An immer mehr Schulen werden christliche und muslimische Schüler gemeinsam unterrichtet. Das fördere demokratische Werte wie Respekt vor Vielfalt, sagen Verantwortliche.
Wir leben in zerrissenen Zeiten, auch religiös: Aktuelle Tendenzen, das „Eigene“ durch Abgrenzung vom anderen zu definieren, fördern Feindbildkonstruktionen, beklagt Carla Amina Baghajati, Leiterin des Schulamtes der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und langjähriges „weibliches Gesicht“ des Islam in Österreich. In den Echokammern der sozialen Medien verstärke sich diese Dynamik noch, ehrlicher Dialog finde kaum noch statt. „Wir erleben eine Aufladung religiöser ‚Identität‘ durch Versatzstücke, die oft nicht mehr verstanden, aber emotional wirksam eingesetzt werden – auch als Manipulation“, so Baghajati, ohne islamistische Hassprediger und christliche Fundamentalisten-Videos ausdrücklich zu benennen. Es brauche religiöse Bildung und Mündigkeit, um Anspielungen entschlüsseln und Missbrauch erkennen zu können.
Verantwortliche für den Religionsunterricht, der den anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich per Gesetz zusteht, halten seit einiger Zeit mit Feldversuchen eines interreligiösen Religionsunterrichts dagegen – als Ergänzung zum bisher gewohnten konfessionellen… Allahu akbar und Vaterunser gemeinsam in einer Religionsstunde, geht das? … (mehr in DIE FURCHE, 28.8.2025, online 24.8.)