Adventmail 2005/08 (warten)

Fegefeuer

Das Fegefeuer (lat.: purgatorium) ist nach der römisch-katholischen Lehre ein Ort der Läuterung, in dem die Seele eines Verstorbenen auf das ewige Leben im Himmel vorbereitet wird. Im Fegefeuer besteht die Qual darin, dass der Verstorbene zwar schon die vollkommene Gegenwart und Liebe Gottes spürt, sich aber aufgrund seiner Sünden dieser Liebe nicht würdig fühlt. Der Mensch wird so von seiner letzten Schuld durch seine Reue geläutert. Die sogenannten armen Seelen sind im Fegefeuer also nicht endgültig festgehalten, sondern sie haben immer die Gewissheit, daraus entlassen zu werden. Die Wurzeln zu dieser Idee reichen bis ins frühe Christentum.
In der neueren Theologie wird der Gedanke des Fegefeuers als eines Ortes mit „zeitlichen Strafen“ abgelehnt. Stattdessen sprechen die Theologen von einem Reinigungsgeschehen. Fegefeuer sei ein Bild der Hoffnung des Gläubigen auf eine Läuterung und Reinigung durch Gott. Mit Mutmaßungen über zeitliche und räumliche Dimensionen dieses Geschehens hält man sich heute zurück. Weiterhin wird jedoch daran festgehalten, dass die Lebenden den Verstorbenen durch Gebet, Feier der Messe und Taten der Nächstenliebe zu Hilfe kommen können.
In der Kunst wurde der Zustand des Menschen im Fegefeuers immer mit preisender Gestik dargestellt, während in Höllendarstellungen der Mensch nur leidet. Die berühmteste literarische Darstellung des Fegefeuers findet sich in der Göttlichen Komödie von Dante.
Es gibt immer wieder auch säkulare Versionen des Fegefeuer-Themas, etwa in der Film-Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Ein zynischer, selbstsüchtiger Reporter (Bill Murray) gerät in eine „Zeitfalle“, aus der er erst befreit wird, als er gelernt hat, Gutes zu tun und andere Menschen zu lieben.