Die Wahrheit ist sehr einfach. Sie braucht kein Training, keine Übung, keine Probe. Du bist einfach, was du bist. Akzeptiere es und zeige es vor der Welt.
(Osho: Heilung)
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Adventmail 2003/18 (Wie Bücher enden)
In diesem Augenblick kommen mir so viele fundamentale Gedanken, so viele wahrhaft metaphysischen Dinge möchte ich mitteilen, dass ich auf einmal müde werde und die Entscheidung fälle, nicht weiter zu schreiben, nicht weiter zu denken, sondern geschehen zu lassen, dass mir das Ausdrucksfieber Schlaf schenkt und ich mit geschlossenen Augen all das, was ich gesagt haben könnte, wie eine Katze streichle.
(Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe)
Adventmail 2003/17 (Wie Bücher enden)
Zusammen mit dem Gefühl, wirklich erfüllt gelebt zu haben, sind Erinnerungen die einzigen wahren Geschenke, die wir unseren Kindern hinterlassen können.
(Elisabeth Kübler-Ross: Was können wir noch tun? Antworten auf Fragen nach Sterben und Tod)
Adventmail 2003/16 (Wie Bücher enden)
Das Schlimmste, was einem Menschen, glaube ich, passieren kann, ist, wenn er sich von seinen drei Kindern trennt. Das ist ganz schlimm.
(Dieter Bohlen: Hinter den Kulissen)
Adventmail 2003/15 (Wie Bücher enden)
In unseren besten Augenblicken, wenn vor lauter Gelingen auch das energischste Tun in Lassen aufgeht und die Rhythmik des Lebendigen spontan uns trägt, kann sich der Mut plötzlich melden wie eine euphorische Klarheit oder ein wunderbar in sich gelassener Ernst. Er weckt in uns die Gegenwart. In ihr steigt die Wachheit mit einem Mal auf die Höhe des Seins. Kühl und hell betritt jeder Augenblick deinen Raum; du bist von seiner Helle, seiner Kühle, seinem Jubel nicht verschieden. Schlechte Erfahrungen weichen zurück vor den neuen Gelegenheiten. Keine Geschichte macht dich alt. Die Lieblosigkeiten von gestern zwingen zu nichts. Im Licht solcher Geistesgegenwart ist der Bann der Wiederholungen gebrochen. Jede bewusste Sekunde tilgt das hoffnungslose Gewesene und wird zur ersten einer Anderen Geschichte.
(Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft)
Adventmail 2003/14 (Wie Bücher enden)
Den Rest seiner Zeit verwendete er auf eine Reihe von Gewohnheiten, die ihn erfolgreich davor bewahrten, unglücklich zu sein. Bisweilen, an windigen Tagen, ging er zum See hinunter und schaute stundenlang hinaus, denn es schien ihm, als zeichne sich auf dem Wasser das unerklärliche, schwerelose Schauspiel dessen ab, was sein Leben gewesen war.
(Alessandro Baricco: Seide)
Adventmail 2003/13 (Wie Bücher enden)
Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(Das Evangelium nach Matthäus)
Adventmail 2003/12 (Wie Bücher enden)
Und doch, als er gestorben war, als sie ihm ihre Lippen auf die Stirn gedrückt hatte und mit Denise und Gary in die warme Frühlingsnacht hinausging, da spürte sie, dass es nun nichts mehr gab, was ihre Hoffnung zunichte machen konnte, nichts. Sie war fünfundsiebzig Jahre alt, und sie würde einiges in ihrem Leben ändern.
(Jonathan Franzen: Die Korrekturen)
Adventmail 2003/11 (Wie Bücher enden)
Bei all dem muss sich Bildung als Kommunikation bewähren. Sie darf sie nicht erschweren, sondern muss sie bereichern. Sie darf deshalb nicht als bedrückende Norm, als unangenehme Aufgabe, als eine Form der Konkurrenz oder gar als gespreizte Selbstbeweihräucherung daherkommen. Sie darf überhaupt nicht separat als „Bildung“ in Erscheinung treten oder gar zum Thema werden; vielmehr ist sie der Stil der Kommunikation, durch die Verständigung zwischen Menschen zum Genuss wird. Kurzum: Sie ist die Form, in der Geist, Fleisch und Kultur zur Person werden und sich im Spiegel der anderen reflektiert.
(Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss)
Adventmail 2003/10 (Wie Bücher enden)
„Gute Nacht, Nini.“
„Gute Nacht.“
Die Amme reckt sich in die Höhe und macht mit ihrer kleinen Hand, an deren Knochen die Haut gelb und faltig klebt, das Kreuzzeichen auf die Stirn des Greises. Sie geben sich einen Kuss. Es ist ein ungeschickter, kurzer, merkwürdiger Kuss: Wenn ihn jemand sähe, müsste er lächeln. Aber wie jeder Kuss ist auch dieser eine Antwort, eine unbeholfene, zärtliche Frage auf eine Frage, die nicht in Worte zu fassen ist.
(Sandor Marai: Die Glut)