Meine “besten Zeiten” beim Donauinselfest sind lange vorbei. In meinen Wiener Anfangsjahren pilgerte ich zu verschiedenen Open-Air-Konzerten, stand meist weit weg von der Bühne und war damals schon wenig begeistert von den sich über die Insel schiebenden Menschenmassen (und dem Dreck, den sie hinterließen). Dann kam die Zeit, als meine Frau und ich uns die Ö1-VIP-Lounge samt exquisiter Kulinarik und Kabarett im angrenzenden Zelt gönnten. Bis dies vom ORF aus Kostengründen (?) aufgegeben wurde.

Heuer wieder Donauinselfest. Weil Claudia bei vielen Gewinnspielen mitmacht – und immer wieder mal was gewinnt. Z.B. zwei Tickets für den Wien-Energie-Bereich gleich beim Schulschiff nahe der Floridsdorfer Brücke. Es gab Leckereien wie Shrimps-Salat und Kaiserschmarren, Inselbier und Smirnoff Ice, vor allem aber einen erhöhten Blick auf die FM4-Bühne mit Nacheinander-Auftritten der rotzfrechen Girlie-Bands Lella und My Ugly Clementine. Und dann, mein musikalischer Höhepunkt: Giant Rooks aus Hamm in NRW, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Das tat ich am sonnigen Freitagabend aufmerksam und zunehmend begeistert. Und das tue ich auch jetzt, da ich diese Zeilen schreibe. Hört auch mal rein in das bemerkenswerte Debütalbum “Rookery” aus dem Jahr 2020. “Watershed” ist nicht der einzige wirklich gelungene Indiepopsong darauf. Empfehlung!



