Wenn ich gefragt werden, wie ich zu meinem Doppelnamen komme, sage ich manchmal belustigt: Eibl ist mein „Bübchenname“, seit meiner Hochzeit am 13. Dezember 1986 (heute vor 30 Jahren!) trage ich zwei Familiennamen.
Als praktizierender Feminist hab ich „Mann gibt Familiennamen vor“ immer als ein zu durchbrechendes Schema empfunden. Meine erste „richtige“ Freundin Doris hatte mir diesbezüglich zu Beginn meines Studiums einen guten Schuss Political Correctness verpasst (und ich meine das ironiefrei wertschätzend). Einmal war ich beschämt, als ich aus unserem ersten gemeinsamen Urlaub Grüße nach Hause auf eine Ansichtskarte mit „Fam. Rudolf Ruschitzka“ als Adressat versah und Doris daraufhin mit hochgezogener Augenbraue anmerkte: „Aha, heißen die alle Rudolf??“
Das „Mitscha-“ zum Eibl sollte also ein Ausdruck von bekennender Partnerschaftlichkeit sein – ein Anspruch, den ich heute noch, 12 Jahre nach der Scheidung, für absolut richtig halte –, weiters ein Symbol für den Neubeginn als Paar und für die angepeilte beidseitige Work-(Family)Life-Balance.
Den Familiennamen Eibl habe ich von meiner Mutter, die mit oben genanntem Rudolf nie verheiratet war, und später durch ihre Eheschließung auch nicht mehr Eibl hieß. Meine Eibl-Großeltern – das wisst Ihr schon – hatten zwar neun Kinder, von den 21 Enkelkindern trugen dann aber letztlich nur zwei, nämlich ich und mein Cousin Fredi, deren Familiennamen. Fredi blieb kinderlos, meine drei Söhne heißen wie ich doppelnamig „Mitscha-Eibl“. Bzw. hießen. Denn der älteste, Gregor, inzwischen selbst Vater dreier Buben, heißt nach seiner Hochzeit im Vorjahr „Mitscha-Baude“.
Von den vielen Eibls verbleiben somit nur noch Moritz und Fabian als potenzielle Namensweiterträger. Was ich ein bisschen schade finde. Aber nicht sehr. Denn wichtiger ist allemal eine Beziehung, die ein festes Fundament hat. Und eine tragende Säule dafür kann ja auch der gemeinsame Name sein.