3 Fragen an meinen ältesten Sohn…GREGOR, 24, Student, Wien
1.) Du studierst mit Mathematik ein ausgesprochenes „Angstfach“. Warum fällt Mathe deiner Meinung nach vielen so schwer, wenn es doch angeblich die Gesetze wiedergibt, nach denen unsere Welt aufgebaut ist?
Die Frage finde ich schwierig zu beantworten. Du suggerierst, dass die Gesetze, nach denen unsere Welt aufgebaut ist, etwas Einfaches und für jedermann leicht Verständliches sein müssten. Dabei ist unsere Welt doch wahnsinnig kompliziert, und beinhaltet Phänomene, die so unergründlich sind, dass man noch weit entfernt davon ist, sie mit was für Gesetzen auch immer zu beschreiben. Mathematik ist bestenfalls eine Vereinfachung dieser Gesetze, soweit sie sich überhaupt mit ihnen beschäftigt. Um Albert Einstein zu zitieren: „Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“
Die Frage sollte also eher lauten: „Warum fällt Mathe deiner Meinung nach vielen so schwer, OBWOHL es NICHT die Gesetze wiedergibt, nach denen unsere Welt aufgebaut ist?“
Warum Mathematik ein Angstfach ist? Einerseits, weil einem Fähigkeiten abverlangt werden, die man im Alltagsleben nicht benötigt und folglich niemals zu erlernen gezwungen wurde (im Gegensatz zu, sagen wir mal, Deutsch oder Turnen), nämlich z.B. das Übersetzen von Textangaben in bestimmte Zahlen- und Buchstabenketten und das Umformen dieser anhand bestimmter festgeschriebener Regeln. Andererseits, weil diese Fähigkeiten vom Schulsystem als besonders wichtig eingestuft werden. Es gibt auch nicht sehr viele Menschen, die ein Instrument perfekt beherrschen oder gut zeichnen können; Musik wäre genauso ein Angstfach, wenn es Schularbeiten gäbe, bei denen jeder falsche Ton mit einem Minuspunkt bestraft und von denen das Aufsteigen in die nächste Schulstufe abhängen würde. Das hat also weniger mit Mathematik selber (und schon gar nichts mit dem, was ich studiere) zu tun, als vielmehr mit der Art, wie ihr Beherrschen in der Schule abgeprüft wird.
Der „Zahlenteufel“ ist ein wirklich nettes Buch über Mathematik für Kinder, von denen es mehr geben sollte.
Bei Populärmathematik für Erwachsene sollte man aufpassen. Oft ist es zu viel Blabla und zu wenig Mathematik. Rudolf Taschner z.B. ist schrecklich.
Empfehlungen:
– „Prime Obsession“, John Derbyshire
– „Poincarés Vermutung“, Donal O’Shea
– „Fermats letzter Satz“, Simon Singh
Realistisch gesehen wird aber niemand über derartige Umwege zur Mathematik finden. Wer sich wirklich interessiert, fängt am besten gleich damit an: http://asc.tuwien.ac.at/funkana/skripten/ANA_I_2011.pdf (mein sehr empfehlenswertes Analysis 1 Skriptum. Setzt fast keine Oberstufenmathematik voraus.)
3.) Der Supercomputer Deep Thought („Per Anhalter durch die Galaxis“) hat „42“ als Antwort auf die Frage aller Fragen, nämlich die „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ errechnet. Was wäre deine Lösung auf diese Frage?
Also bei mir kommt 37 raus. (Rechenfehler…?)