Es war nicht meine erste Lesung aus eigenen Texten, somit ordne ich diesen Beitrag auch unter „biografiert“ ein. Aber der bisher letzte Auftritt mit Selbstgeschriebenem fand während meiner Studienzeit in den 1980ern in Graz statt. Und ich weiß nicht, war es bei einem Event mit anderen Jungpoeten in der „Brücke“ oder der auch vom ORF eingefangene in der Grazer Herrengasse, als ich auf einem Tennisschiedsrichterstuhl sitzend von oben herab auf ein mäßig interessiertes Publikum las. Egal.
Diesmal eine Art „Heimspiel“, wie ich einleitend sagte. Denn in der autofreien Siedlung lebte ich 14 Jahre lang, von 2004 bis 2018. Und ich kenne dort immer noch etliche Bewohner:innen so gut, dass meine vorangegangene Werbung via Rundmail und Zettelaushang in den Stiegenhäusern Interesse weckte. Zusätzlich zu den acht von mir von außerhalb eingeladenen (darunter meine drei Söhne) kamen nochmal so viele aus der Siedlung (darunter eine meiner Mieterinnen). Krankheitsbedingt kamen auch Absagen, sogar Claudia musste wegen ihrer fiebrigen Erkältung passen.
Meine davor von mir angefragte Lesepartnerin war Sonja Rosenzweig, die über ihren Freund Stefan seit längerem Kontakt zur Siedlung hat und im „Aquarium“ auch schon mal gelesen hat. Vereinbart war, dass ich sie „umrahme“: erst ein halbstündiger Block mit sieben Adventmails von mir, dann Sonja mit einem neuen Text und nach einer Pinkelpause mein zweiter Block mit acht Texten, nochmals ca. 30 Minuten lang.
Ich hatte davor etwas „geübt“, denn so vorzulesen, dass Leute gerne zuhören, ist gar nicht so einfach. Und der Besuch von Lesungen davor – von Milena Michiko Flasar bzw. Nicholas Ofczarek legte die Latte ganz schön hoch, was Ausdruckskraft betrifft. Und auch Sonja las ihren Text über den jüdischen Festkreis, der humorvoll auf ihr früheres Nahverhältnis zum Judentum Bezug nahm, wie eine Schauspielerin. Chapeau!

Ich kenne meine Texte ja nicht, wie Sonja ihre, „fast auswendig“, aber auch mir gelang das Vorlesen ganz okay, wie ich finde. Und ich erhielt manchmal Applaus nach einem Adventmail, vor allem, wenn es witzig und sprachspielerisch war. Und auch danach sprachen mich einige auf vorgelesene Themen wie Chat GPT, das Tourenradeln oder Kosenamen an.
Für mich war’s ein Wohlfühlabend, der auch nach dem letzten Text noch länger nicht endete. Und eine Ermutigung, sowas mal zu wiederholen…
Meine „Tracklist“: www.robertmitschaeibl.eu/?p=557, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1459, www.robertmitschaeibl.eu/?p=999, www.robertmitschaeibl.eu/?p=969, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1626, www.robertmitschaeibl.eu/?p=757, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1594, nach der Pause www.robertmitschaeibl.eu/?p=488, www.robertmitschaeibl.eu/?p=560, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1190, www.robertmitschaeibl.eu/?p=869, www.robertmitschaeibl.eu/?p=467, www.robertmitschaeibl.eu/?p=1373und als Abschluss den zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Text …
War sehr nett ^^ auch ein schöner Sprung in die Vergangenheit, wo manche erwähnte Leute noch gelebt hatten und so einiges noch nicht passiert war.