3 Fragen an meine Schulkollegin aus meiner Kapfenberger Gym-Zeit …
ULRIKE, 51, ao. Univ.Prof. am Anglistik-Institut, Uni Innsbruck, Präsidentin der „International Association of Multilingualism“, Rott am Inn (Bayern)
1.) Du beschäftigst dich wissenschaftlich viel mit Mehrsprachigkeit. Wann ist denn der günstigste Zeitpunkt, eine Zweit- oder Drittsprache zu erlernen?
Spontane Antwort: Es gibt keinen günstigsten Zeitpunkt, sondern eine Reihe von Faktoren, die man berücksichtigen muss. Allgemein gilt noch immer die Annahme, dass der frühe Erwerb vorteilhaft wäre („the earlier the better“). Es gibt aber mittlerweile einige Studien (zB. aus span. bilingualen [katalanisch/spanisch] Kontext zu Englisch als dritter Sprache), die belegen, dass diese Annahme so nicht stimmt, da auch Erwerb, der später einsetzt, zu gleichem Lernerfolg führen kann. Was aber von größter Bedeutung ist, ist die Anzahl der Stunden und bestimmt auch die Qualität des Unterrichtes.
2.) Erziehst du deine eigenen beiden Kinder mehrsprachig?
Ja, wenn man Obersteirisch und Oberbayrisch als Teile einer Mehrsprachigkeit sieht, zu der nun im Falle meines älteren Sohnes Latein und Englisch und im Falle meines jüngeren Englisch dazugekommen sind. Nicht im Sinne von derartiger zwei/mehrsprachiger Erziehung, dass ich sie z.B. auf Englisch anspreche, da diese Art (L1 Deutschvariante/L2 Fremdsprache) der mehrsprachigen Erziehung auf emotionaler Ebene nur ganz selten funktioniert und ich daher auch davon abrate. Sprache ist auch Ausdruck einer Gefühlswelt, die sich z.B. in kulturgeprägten Märchen/Geschichten/Kinderreimen spiegelt und Eltern sollten auch diese Ebene von Sprache vermitteln können.
3.) I would like to brush up mein etwas zähflüssig gewordenes Schulenglisch – aber ohne allzu großen Aufwand. Was kannst du mir raten?
Ich rate gerne zu englischsprachigen Hörbüchern, die man auch beim Autofahren hören kann.