Eine packende 250-Seiten-Lesereise in eine gänzlich fremde Welt, dorthin, wo Großwildjäger in der Wildnis Afrikas (des mir unbekanntesten Kontinents) auf Trophäenjagd gehen. Der Name der Hauptperson spricht für sich: Hunter White ist ein windiger Finanzgeschäftemacher und findiger Jäger, der schon als Bub mit seinem Großvater auf die Pirsch ging und seiner Frau von seinen Streifzügen regelmäßig präparierte Tiere der Sorte Big Five mit nach Hause in die USA bringt. Er ist einer, der beim Anlegen Blut geleckt hat, denn so ist die Natur nun einmal: schön und brutal, eingeteilt in Jäger und Beute. Und Hunter wird durch das Töten erregt, jeder Schuss soll sitzen, so, dass die erlegten Löwe, Nilpferd, Giraffe, Büffel und Elefant nicht leiden müssen.
Was ihm noch fehlt, ist ein Nashorn. Und um es aufs Korn zu nehmen, zahlt er gerne die hohe Summe für die bei korrupten Behörden zu zahlende Bewilligung. Das Afrika, in dem sich Hunter mithilfe seines Guides und Fährtenlesern bewegt, wirkt bei der flämisch schreibenden Gaea Schoeters selbst wie “erlegt”: Postkolonialer Darwinismus mit dem Recht des Stärkeren (und Reicheren) herrscht vor, die Einheimischen und erst recht in Reservate ausgestoßene Indigene wie die Buschmänner haben außer für Fremde unverständlichen !Knacklauten nicht viel zu sagen.
Als ihm Wilderer das bereits verfolgte Spitznashorn wegschnappen, wird aus der Tier- eine Menschenjagd, die sogar für den hartgesottenen Hunter White auch ethische Fragen aufwirft. Er setzt sich einer Umgebung aus, die dem Weißen mit Hitze, Wassermangel, Bedrohung durch Löwen, Hyänen und Skorpione Machtgrenzen setzt und letztlich zu fatalen Folgen führt.
Das bleibt beim Lesen fremd und ist doch ungemein spannend erzählt, man ist “fasziniert und angeekelt” zugleich, wie es in einer Rezension hieß. Nach diesem Buch jemals auf Safari gehen? – no way!