Releasekonzert Florian Pichlbauer, VIA – Piano & Arts Center, Wien *****

„Danke für das schöne Geburtstagskonzert“, sagte ich anschließend dem jungen Komponisten, bei dessen Erstlingsveröffentlichung ich an meinem 66er dabei war. Florian spielte auf einem Bösendorfer aber nicht nur – als abschließenden Höhepunkt – den in Paris komponierten, auf dem Label Supreme Music Group publizierten „Valse No. 1“. Davor als Einstieg zwischen Barock und Klassik angesiedelte Präludien, dann vier Romanzen und eine Fantasie (wobei ich den Unterschied der Kompositionsformen erst googeln musste). Alles Eigenkompositionen und sehr hübsch anzuhören. Ich hatte beim Zuhören Assoziationen zu Filmmusik und Bilder im Kopf: laufen auf einer sonnenbeschienenen Blumenwiese, sanfte Wellen am Meeresstrand, bei den Mollstücken nachdenkliche Blicke aus dem Fenster in eine Regenlandschaft.

Ich bin positiv voreingenommen, was Florian Pichlbauer (27) betrifft: Er ist der Sohn von langjährigen, musikaffinen Freunden von mir, ich kenne ihn seit ichweißnichtwann. Und er ist Sturm-Graz-Fan. Aber ganz unabhängig von diesen Pluspunkten beeindruckt mich seine musikalische Bandbreite: Dass er auch auf der E-Gitarre und als Sänger überzeugt, weiß ich spätestens seit dem Geburtstagsfest seiner ebenfalls kreativen Schwester Johanna (sie ist Designerin), wo er mit seiner Rockband „The Kronskies“ auftrat.

Diese Seite seines Schaffens wird auf seiner Website aber nur am Rande erwähnt. Ich wünsche Florian jedenfalls noch viele ähnlich frenetisch beklatschte Konzerte und größere Hallen als der Raum im Untergeschoss in der Wiener Salztorgasse, wo die Luft durch die rund 50 Interessierten gegen Ende hin etwas stickig wurde…

Und wer Talent hat, hat auch Groupies: Nach dem Releasekonzert sprach eine Dame den jungen Komponisten an, die ein T-Shirt mit ihr unbekannten Musiknoten darauf trug. Florian setzte sich ans Klavier und gab zur Freude der Betreffenden eine Zugabe – gespielt nicht vom Blatt, sondern vom Busen, gewissermaßen. Seine Stücke gefielen mir besser.

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