Lesung Milena Michiko Flasar, Buchhandlung Seeseiten, 19.11.25 *****

Meine zweite Lesung in der äußerst sympathischen Buchhandlung Seeseiten in der Seestadt – diesmal präsentierte Milena Michiko Flasar mit dem Kurzgeschichtenband „Der Hase im Mond“ und dem Essay „Sterben auf Japanisch“ gleich zwei Bücher. Die Lesung erfolgte vor allem aus dem ersten: Es ging um ein in Alltagsroutine erstarrtes japanisches Paar um die 30, die durch die Beobachtung einer Frau, die jener aus dem Paar bis aufs Haar gleicht, erst fasziniert und dann zunehmend aus der Bahn geworfen wird. Wie Flasar, Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, die langweilig gewordene Beziehung der beiden Hauptfiguren in wenigen Sätzen schildert, ist einfühlsam und glaubwürdig. Noch beeindruckender fand ich, wie die Autorin liest: akzentuiert, flüssig, fehlerlos wie eine professionelle Schauspielerin. So würde ich das auch gerne hinkriegen, wenn ich in drei Wochen erstmals meine Adventmails vor Publikum vorlese.

Als optimistische Ergänzung zu dem etwas unheimlichen Text aus „Der Hase im Mond“ las Flasar einen kurzen Abschnitt über Erlebnisse in ihrer zweiten Heimat Japan. Güte führt zu Güte führt zu Güte…, hieß es da abschließend.

Von der japanisch-österreichischen Schriftstellerin habe ich noch kein Buch gelesen, nur ÜBER sie. Der gestrige Abend war aber ein Anstoß, diese Lücke zu schließen.

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