Dave Allen (1936-2005) war ein irischer Komödiant, der in einem seiner Programme beschrieb, wie sich sein “first contact with God“ gestaltete. Als kleiner, religiös unbedarfter Bub wurde er in eine Klosterschule gesteckt, wo Nonnen ein strenges Regiment führten. Dem Kleinen wurde Gottes Herrlichkeit erläutert, dieser fragte kindlich unschuldig nach dem Mann am Kreuz:
„Hatte Jesus einen Daddy?“
„Aber natürlich: Gott war sein Daddy!“
„Und hatte er eine Mummy?“
„Aber ja. Maria war seine Mummy.“
„Also war Gott mit Maria verheiratet?“
„Nein, nein. Maria war mit Josef verheiratet.“
(betretenes Schweigen des kleinen Dave, und bevor er noch etwas hinzufügen konnte, hieß es seitens der unterweisenden Nonne:)
„Shut up!“
Es ist also kompliziert. Und noch komplizierter wird es, wenn wir in der Bibel, im Markusevangelium Mk 3,21, lesen, wie Jesus reagiert, als ihn seine Verwandten (bei Matthäus ist die Rede von seiner Mutter und seinen Brüdern) aus einem Haus holen wollen, wo er vor einer großen Schar Leute predigte: „Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.“
Das deutet doch auf eine gewisse, zumindest am Beginn seiner Tätigkeit als Wanderprediger bestehende Distanz Jesu zu seiner Familie hin (Der Prophet gilt bekanntlich nichts im eigenen Haus), die wiederum wenig von dessen „Flausen“ hielt. Bei Matthäus sagt Jesus in dieser Episode sinngemäß: Nicht die da draußen sind meine richtige Familie, sondern ihr hier, die ihr Gott in den Mittelpunkt eures Lebens stellt. Wahlverwandtschaft statt Blutsverwandtschaft.
Ich gestehe, auch ich hätte als Elternteil meine Probleme damit, wenn der Filius seine Laufbahn, sei es als Zimmermann oder als Student, aufgäbe, um fortan zu verkünden, dass die Leute umkehren sollen und das Himmelreich nahe ist. „Von Sinnen“ hieße dann wohl: Ohje, wohin hat er sich da jetzt verrannt?