Asterix in Lusitanien, Asterix-Bd. 41 ***

Ach, waren das noch Zeiten, als wir Gymnasiasten in den 1970ern das jeweils neue Asterixheft der leider längst verblichenen Schöpfer Goscinny und Uderzo in Händen hielten und uns über die vielen gelungenen Gags köstlich amüsierten. Perlen der Comicliteratur wie „Asterix als Gladiator“, „Der Kampf der Häuptlinge“, „Der Seher“ oder „Streit um Asterix“ musste man einfach gelesen und belacht haben. Jedoch, beim Teutates, mit dem Tod von René Goscinny 1977 sank das Humorniveau ab Band 23 („Obelix GmbH & Co. KG“) beträchtlich, sein Partner Albert Uderzo machte zunächst alleine weiter, bis auch er 2020 fast 93-jährig das Zeitliche segnete.
„Asterix in Lusitanien“, also Portugal, bildet nun das 41. Abenteuer des kleinen Galliers und seines dicken Freundes Obelix – und ja, es ist bestenfalls so lala. Die Zeichnungen von Didier Conrad sind zwar von jenen Uderzos nicht zu unterscheiden, Autor Fabcaro ist zwar bemüht, aber oft nicht sonderlich witzig. In Lusitanien wird viel Klischeehaftes vom heutigen Portugal vorweggenommen, etwa der melancholische Fado-Gesang, die Straßenbahn in Lissabon und sogar Fußballidol CR7. Anspielungen gibt es auf die aktuelle Politik und das Internet. So heißt ein römischer Leiter der Informationspapyri Marcus Zuckergus, ein anderer reicher Römer Elonmus. Als Running Gag muss die Fischlastigkeit der lusitanischen Küche herhalten, und Wildschweinfan Obelix mag „Kabeljão“ halt gar nicht gern.
Der „Spiegel“ befand, dass es dieser Band „sogar mit den Klassikern aufnehmen“ könne. Wohl kãom, befinde ich. Aber es gab auch schon schlechtere. Nach Band 23 halt.

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