Julius Caesar kam per Kaiserschnitt zur Welt. Das behauptet zumindest der römische Schriftsteller Plinius d.Ä. und leitet sogar den Namen “Caesar” von lat. “caedere” (= schneiden/auf- bzw. herausschneiden) her. Der medizinische Terminus lautet dementsprechend sectio caesarea (“cäsarischer Schnitt”). Allerdings ist diese Geburtsweise Caesars eine Legende, da seine Mutter Aurelia die Geburt überlebte. Und das kam bis weit in die Neuzeit bei einem Kaiserschnitt praktisch nicht vor.
Erst im 6. Jahrhundert findet sich im Römischen Recht die christlich motivierte Verpflichtung, einer im Sterben liegenden oder soeben verstorbenen Schwangeren das Kind herauszuschneiden, um zumindest dessen Leben zu retten. In der klassischen Periode Roms davor galt das Leben eines Babys nicht viel, der pater familias konnte ohne juristische Folgen über das Leben seiner Angehörigen verfügen.
1881 führte der deutsche Gynäkologe Ferdinand Adolf Kehrer den Kaiserschnitt erstmals nach der bis heute üblichen Methode durch: Bauchdecke und Gebärmutter werden nicht mehr von oben nach unten, sondern quer aufgeschnitten und danach die Gebärmutter fest mit dem Bauchfellüberzug vernäht. Verbesserte Operationstechniken, Betäubung und Entzündungshemmung trugen dazu bei, dass die Sterblichkeit der Mütter auf unter ein halbes Prozent gesenkt werden konnte. Zuletzt entbanden knapp ein Drittel aller österreichischen Schwangeren per Kaiserschnitt – was Hebammen als Ausdruck einer übertriebenen Angst vor der Geburt kritisieren.
Oder ein Ausdruck übertriebenen Bedürfnisses nach Lebensplanung? Wäre interessant zu wissen, ob am 12.12.2012 nicht nur besonders viele Hochzeiten stattfanden, sondern auch viele Kaiserschnitte vorgenommen wurden…