Comics liebte ich schon, bevor ich lesen konnte. Meine Mutter abonnierte einmal für mich Vorschulkind einen Jahrgangsband von Micky Maus, damals noch in der genialen Carl-Barks-Übersetzung von Renate Fuchs (“Dem Ingenieur ist nichts zu schwör”). Hätte ich die 52 Hefte heute noch, könnte ich sie sicher zu enorm hohen Sammlerpreisen verkaufen.
Aber das nur nebenbei. Comics spielen spätestens seit der Pop Art eine wichtige Rolle (Roy Lichtenstein!) in der Bildenden Kunst. Die Albertina modern widmet sich dem in der aktuellen Ausstellung “KAWS. Art & Comix” über die Wechselwirkung von Comics, Bildergeschichten, Cartoons und Kunst. Der Fokus liegt dabei auf dem US-amerikanischen Künstler Brian Donnelly = KAWS und seinen x-äugigen Skulpturen und Figuren. Sie werden ergänzt durch das Schaffen anderer Künstler:innen, die mich meist deutlich weniger interessierten als die ausgewählten Arbeiten von Keith Haring, Brigitte Kowanz, Gottfried Helnwein oder Red Grooms. Von letzterem ist ein begehbarer New Yorker U-Bahn-Waggon mit skurrilen Gestalten zu sehen. Sehr witzig. Den Rest fand ich weniger ansprechend. Schrill, schräg, aufgesetzt provokant.



Und weil ich schon im Haus war, gleich eine zweite Ausstellung: “VASARELY & ADRIAN. Dynamische Raster” präsentiert neben dem berühmten ungarischstämmigen Victor Vasarely, mit dem ich schon bei meiner BE-Matura zu tun hatte, den mir bisher völlig unbekannten Wiener Marc Adrian (1930-2008). Der Student der Wahrnehmungspsychologie nahm 1965 als einziger Österreicher neben Vasarely u.a. an der bahnbrechenden Op-Art-Ausstellung “The Responsive Eye” im Museum of Modern Art in New York teil. Dennoch sei Adrians vielgestaltiges Schaffen, obwohl “Ausdruck einer neuen Visualität”, “bis heute nicht in vollem Umfang gewürdigt”. An seinen Hinterglasbildern vorbeizugehen und dabei immer wieder andere Lichteffekte zu sehen, macht Spaß – zumindest bis zum fünften dieser Art.