Programm “Wow!” im Zirkus Knie, 20.9.2026

Zirkus mit Tierdressur mag sie nicht, sagte meine Liebste und folgte der Einladung unserer Freundin Martina, die Gratistickets für den bei der U1-Station Altes Landgut gastierenden Zirkus Knie hatte, nicht. Ein Fehler, denn erstens kam das Programm “Wow!” der seit mehr als 200 Jahren bestehenden Ziskusdynastie ohne Tiernummern aus, und zweitens waren einige der Darbietungen sehenswerte Akrobatik auf höchstem Niveau. Z.B. amüsierte uns eine Slapstick-Trapeznummer mit einem Kraftprotz und einem “Zniachtl”, wie Martina es ausdrückte, die nach einigen Fehlversuchen, überhaupt auf das hoch hängende Gerät zu gelangen, mit gut koordinierter Geschicklichkeit überraschte. Oder ein Rollschuhfahrerpaar, das auf einer winzigen Plattform Halsbrecherisches zum Besten gab. Oder ein anderes Paar, das auf zwei Seilen vom Zirkuszeltdach Körperbeherrschung mit Anmut verband; der Mann bewahrte seine biegsame Partnerin teils mit den Fußschaufeln vor dem Absturz in die Tiefe. Oder die spektakuläre Wippennummer zum Schluss: Zwei Kerle sprangen auf ein Brett und katapultierten eine Akrobatin hoch in die Luft, genau auf die Schultern eines Kollegen oder einen meterhoch oben von einem Muskelmann gestemmten Sitz. “Wow!” war dazu der passende Kommentar.

Die Blonde in der Bildmitte wird gerade hoch nach oben auf die Schultern ihres Kollegen katapultiert.

Die Knies haben übrigens österreichische Wurzeln. Den Grundstein legte Friedrich Knie, Sohn des Leibarztes der Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1806. Sieben Generationen folgten. Louis Knie sen. übernahm 1993 den Österreichischen Nationalcircus Elfi Althoff-Jacobi, aktuell regiert sein Sohn Louis jun. Ad multos annos!

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