Adventmail 2012/10 (Geburt)

“Isn’t She Lovely?” fragt Stevie Wonder 1976 auf seinem wondervollen Album “Songs in the Key of Live” gerührt – und er meint damit seine neugeborene Tochter Aisha. Deren Babygequäke ist gleich am Anfang des mundharmonikalastigen Songs zu hören, im langen Outro dann eine Tonspur mit charmanter Vater-Tochter-Konversation.
Der Text dazwischen ist kurz gehalten: “Isn’t she pretty / Truly the angel’s best“, singt der kurz nach seiner eigenen Geburt erblindete Jungpapa in der zweiten Strophe, und „Boy, I’m so happy, / We have been heaven blessed. / I can’t believe what God has done / through us he’s given life to one, / But isn’t she lovely made from love?” (Auf YouTube finden sich einige Mitschnitte von gemeinsamen Auftritten Stevies mit seiner ebenfalls singenden Tochter Aisha Morris, z.B.: www.youtube.com/watch?v=haO3nl2v5aw)
Wesentlich biederer in Melodie und Interpretation, dafür mit hübschem Text widmete sich der ab 21. Dezember 70-jährige Reinhard Mey im Jahr 1976 ebenfalls dem Thema Geburt:
„Da liegst Du nun also endlich fertig in der Wiege. / Du bist noch ganz frisch und neu, und ich schleiche verstohl’n / Zu Dir, und mit großer Selbstbeherrschung nur besiege / Ich die Neugierde, Dich da mal rauszuhol’n…“
Und die Worte in der letzten Strophe mag wohl jeder frischgebackene Vater unterschreiben:
„Möge Dir, von dem, was Du dir vornimmst, viel gelingen!
Sei zufrieden, wenn’s gelingt, und ohne Übermut
Versuch’ Deine Welt ein kleines Stück voranzubringen
Sei, so gut es geht, zu Deinen Menschenbrüdern gut!
Tja, dann wünsch’ ich Dir, daß ich ein guter Vater werde
Daß Du Freunde findest, die Dich lieben, und dass Du
Spaß hast an dem großen Abenteuer auf der Erde!
Hals- und Beinbruch, da kommt was auf Dich zu…“

Letztlich ist Geburt eher ein Randthema in der Popmusik. Wer wie ich „songs birth“ googelt, bekommt so eigenartige Tipps wie „Baby Love“ von den Supremes oder „My Girl“ von den Temptations. Ok, von Céline Dion gibt’s einige „Baby-Songs“; aber die treffen nicht gerade meinen Geschmack.
Da schon eher „In the Ghetto“ von Elvis: „On a cold and grey Chicago mornin‘ a poor little baby child was born in the ghetto…“

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