“WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk.”, MAK, 12.5.2026 ******

links: Koloman Moser, Schrank für die Ausstattung des Elternhauses des Künstlers, 1901; rechts: Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, Werkbundausstellung Köln 1914; © kunst-dokumentation.com/MAK

Als Wien noch ein Nabel der Welt war und in Kultur und Wissenschaft einer der Top Spots weltweit war… Einen Einblick in die Zeit der Jahrhundertwende um 1900 in der Hauptstadt der damaligen Habsburger-Monarchie gibt die Neuaufstellung der MAK Schausammlung, mit dem das 1863 gegründete Museum am Stubenring den zeitgenössischen Künstler Markus Schinwald betraute. Und Wien war in der Epoche eines Otto Wagner, Josef Hoffmann, Kolomann Moser und anderen Vertretern der Wiener Werkstätte (Jugend)stilbildend. Der Rundgang durch die bis in kleine Details designten Schauräume und Exponate überrascht immer wieder mit einer Fülle an Kreativität und Geschmack in Bereichen wie Architektur, Design, Mobiliar, Bühnenbild, Schmuck und Bildende Kunst.
Und diese goldene Zeit strahlt, wie jüngste Verkaufszahlen von Meisterwerken Gustav Klimts zeigen, bis in die Gegenwart hinein. Klimt selbst ist übrigens mit Werkzeichnungen für die Ausführung eines Mosaikfrieses für den Speisesaal des (leider nicht öffentlich zugänglichen) Palais Stoclet in Brüssel vertreten.

Schon Klimts Entwürfe für das Palais Stoclet sind ein Meisterwerk; © kunst-dokumentation.com/MAK

Etwas später, nämlich 1925, angesiedelt ist der von Margarete Schütte-Lihotzky – berühmt für ihre ebenfalls im MAK zu sehende Frankfurter Küche – einen Raum für die Wiener Auftraggeberin Caroline Neubacher, in dem sich diese unbeobachtet zurückziehen konnte – keine Selbstverständlichkeit für Frauen vor 100 Jahren. Das MAK stellt den winzigen, aber ästhetisch ansprechenden Raum in den Kontext von Women’ Lib, konkretisiert durch den Selbstbestimmungs-Essay “A Room of One’s Own” von Virginia Woolf.

Klein, aber fein. Margarete Schütte-Lihotzkys Rückzugsraum für eine Wienerin

Es gibt auch sonst einiges im MAK zu entdecken, z.B. die Designsammlung im Untergeschoß oder die Ostasiensammlung, ich kam eigentlich wegen der im TV angekündigten Schlingensief-Ausstellung “Es ist nicht mehr mein Problem!”, war aber zu früh dran – es gab erst die Eröffnungs-PK, aber keinen Zutritt… ein guter Grund, bald wieder mal das MAK zu besuchen.

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