Ausstellung 28.5. „Wer hat die Hosen an?“, Weltmuseum Wien

Ich musste erst Pensionist werden, um erstmals das Weltmuseum in der Neuen Hofburg zu besuchen (oder ich war schon dort, kann mich aufgrund meines nachlassenden Gedächtnisses aber nicht mehr erinnern). Allein der Bau – eines der jüngeren Gebäude des bis ins 13. Jht. zurückreichenden Hofburg-Komplexes, die weltweit größte ihrer Art – ist imposant.

In der oberen Etage warf ich noch einige Blicke in die zweite aktuelle Ausstellung
„Der europäische Koran“

Mich interessierte die aktuelle Ausstellung „Wer hat die Hosen an?“ Dieser Titel suggeriert ein Machtgefälle. Und tatsächlich oblag es über Jahrhunderte meist den gesellschaftlich dominierenden Männern, Beinkleider zu tragen, für Frauen galt das als unschicklich und musste von ihnen erst erkämpft werden – anfangs reitend oder auf Bühnen spielend. Und Hosen sind auch ein typisch europäisches Kleidungsstück, auch wenn die älteste gefundene Hose aus Westchina rund 1000 v. Chr. stammt. Indigene in Amerika oder Afrika mussten sich bald den Kleidungsvorstellungen der Kolonialisten aus der Alten Welt beugen.
Die Ausstellung bietet in fünf Räumen eine Vielzahl an Beispielen, wie unterschiedlich Hosen aussehen können: Die Palette reicht vom tangaähnlichen Seidenband der Sumoringer über metallene Harnische der Ritterzeit bis hin zum allgegenwärtigen Denimstoff, aus dem die Jeans dieser Welt geschneidert sind. Und auch konsumkritische Anmerkungen zu den Folgen der heutigen Kleidungs(über)produktion kommen nicht zu kurz.

Via Bildschirm konnte man sich mit bunten Hosen „bekleiden“.

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