Adventmail 2008/01 (Briefe an…)

treborme@gmx.at an: kundendienst@orf.at, 31.3.2008
Betreff: Anbrennen

Liebe ORF-Kundendienst-MitarbeiterInnen,
bitte dieses Mail an die Online-Redaktion sport.orf.at weiterleiten…
„Aber auch Konkurrent Jürgen Macho lässt mit AEK Athen in Griechenland derzeit nichts anbrennen…“, heißt es heute, 31. März, in einem Bericht über die gute Form der beiden im Ausland engagierten Fußball-Team-Torhüter. Bei dieser Formulierung muss ich die Augen verdrehen: Muss wirklich in drei von vier Fußball-Berichten die aus Deutschland entlehnte und mittlerweile auch hierzulande nervtötend abgegriffene Metapher „nichts anbrennen lassen“ vorkommen??
Im Sport gibt’s ohnehin Deja-vu-Erlebnisse zuhauf. Wäre es da nicht möglich, zumindest in der Berichterstattung ein bisschen Abwechslung zu forcieren und sprachliche Stereotypen zu vermeiden?
Ich ersuche dringend um ein einmonatiges „Anbrenn“-Embargo in Ihrer Redaktion und biete dafür Ersatz-Vokabel wie
– „sich nicht aus der Ruhe bringen lassen“
– „nicht in Hektik verfallen“
– „gelassen bleiben“
– „sich unbeeindruckt zeigen“
– „nicht die Nerven verlieren“
… an.
Mit besten Grüßen,
Robert Mitscha-Eibl
Journalist, Sportfan, Sprachkulturförderer