Adventmails 2016/17 (Familie)

ÖsterreicherInnen sind bei der Geburt ihres ersten Kindes heute deutlich älter als noch vor einer Generation. 1984 war eine Erstgebärende durchschnittlich 24 Jahre alt, 2014 jedoch 29 (skurril: Die Statistik Austria führt keine Aufzeichnungen über das Alter des Vaters bei der Geburt seines ersten Kindes. Nur sein Alter bei der Niederkunft seiner erstgebärenden Partnerin ist erfasst; somit lässt sich nicht ausschließen, dass ein Mann davor schon einmal Vater wurde). Bei Höhergebildeten kommen Spätgebärende noch häufiger vor: Eine „Durchschnittsfrau“ mit Uni- oder Akademieabschluss hat die 30 bereits überschritten.
Warum das so ist, kann sich jedeR denken: lange Ausbildungszeiten, Berufstätigkeit, Karrierewünsche.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Familie zu gründen?
Mein Sohn Gregor, 29, verheiratet mit der jetzt 25-jährigen Carmen, Vater dreier Kinder, meinte auf meine Frage: „So früh wie möglich.“ Soll heißen: Nicht erst bis zum erfolgten Berufseinstieg warten, ja nicht einmal bis zum Ausbildungsende, denn es ist schwer ok, jung Eltern zu werden. Zumal es tragfähige soziale Netze für junge Elternpaare gibt, wie er aus eigener Erfahrung weiß.
Sein Bruder Moritz, 28, antwortet auf dieselbe Frage: Es braucht einen Beruf mit einem Verdienst, der alle Beteiligten absichert. Er sagt nicht: eine glückliche Beziehung. Was wohl damit zu tun hat, dass Moritz eben erst eine Ausbildung begonnen hat und – obwohl beziehungserfahren – aktuell keine Partnerin hat (zumindest keine fixe;-).
Fabian, mein dritter, ist 20, weiter in seiner Ausbildung, beziehungsunerfahren. Seine Antwort ähnelt der seines mittleren Bruders: erst Versorgungssicherheit, am besten mit beiderseitigen Beiträgen der Partner.
Ich kann der Position Gregors am meisten abgewinnen, nicht zuletzt, weil ich sehr happy über meine drei kleinen Enkelsöhne bin. Biografien und Elternschaft lassen sich nicht gut am Reißbrett entwerfen, und etliche Paare, die lange auf den „richtigen Zeitpunkt“ wartet, bekommen dann letztlich gar kein Kind. John Lennon hat schon recht: „Life is what happens to you while you are busy making other plans …“
Und wie war das bei mir selber? Dazu suche ich mir jetzt mein Tagebuch von 1986 heraus und berichte euch morgen, was dabei herauskam…

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