die Antwort: Leben auf dem Mars ist nicht auszuschließen, aber unwahrscheinlich. Beweise, dass der Mars einst warm und feucht war, wurden in „Science“ zwar als „Durchbruch des Jahres 2004“ gewürdigt. Aber die Ökosphäre reicht in unserem Sonnensystem von 0,95 bis 1,37 AE Abstand zur Sonne. Nur die Erde befindet sich innerhalb dieser „habitablen Zone“ um die Sonne, der Mars liegt knapp außerhalb. Für möglich halten Wissenschaftler primitive Lebensformen tiefer im Boden, um vor UV-Strahlen geschützt zu sein.
Giovanni Schiaparellis Entdeckung der „Marskanäle“ im Jahr 1877 hatten die Spekulationen um intelligentes Leben auf dem Mars angefacht. 21 Jahre später erschien H. G. Wells‘ Roman „Krieg der Welten“, in dem Marsianer ihre Heimat verlassen, um die lebensfreundlichere Erde zu erobern. Die Menschheit, die den hoch technisierten, kriegerischen Marsianern hoffnungslos unterlegen ist, entgeht ihrer Auslöschung nur dadurch, dass die Invasoren von für uns harmlosen, irdischen Mikroben dahingerafft werden. Orson Welles verwendete den Stoff im Jahre 1938 in einem Hörspiel, wobei er die Marsianer in New Jersey landen ließ. Das Hörspiel wurde im Stil einer realistischen Reportage ausgestrahlt und löste damit eine Massenpanik aus.
Amüsant ist auch der 1996 entstandene Film „Mars Attacks“: Dort wird den hinterfotzigen Invasoren vom Mars amerikanische Schnulzenmusik aus den 1950er-Jahren zum Verhängnis: Die Schädel der Marsianer platzen unter dem Yodledi-ay-hoo zur Westerngitarre.