„Schreiben Sie einen Limerick mit fünf Zeilen, in dem ‚Wien‘ und ‚Delfin‘ vorkommen.“ Mit dieser Anweisung wollte ich es Chat GPT nicht allzu schwer machen, mithilfe künstlicher Intelligenz etwas unterhaltsam Kreatives zustande zu bringen. Die Fähigkeiten von KI waren heuer ein Dauerthema, gerade im Journalismus, der – wie es heißt – vor einer Wende stehe, da die maschinell erstellten Texte jenen der Profis um nichts nachstehen würden.
Nun ja. Limerick-Verfassende brauchen die KI-Konkurrenz aktuell noch nicht zu fürchten. Denn der oben genannte Auftrag wurde im März von Chat GPT wie folgt erfüllt: „Gab’s einst einen Delphin,/ er schwamm durch die Donau wie im Wind./ Die Leute erstaunt,/ haben ihm zugeschaut,/ doch dann schwamm er fort, der kluge Gesell.“
Na gut, Chat GPT lernt ja noch, lassen wir uns ein paar Monate Zeit, dachte ich. Und nach einem halben Jahr dieselbe Anfrage, diesmal mit folgendem Ergebnis: „In Wien, da gibt’s einen Delfin,/ Er schwamm durch die Donau ganz sinnvoll hin./ Mit einem Sprung, so elegant,/ Brachte er Touristen in Entzückenland,/ In der Donaumetropole, oh welch ein Gewinn!“
Riss mich auch nicht vom Hocker. Und „Entzückenland“, im Ernst?? Das kann ich doch besser, so mein Ehrgeiz. Aber urteilt selbst:
„Ins Mittelmeer und auch durch Wien
schwamm die Donau entlang ein Delphin.
Das wurde dem Tier nicht zu viel,
denn Griechenland war sein Ziel.
Es war – was kein Wunder ist – Delphi-affin.“
Gibt’s Varianten von Hobby-Poet:innen unter euch?