Liste meiner fünf kulinarischen Lieblingsfilme:
Einleitung: Warum kulinarische Filme?
Essen ist Leben, Nahrung für Körper und Seele, verbindet Menschen, transportiert Kultur, ist voller Symbolik, berührt die Sinne, ist Handwerk und Inszenierung. Vielleicht gefallen mir Filme zu diesem Thema deshalb so gut:
- Babettes Fest (Gabriel Axel, Dänemark 1987)
Eine asketisch-religiöse Dorfgemeinschaft vorwiegend älterer Menschen führt tagaus und tagein ein karges und sprödes Leben, in dem Sinnlichkeit der Sünde gleich kommt. Eines Tages taucht in dieser Gemeinschaft eine junge Französin auf, die als Haushälterin Aufnahme findet und einige Jahre unauffällig mit den Dorfbewohnern lebt. Irgendwann gewinnt sie in der Lotterie und beschließt mit dem Geld ein großes Fest auszurichten. Spezialitäten aus aller Welt werden eingekauft und den asketischen Dorfbewohnern wird angesichts der kulinarischen Köstlichkeiten Angst und Bange um ihr Seelenheil. Trotz der guten Vorsätze, das fulminante Festmahl der französischen Haushälterin nicht genießen zu wollen, sondern nur passiv zu erdulden, erblühen am Abend des Gelages bei allen rote Wangen, gelöste Heiterkeit, Gelächter und sinnliche Freude am ungebremsten Genuß. - Tampopo (Juzo Itami, Japan 1985)
Ein Film, in dem es um die perfekte Zubereitung einer japanischen Suppe geht. Dabei ist nicht nur Handwerk, sondern auch Magie und Weisheit im Spiel. Als ich im Kino saß, hatte ich unglaublichen Appetit auf diese Suppe! - Zimt und Koriander (Tassos Boulmetis, Griechenland/Türkei 2003)
Es geht um die politische Dimension von Zypern und Griechenland, den orientalisch-wohlriechenden Gewürzladens eines Großvaters, dessen Enkel dort viele Stunden seiner Kindheit verbringt. Der Großvater weiß viel über die Magie der Gewürze und er bringt seinem Enkel Zusammenhänge zwischen den Gewürzen und den Gestirnen bei. Der Enkelsohn wird Astronom und kocht als erwachsener Mann mit Leidenschaft. - Grüne Tomaten (Jon Avnet, USA 1991)
Eine Frauenfreundschaft führt so weit, dass eine Frau den getöteten Mann ihrer Freundin (er hat sie jahrelang misshandelt) stückchenweise in ihrem Barbecue-Restaurant verbrät. - Bittersüße Schokolade (Alfonso Arau, Mexiko 1992)
Um die Jahrhundertwende 1900 muss die erstgeborene Tochter lebenslang die verwitwete Mutter versorgen und darf nicht heiraten. Die älteste Tochter versorgt die ganze Familie. Der geliebte Mann heiratet ihre jüngere Schwester, um ihr nahe zu sein. Die einzige sinnliche Beziehung der beiden Liebenden führt über das Essen. Bei der Zubereitung der Speisen, werden auf magische Weise auch alle Emotionen der Köchin eingekocht.
Martina, 45, Psychologin und Unternehmerin